Sea Monsters
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 03.04.2008
Trends kommen und gehen, einmal sind es Piraten, ein andern Mal sind es Löwen… und vor einiger Zeit gab es den Boom um alles, was sich damals vor vielen Millionen von Jahren auf der Erde auf und um Pangea (der damalige Riesenkontinent) abgespielt hat. National Geographic, einer der renommiertesten Dokumentations- und Wissenschaftsverlage der Welt, lässt diesen Boom mit dem 3D-Kino "Sea Monsters" wieder aufleben. Und sogleich wird der Film von einem Spiel vom Dokumentationshimmel in den dreckigen Hinterhof der Spielevorlagen gezogen.
Schwimm, kleiner, schwimm!
Die Erde - oder zumindest etwas ähnliches, vor vielen Millionen Jahren, als riesige Seemonster das Wasser beherrschten und mit ihrem eingebauten Radargerät ihre Umgebung nach und nach abzusuchen, um, warum auch immer, dort zu entkommen. Willkommen in der nassen Welt von Sea Monsters - a prehistoric adventure, von DSI Games und Zoo Digital Publishing.
Über dieses Spiel braucht man nicht viel zu sagen, denn die beiden genannten Firmen geben Aufschluss über die Qualität des Spiels - aber selbst in diesem Bollwerk gegen den guten Geschmack wurde noch einer draufgesetzt. Und so folgt nun einer der kürzesten N-Life Reviews aller Zeiten.
Kurz die Story erklärt: wir spielen einen 2-Tonnen-Fisch, der irgendwo in der ehemaligen Ursuppe herum dümpelt und anscheinend Angst vor der drohenden Evolution hat. Denn er/sie/es muss aus diesen Gewässern fliehen - so ist zumindest unsere Aufgabe zu erklären.
Um dieses Ziel zu erreichen, muss unser Monster sich mit anderen Monstern messen, sie töten und fressen, und dann zu einem anderen Monster werden (6 Stück gibt es insgesamt). Beispielsweise kann unser Anfangsgefährte nicht aus dem Wasser springen, so müssen wir erst Fossilien einsammeln, um die "Kraft" zu sammeln, uns in ein anderes Tier zu verwandeln. Nach und nach schalten wir so alle Viecher frei und entkommen - irgendwann, nach Stunden über Stunden derselben langweiligen Musik und des ätzenden Kampfsystems. Gegner und Items (Fossilien) werden als Rote, Grüne und Gelbe Kreise auf dem auf dem Touchscreen im Radarkreis dargestellt.

Kurz: selbst wenn das Spiel ein paar interessante Fakten über die Urzeitriesen parat haben könnte, es lohnt sich nicht, diese Gegenstände freizuschalten, denn das Spiel langweilt ohne Ende. Zwischendurch gibt es ein paar kämpfe, die aber aufgrund der im ergonomischen Sinne tödlichen Steuerung kaum zu bewerkstelligen sind. Unseren Gegner fixieren wir mit L, und greifen dann mit einem "Doppeltip" auf dem Touchscreen an. Bei Glück erwischen wir den Gegner vielleicht, der es uns dann aber doppelt und dreifach zurückzahlt - und uns aufgrund seiner uns gegenüber weit überlegenen (selbst wenn es sich um den gleichen "Typ" Monster handelt) Wendigkeit in kürzester Zeit den Garaus macht. Denn die Steuerung (Touchpen + Steuerkreuz) ist Träge und ungenau.
Ob und wann das Spiel irgendwann einmal spannend wird, braucht nicht spekuliert zu werden, denn das versprochene "offene Gameplay" wurde konsequent umgesetzt - am Anfang bekommen wir nervige Meldungen, was wir zu tun haben - und dann nichts mehr. Nicht einmal der Standort wechselt, wir befinden uns immer, das gesamte Spiel über, in einem Binnengewässer.
Kommen wir nun zum Schluss: der technischen Daten. Die Grafik ist zwar 3D, aber hässlich und unspektakulär umgesetzt. Nicht das schlechteste, was jemals über den DS Bildschirm geflossen ist, aber auf keinen Fall eine gute Bewertung wert - denn nicht einmal ein flüssiger Spielablauf ist möglich, Ruckler treten immer wieder auf.
Zum Sound möchte man gar nichts sagen, das Hintergrundliedchen ist ein einfaches Midi-File, das ab und an von einem anderen abgelöst wird - wenn wir beispielsweise auf den Fossilienbildschirm wechseln. Auch die Sounds im Spiel sollten einfach konsequent ignoriert werden.
Zur Steuerung wurde alles gesagt, schwammig, träge und ungenau, heiße Kämpfe mit Gegnern, die das Spiel wenigstens etwas interessant gemacht hätten, können getrost vergessen werden.
Aljoscha Reuther meint...
Eigentlich ist es Traurig, wenn man auf die Rückseite der Verpackung sieht. Denn dort thront das in Gold gehaltene „Nintendo Seal of Quality“, was ich absolut nicht verstehen kann. Mehr habe ich dazu, so leid es mir tut, nicht zu sagen…
Ach doch, eins schon… Finger weg!
Eigentlich ist es Traurig, wenn man auf die Rückseite der Verpackung sieht. Denn dort thront das in Gold gehaltene „Nintendo Seal of Quality“, was ich absolut nicht verstehen kann. Mehr habe ich dazu, so leid es mir tut, nicht zu sagen…
Ach doch, eins schon… Finger weg!

GRAFIK
Hässlich, matschig, aber irgendwo blinkt es immer.
Hässlich, matschig, aber irgendwo blinkt es immer.

SOUND
Legen wir das Geräusch des Schweigens darüber.
Legen wir das Geräusch des Schweigens darüber.

BEDIENUNG
Möchte ich einen Riesenfisch mit schwammiger Steuerung durch eine Ursuppe bewegen? Ich glaube nicht.
Möchte ich einen Riesenfisch mit schwammiger Steuerung durch eine Ursuppe bewegen? Ich glaube nicht.

UMFANG
"Konsequent" offenes Gameplay. Am Anfang nervt das Spiel mit dem was wir zu tun haben, dann kommt nix mehr. Nichtmal der Standort wird gewechselt.
"Konsequent" offenes Gameplay. Am Anfang nervt das Spiel mit dem was wir zu tun haben, dann kommt nix mehr. Nichtmal der Standort wird gewechselt.
SPIELSPASS
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* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
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* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel