Know How der Zauberkunst
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 02.04.2008
Spätestens seit David Copperfield wünschen sich viele Menschen, auch einmal ein Publikum mit geschickten Tricks oder vielleicht sogar Magie ins Staunen und Grübeln zu versetzen. Nintendo bringt mit "Know How der Zauberkunst" einen ersten Anschub für die zukünftige Magierkarriere auf den Markt. Doch wer hofft, vom DS ein paar Kartentricks zu lernen, wird vielleicht enttäuscht werden…
Abrakadabra, Simsalabim.
Wer kennt es nicht? "Zieh' eine Karte. Irgendeine. Und steck sie dann wieder in den Stapel." Nach kurzer Zeit, selbst nach mehrmaligem Mischen, zieht der Trickbewandte dann unsere Karte wieder hervor, was uns meist zu einigen "Wow" ausdrücken kommen lässt. Natürlich stecken Tricks dahinter, aber wie lernt man sie? Wo ist das Geheimnis, auf das man achten muss, und was sollte man vermeiden?

Genau diese Dinge, die eigentlich das "Know How" der Zauberkunst darstellen, lernt man im gleichnamigen Nintendotitel nicht wirklich. Viel mehr passt die Originalbezeichnung des Titels: "Magic Made Fun" - Magie, die Spaß macht. Denn mit der Cardridge im DS wird der kleine Handheld zur Bühne für diverse Tricks, die vielleicht beim ersten Mal vielleicht sogar Staunen verursachen, aber bei genauerem Hinsehen lässt sich jeder Trick innerhalb von kürzester Zeit aufdecken.
Doch zuerst einmal zum generellen Überblick des Programms. Dieses besteht aus drei Abschnitten: Solo-Tricks, Magie in Aktion und Training.
Mit den Solo-Tricks wird der DS zum Alleinunterhalter und Zauberer, der euch mit diversen Tricks verzaubern möchte. Kartentricks, die teilweise auf den Bildschirmen, teilweise auch mit dem von Nintendo dazugelegten Kartenspiel umgesetzt werden, sowie einige Logik-Puzzles und ein, mit Verlaub, schlechtes Hand-Verrenkungs-Spiel, das nicht einmal Erwähnung verdient.
Im Bereich "Magie in Aktion" kommt der DS als Assistent zum Vorschein. Hier können wir unsere Mitmenschen mit den Tricks, die auf dem DS vorhanden sind, verzaubern. Zumindest können wir es versuchen. Die Tricks reichen dort von "blase die Kerzen aus" bis hin zu "zeichne Augen und sie werden auf die Münzen gucken, die du neben den DS gelegt hast". Diese Tricks basieren größtenteils auf unserer Vorarbeit, denn die Sprechspiele basieren darauf, dass wir verschiedene Sprachbefehle abgeben, und der Rest geht per (heimlichen) Tastendruck. Bevor wir eine Vorführung proben können, müssen wir (per Select-Taste) die Anweisungen zum nachfolgenden Trick einmal durchlesen, in denen uns auf mehreren Seiten gesagt wird, was wir genau zu tun haben.

Der letzte Bereich, "Training", ist eine Art Fertigkeitentraining, der uns hilft, bei eigenen Tricks besser abzuschneiden. Zum Beispiel können wir unsere innere Uhr trainieren, lernen, wie man in Spiegelschrift schreibt, oder unsere Kombinationsgabe mithilfe von Karten trainieren. Dies ist definitiv der interessanteste Teil des Spiels - da der Magie In Aktion Bereich uns zwar die Möglichkeit gibt, anderen Menschen unsere "Magie" vorzuführen, jedoch ist dieser Bereich ohne DS sinnlos - alle Tricks müssen mit dem DS durchgeführt werden.
Nicht zuletzt sollte noch auf die Schaltfläche "Mehr" auf dem Startbildschirm hingewiesen werden, denn dahinter verbirgt sich das "Know How", welches im Titel angepriesen wird. In E-Book artigen Anleitungen werden nützliche Tipps zum Umgang mit Publikum, dem misstrauen des Selben und dem Umgang mit den Karten - sowie die besonderen Tipps für das Deckblatt gegeben. Natürlich basieren diese Tipps auf dem beim Spiel beigefügten Kartenset. Zudem kann die Lernkurve der Trainigseinheiten angezeigt werden, wie zum Beispiel die Statistik zur inneren Uhr.
Versucht, verstaunt, …verraten?
Wie schon vorher erwähnt - hinter die meisten Tricks kommt man recht schnell, wenn man etwas auf den Ablauf der Tricks achtet. Zum Beispiel ist der Trick der Zaubersteine von Anfang an erkennbar - und nach 12 Mal der Selben Reihenfolge von Buchstaben (sie ergeben Eis und Feuer(!)) hat man auch begriffen, wie der Trick funktioniert. Die meisten Tricks basieren tatsächlich auf einfachen Logikspielchen, andere, entschuldigt den Ausdruck, verarschen uns einfach. Da ich euch aber nicht den Spaß verderben will, falls ihr den Titel spielt, werde ich die Tricks hier nicht verraten - zumindest beim ersten Trick ("Die fünfte Karte") war ich zumindest einige Tage fasziniert.

Was sonst noch zum Programm zu sagen ist… Grafik gibt es nicht wirklich, die Zeichnungen wirken teilweise etwas unsauber, aber das macht im Endeffekt nicht viel, denn an anderer Stelle sind sie wiederrum recht Professionell. Der Sound - naja, gut dass er abschaltbar ist. Während der Tricks nervt er doch teilweise. Gesteuert wird fast ausschließlich per Touchscreen, wenn ihr nicht mit den Karten etwas Ähnliches machen müsst. Die Tricks werden übrigens durch ein Punktesystem freigeschaltet, nach jedem durchgeführten Trick oder Training bekommen wir, egal ob erfolgreich oder nicht, 10 Punkte. Nach und nach werden so neue Tricks und Übungen freigeschaltet - allerdings nervt die Sperre von 50 Punkten pro Tag, denn so kann jeden Tag nur ein bzw. zwei Tricks freigeschaltet werden, je nach dem wie viele im nächsten Packet vorhanden sind.
Die Altersgrenze für diejenigen, für die der Titel interessant sein könnte, sollte man bei 10 - 12 Jahren ziehen - denn für ältere Spieler/Benutzer ist der Titel fast schon zu langweilig.
Aljoscha Reuther meint...
Nun… was soll man sagen. Know How der Zauberkünste ist das, was man sich unter einem typischen Casualspiel vorstellen kann. Kurzweilig, beeindruckend, und vor allem ist es auf Nichtspieler und Fans von Kawashima und Co ausgelegt. Allerdings fehlt es dem Titel an dem, was er (von den gesetzten Erwartungen her) tun sollte: er zeigt, spielt und zaubert, er bringt aber niemandem das Zaubern bei.
Nun… was soll man sagen. Know How der Zauberkünste ist das, was man sich unter einem typischen Casualspiel vorstellen kann. Kurzweilig, beeindruckend, und vor allem ist es auf Nichtspieler und Fans von Kawashima und Co ausgelegt. Allerdings fehlt es dem Titel an dem, was er (von den gesetzten Erwartungen her) tun sollte: er zeigt, spielt und zaubert, er bringt aber niemandem das Zaubern bei.

GRAFIK

SOUND

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SPIELSPASS
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
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