Puzzle Quest: Challenge of the Warlords
Artikel verfasst von Heiko Ellinger am 30.03.2008
Der finstere Lord Bane scheint Jahre nach seiner vermeintlichen Vernichtung erneut sein Unwesen zu treiben. Als junger und aufstrebender Held liegt es an Euch, die Königreiche zu verteidigen und das Böse zu vertreiben. Zahlreiche Gefährten begleiten Euch im Laufe des Abenteuers epischen Ausmaßes. Klingt nach typischer Rollenspiel-Kost, ist es aber mitnichten. Denn in „Puzzle Quest: Challenge of the Warlords“, der Name verrät es dann schon, treffen zwei Genres aufeinander. Das klassische Rollenspiel wird durch einen waschechten Puzzler ergänzt, eine Kombination, die sehr viel Spaß bereitet.
Eine lange Reise
In „Puzzle Quest: Challenge of the Warlords“ geht es zunächst klassisch zu. Aus vier Charakterklassen wählen wir unseren Helden aus. Dabei verfügt jede Klasse (unter anderem ein Ritter) über besondere Fähigkeiten. Die Geschichte um unseren Protagonisten wird fortan in vielen Textboxen fortgeführt. Im Auftrag der Königin geraten wir immer mehr hinein in einen weltweiten Konflikt, bis wir schließlich – man ahnt es – die letzte Hoffnung sind.

Auf einer Übersichtskarte sehen wir alle Ländereien und können hier auch die nächsten Stationen auswählen. In einer Ortschaft nehmen wir Missionen an, hören uns gegen Bares im Wirtshaus die neusten Geschichten an oder stocken unsere Ausrüstung im hiesigen Laden auf. In unserer Heimatstadt bauen wir darüber hinaus neue Gebäude, die uns spezielle Fähigkeiten verleihen. Treffen wir in einer Mission oder am Wegesrand auf einen Gegner, kommt es zum Kampf. Anstatt hier aber rundenbasierte Befehle durchzugeben, sich von mächtigen Wesen beschützen zu lassen oder in Echtzeit das Schwert zu führen, wehren wir uns auf andere Art und Weise.
In den Kämpfen finden wir ein quadratisches Spielbrett vor uns, bei dem es unsere Aufgabe ist, immer mindestens drei Kugeln gleicher Farbe in eine Reihe zu bekommen. Wer Titel wie „Zoo Keeper“ gespielt hat, wird sich auch in „Puzzle Quest“ schnell heimisch fühlen. Vier Kugelarten füllen Euer Mana auf. Kugeln in den Farben Rot, Gelb, Blau und Grün bringen Euch so Euren Spezialfähigkeiten und Zaubersprüchen näher. Habt Ihr genügende dieser Kugeln eingesammelt, könnt Ihr so etwa einen Gegner betäuben oder alle Erfahrungskugeln sofort einsammeln. Denn wie in jedem Rollenspiel steigt Ihr auch in diesem Titel durch Erfahrungspunkte im Level auf.
Komplexität im Detail
Da wir uns aber im Kampf befinden, muss natürlich erst einmal der Gegner ausgeschaltet werden. Die Angriffskugeln attackieren daher die Lebensenergie Eures Kontrahenten. Wie hoch der Schaden dabei ausfällt, liegt einerseits an Eurer Stärke, aber mindestens genauso an der Ausrüstung des Gegners. Schafft Ihr es darüber hinaus, in einem Zug mehr als drei Kugeln gleicher Farbe in eine Reihe zu bekommen, dürft Ihr abermals würfeln. Gepaart mit den verschiedenen Zaubern ergibt sich so eine komplexe Puzzle-Variante, die leicht zu erlernen, aber weniger leicht zu meistern ist.

Ihr müsst allerdings nicht gegen jeden Gegner zwingend kämpfen. Habt Ihr eine Gegnerart bereits dreimal erfolgreich bekämpft und zusätzlich ein Verlies in der Heimatstadt errichtet, könnt Ihr stattdessen versuchen, das Geschöpf einzufangen. Dann müsst Ihr eine vorgegebene Puzzle-Skulptur durch kluges Verschieben auflösen. Bleibt keine der Kugeln übrig, habt Ihr den Feind gefangen und könnt Euer Nutzen daraus ziehen. So könnt Ihr im Spielverlauf etwa auf einer Riesenratte reiten oder von gefangenen Trollen den Regenerations-Zauber erlernen. Schlägt Euer Fangversuch fehl, könnt Ihr es nochmals probieren oder aber die Lösung im Kampf suchen.
Die meisten Missionen verlaufen völlig linear und zielen lediglich darauf ab, dass Ihr bestimmte Gegner besiegt, um so Euren Auftraggeber zufrieden zu stellen oder an Gegenstände zu kommen. An einigen Stellen im Spiel aber liegt das weitere Vorgehen an Euch. Liefert Ihr eine junge Prinzessin bei einem Tyrannen zur geplanten, aber von der Schönheit nicht gewollten Hochzeit ab oder rettet Ihr sie nach heftigem Flehen? Die Entscheidung liegt ganz bei Euch. Rettet Ihr das Mädchen beispielsweise, wird sie sich Eurem Trupp anschließen. In den Kämpfen nehmen Begleiter dann allerdings nur bedingt Einfluss. Ein Kamerad etwa schwächt automatisch beim Kampfbeginn Untote, hat aber auf andere Gegner keine Wirkung. Hier könnte wiederum ein anderer Begleiter hilfreich sein, was das Spiel allerdings automatisch für Euch überprüft.
Die Genre-Kombination hält Euch lange bei der Stange. Vor allem stärkere Gegner motivieren im Spielverlauf ungemein zum weiteren Spielen und die Geschichte präsentiert Euch eine lebendige Welt voller Dinge, die es zu entdecken gilt. Lediglich bei Standardgegnern wünscht man sich im Spielverlauf eine schnellere Möglichkeit, dem Kampf ein Ende bereiten zu können. Denn bei allen möglichen Fähigkeiten zur Einflussnahme: Im Puzzle-Teil hängt die Spielzeit doch ein ums andere Mal von Eurem Glück ab.
Atmosphärisch, nicht fehlerlos
Grafisch ist der Titel hübsch inszeniert. Die Atmosphäre der mittelalterlichen Rollenspiel-Welt wird durch gelungene Charakterartworks gut transportiert. Die Welt wirkt dank vieler kleiner Geschichten glaubwürdig. Lediglich die Sounduntermalung kann auf Grund sich oft wiederholender Stücke recht schnell nerven. Wirklich ärgerlich sind allerdings einige Fehler in der Lokalisation. Kryptische Abkürzungen von Attributen lassen sich da noch verschmerzen, lückenhafte Gegnerbeschreibungen, bei denen teilweise nicht die ganzen Texte in die Textbox gepasst haben, dagegen nicht.

Die Spielzeit von „Puzzle Quest: Challenge of the Warlords“ schwankt natürlich stark mit dem Schwierigkeitsgrad. Sehr gut: Vor jedem Spielstart könnt Ihr diese Option erneut anpassen. Außerdem lässt sich hier zur weiteren Verschärfung ein Zeitlimit für jeden Zug einstellen. Schwere Stellen könnt Ihr so ein wenig Euren Fähigkeiten anpassen, leichtere Passagen dagegen interessanter gestalten.
Im Mehrspieler-Part könnt Ihr mit einem Eurer beiden Spielprofile gegen einen Freund in die Schlacht ziehen. Vor Beginn des Duells auf dem Puzzle-Feld könnt Ihr hier zunächst Euer Inventar überprüfen und dann ermitteln, wer den stärkeren Helden sein Eigen nennen kann.
Heiko Ellinger meint...
„Puzzle Quest: Challenge of the Warlords“ ist ein interessanter Genre-Mix. Die ordentliche Geschichte und das tolle Puzzle-Prinzip halten den Spielspaß lange Zeit hoch. Dann stellt sich leider die Routine ein, hier fehlt es dann doch an Abwechslung. Technisch ordentlich mit Lokalisationsschwächen ist der Titel ein echter Geheimtipp.
„Puzzle Quest: Challenge of the Warlords“ ist ein interessanter Genre-Mix. Die ordentliche Geschichte und das tolle Puzzle-Prinzip halten den Spielspaß lange Zeit hoch. Dann stellt sich leider die Routine ein, hier fehlt es dann doch an Abwechslung. Technisch ordentlich mit Lokalisationsschwächen ist der Titel ein echter Geheimtipp.

GRAFIK
Hübsche Charakterzeichnungen und ansonsten grundsolider Aufbau.
Hübsche Charakterzeichnungen und ansonsten grundsolider Aufbau.

SOUND
Musikstücke wiederholen sich zu oft.
Musikstücke wiederholen sich zu oft.

BEDIENUNG
Unkomplizierte und intuitive Steuerung über den Touchscreen.
Unkomplizierte und intuitive Steuerung über den Touchscreen.

UMFANG
Motivierendes Spielprinzip gepaart mit netter Geschichte.
Motivierendes Spielprinzip gepaart mit netter Geschichte.
SPIELSPASS
Puzzle und Rollenspiel in einem - Suchtgefahr!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Puzzle und Rollenspiel in einem - Suchtgefahr!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel