Tamagotchi Corner Shop
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 25.11.2006
Tamagotchis auf Jobsuche
Das Tamagotchi, Schrecken aller Lehrer, ist in Deutschland schon lange nicht mehr besonders präsent. In Japan sieht das aber ganz anders aus und daher entschied sich Bandai dafür, dem Nintendo DS ein Tamagotchi-Spiel zu spendieren. Wer nun erwartet, dass die skurrilen Wesen wieder bei Erfüllen aller ihrer Grundbedürfnisse eure Hilfestellung benötigen, liegt falsch. Sie haben sich nämlich deutlich weiterentwickelt, verlassen ihre sicheren vier Wände und steigen in das stressige Berufsleben ein.
Zu Anfang müsst ihr euch eines von drei Wesen aussuchen. Diese unterschieden sich nicht nur bei Äußerlichkeiten. Diese anfängliche Wahl wirkt sich stark auf den kompletten Spielverlauf auf, da sie unterschiedliche Fähigkeiten mit in das Berufsleben bringen. Ein Tamagotchi verfügt zum Beispiel über einen IQ von 250 und ist damit für anspruchsvolle Berufe besonders gut geeignet. Ein anderes wirbt mit seinen funkelnden Augen dagegen schnell Kunden an. Die Wahl sollte also wohl überlegt sein.
Der Stylus als Arbeitsutensil
Das gewählte Tamagotchi müsst ihr danach bestmöglich unterstützen. In drei Städten können insgesamt elf Berufe angenommen werden, von denen zu Anfang aber noch nicht alle verfügbar sind. Ihr müsst weder ein Vorstellungsgespräch führen noch einen Vertrag unterschreiben. Es wird von euch nicht einmal das Einhalten von Arbeitszeiten gefordert. Ihr könnt einen Laden anwählen und den Beruf in Form eines Minispiels ausführen. Ihr könnt jeder Zeit zwischen den Berufen wechseln und immer denjenigen ausführen, auf den ihr die meiste Lust habt.
Die Entwickler hatten viele interessante Ideen und haben das Spiel auf eine intensive Nutzung des Touchscreens ausgelegt. Einer der ersten Berufe die zur Auswahl stehen, ist der des Zahnarztes. Zu Beginn ist es dabei eure Hauptaufgabe Zähne mit dem Stylus zu putzen. Nach und nach werden die Anforderungen aber immer höher. Später müssen Zahnimplantate eingesetzt oder Karies entfernt werden. Für letztes muss der Zahn erst aufgebohrt, dann die Bakterien entfernt und am Ende die Füllung eingesetzt werden.
Bei allen Aufgaben müssen natürlich bestimmte Regeln beachtet werden. Beim Zahnarzt muss zum Beispiel die Farbe der gewählten Zahnpasta mit der Farbe des Zahnbelags übereinstimmen. Außerdem spielt Zeit eine wichtige Rolle. In der Reinigung müsst ihr Falten mit dem Stylus zum Beispiel sehr schnell glatt bügeln, da sonst die Kunden ungeduldig und am Ende unzufrieden sind. Noch unzufriedener sind sie aber natürlich bei schlecht erledigter Arbeit. Bei einer übersehen Falte könnt ihr in der Reinigung von euren Kunden viel Kritik erwarten.
Spaß oder Stress?
Es ist auf jeden Fall wichtig, dass eure Kunden zufrieden sind, denn dann werden immer mehr Ladenlokale für euch zugänglich. Wenn ihr sehr beliebt seid kann es außerdem durchaus vorkommen, dass ein reicher Kunde euch seine finanzielle Unterstützung anbietet, die ihr ruhig annehmen solltet. Damit lassen sich die Läden nämlich immer wieder erweitern und ausbauen. Insgesamt drei Mal lässt sich jeder Laden aufrüsten, so dass aus der kleinen Zahnarztpraxis nach und nach ein vierstöckiger Behandlungspalast wird.
Darüber hinaus lassen sich Läden auch zusammenlegen. Aus Zahnarztpraxis und Waschsalon wird damit ein Zahnsalon, der beide Aufgaben übernimmt. Ob die Möglichkeit, seine Wäsche während der Zahnbehandlung waschen zu lassen, im richtigen Leben gut ankommen würde ist fraglich, in der Tamagotchi-Welt sind die Kunden aber begeistert. Das bedeutet für euch noch mehr Stress und hier liegt das Problem des Spiels. Manchmal sind die Minispiele sind wirklich mehr Arbeit als Spaß und Schritt für Schritt stellt sich ein gelangweilter Arbeitsalltag ein, da elf Minispiele auf Dauer einfach nicht genug Abwechslung bieten.
Ein Hauch des alten Tamagotchi-Prinzips
Die Erweiterung der Läden sorgt auf der anderen Seite aber auch dafür, dass ihr mehr Geld verdient. Mit diesem könnt ihr euer Tamagotchi versorgen, denn es gibt einen Kümmern-Modus, der an das gute alte Tamagotchi-Prinzip erinnert. Zwar zeigt euch euer Tamagotchi keinerlei Bedürfnisse und muss weder Schlafen noch Essen, aber es freut sich über Belohnungen die ihr ihm Kaufen könnt. Dabei gibt es Snacks, die keinen nützlichen Zweck erfüllen, aber auch Möbel für eure Wohnung oder neue Kleidung für das Tamagotchi, die es dann auch während der Ausübung seines Berufes trägt. Mit einem Arztkittel passt euer Wesen perfekt in jede Praxis.
Gegenstände die ihr erworben habt, könnt ihr außerdem auch mit Freunden tauschen. Über die Wireless-Verbindung könnt ihr euch mit gleichzeitig drei weiteren Personen in Verbindung setzen und fleißig Belohnungen austauschen. Ein Freund der dieses Spiel nicht in seinen Besitzt hat, kann von eurer Version profitieren. Es ist nämlich möglich, eine Demoversion des Spiels an andere Leute zu schicken, die sie nutzen können, bis sie ihren Nintendo DS ausschalten.
Die Grafik des Spiels verrät eindeutig seine japanische Herkunft. Die verrückte und liebevolle Optik versprüht dabei viel Witz und Charme. Sie ist zwar wirklich sehr einfach gehalten und vor allem mehr Details wären wünschenswert gewesen, aber der Stil passt ausgezeichnet zum Gameplay. Das gleiche gilt auch für den Sound. Dieser beschränkt sich auf einfache Effekte und Musikstücke, doch trägt mit seiner Art zur Atmosphäre bei. Das Quietschen beim Zähneputzen oder die niedliche Sprache der Tamagotchis erzeugen einen angenehmen Spielwitz.
Das Tamagotchi, Schrecken aller Lehrer, ist in Deutschland schon lange nicht mehr besonders präsent. In Japan sieht das aber ganz anders aus und daher entschied sich Bandai dafür, dem Nintendo DS ein Tamagotchi-Spiel zu spendieren. Wer nun erwartet, dass die skurrilen Wesen wieder bei Erfüllen aller ihrer Grundbedürfnisse eure Hilfestellung benötigen, liegt falsch. Sie haben sich nämlich deutlich weiterentwickelt, verlassen ihre sicheren vier Wände und steigen in das stressige Berufsleben ein.
Zu Anfang müsst ihr euch eines von drei Wesen aussuchen. Diese unterschieden sich nicht nur bei Äußerlichkeiten. Diese anfängliche Wahl wirkt sich stark auf den kompletten Spielverlauf auf, da sie unterschiedliche Fähigkeiten mit in das Berufsleben bringen. Ein Tamagotchi verfügt zum Beispiel über einen IQ von 250 und ist damit für anspruchsvolle Berufe besonders gut geeignet. Ein anderes wirbt mit seinen funkelnden Augen dagegen schnell Kunden an. Die Wahl sollte also wohl überlegt sein.
Der Stylus als Arbeitsutensil
Das gewählte Tamagotchi müsst ihr danach bestmöglich unterstützen. In drei Städten können insgesamt elf Berufe angenommen werden, von denen zu Anfang aber noch nicht alle verfügbar sind. Ihr müsst weder ein Vorstellungsgespräch führen noch einen Vertrag unterschreiben. Es wird von euch nicht einmal das Einhalten von Arbeitszeiten gefordert. Ihr könnt einen Laden anwählen und den Beruf in Form eines Minispiels ausführen. Ihr könnt jeder Zeit zwischen den Berufen wechseln und immer denjenigen ausführen, auf den ihr die meiste Lust habt.
Die Entwickler hatten viele interessante Ideen und haben das Spiel auf eine intensive Nutzung des Touchscreens ausgelegt. Einer der ersten Berufe die zur Auswahl stehen, ist der des Zahnarztes. Zu Beginn ist es dabei eure Hauptaufgabe Zähne mit dem Stylus zu putzen. Nach und nach werden die Anforderungen aber immer höher. Später müssen Zahnimplantate eingesetzt oder Karies entfernt werden. Für letztes muss der Zahn erst aufgebohrt, dann die Bakterien entfernt und am Ende die Füllung eingesetzt werden.
Bei allen Aufgaben müssen natürlich bestimmte Regeln beachtet werden. Beim Zahnarzt muss zum Beispiel die Farbe der gewählten Zahnpasta mit der Farbe des Zahnbelags übereinstimmen. Außerdem spielt Zeit eine wichtige Rolle. In der Reinigung müsst ihr Falten mit dem Stylus zum Beispiel sehr schnell glatt bügeln, da sonst die Kunden ungeduldig und am Ende unzufrieden sind. Noch unzufriedener sind sie aber natürlich bei schlecht erledigter Arbeit. Bei einer übersehen Falte könnt ihr in der Reinigung von euren Kunden viel Kritik erwarten.
Spaß oder Stress?
Es ist auf jeden Fall wichtig, dass eure Kunden zufrieden sind, denn dann werden immer mehr Ladenlokale für euch zugänglich. Wenn ihr sehr beliebt seid kann es außerdem durchaus vorkommen, dass ein reicher Kunde euch seine finanzielle Unterstützung anbietet, die ihr ruhig annehmen solltet. Damit lassen sich die Läden nämlich immer wieder erweitern und ausbauen. Insgesamt drei Mal lässt sich jeder Laden aufrüsten, so dass aus der kleinen Zahnarztpraxis nach und nach ein vierstöckiger Behandlungspalast wird.
Darüber hinaus lassen sich Läden auch zusammenlegen. Aus Zahnarztpraxis und Waschsalon wird damit ein Zahnsalon, der beide Aufgaben übernimmt. Ob die Möglichkeit, seine Wäsche während der Zahnbehandlung waschen zu lassen, im richtigen Leben gut ankommen würde ist fraglich, in der Tamagotchi-Welt sind die Kunden aber begeistert. Das bedeutet für euch noch mehr Stress und hier liegt das Problem des Spiels. Manchmal sind die Minispiele sind wirklich mehr Arbeit als Spaß und Schritt für Schritt stellt sich ein gelangweilter Arbeitsalltag ein, da elf Minispiele auf Dauer einfach nicht genug Abwechslung bieten.
Ein Hauch des alten Tamagotchi-Prinzips
Die Erweiterung der Läden sorgt auf der anderen Seite aber auch dafür, dass ihr mehr Geld verdient. Mit diesem könnt ihr euer Tamagotchi versorgen, denn es gibt einen Kümmern-Modus, der an das gute alte Tamagotchi-Prinzip erinnert. Zwar zeigt euch euer Tamagotchi keinerlei Bedürfnisse und muss weder Schlafen noch Essen, aber es freut sich über Belohnungen die ihr ihm Kaufen könnt. Dabei gibt es Snacks, die keinen nützlichen Zweck erfüllen, aber auch Möbel für eure Wohnung oder neue Kleidung für das Tamagotchi, die es dann auch während der Ausübung seines Berufes trägt. Mit einem Arztkittel passt euer Wesen perfekt in jede Praxis.
Gegenstände die ihr erworben habt, könnt ihr außerdem auch mit Freunden tauschen. Über die Wireless-Verbindung könnt ihr euch mit gleichzeitig drei weiteren Personen in Verbindung setzen und fleißig Belohnungen austauschen. Ein Freund der dieses Spiel nicht in seinen Besitzt hat, kann von eurer Version profitieren. Es ist nämlich möglich, eine Demoversion des Spiels an andere Leute zu schicken, die sie nutzen können, bis sie ihren Nintendo DS ausschalten.
Die Grafik des Spiels verrät eindeutig seine japanische Herkunft. Die verrückte und liebevolle Optik versprüht dabei viel Witz und Charme. Sie ist zwar wirklich sehr einfach gehalten und vor allem mehr Details wären wünschenswert gewesen, aber der Stil passt ausgezeichnet zum Gameplay. Das gleiche gilt auch für den Sound. Dieser beschränkt sich auf einfache Effekte und Musikstücke, doch trägt mit seiner Art zur Atmosphäre bei. Das Quietschen beim Zähneputzen oder die niedliche Sprache der Tamagotchis erzeugen einen angenehmen Spielwitz.
Sascha Geldermann meint...
Die Grafik von Tamagotchi Corner Shop ist vielleicht der Alptraum jedes westlichen Spielers, doch die Spielmechanik punktet mit kreativen Ideen und intensiver Touchscreen-Nutzung. Leider können die elf Berufe aber nicht lange beschäftigen und sind manchmal wirklich mehr Arbeit als Spaß. Fans der typisch japanischen Spiele oder speziell der Tamagotchis werden dennoch ihre Freude an diesem Spiel haben.
Die Grafik von Tamagotchi Corner Shop ist vielleicht der Alptraum jedes westlichen Spielers, doch die Spielmechanik punktet mit kreativen Ideen und intensiver Touchscreen-Nutzung. Leider können die elf Berufe aber nicht lange beschäftigen und sind manchmal wirklich mehr Arbeit als Spaß. Fans der typisch japanischen Spiele oder speziell der Tamagotchis werden dennoch ihre Freude an diesem Spiel haben.

GRAFIK
Der Grafikstil ist interessant, trifft aber nicht gerade den westlichen Geschmack.
Der Grafikstil ist interessant, trifft aber nicht gerade den westlichen Geschmack.

SOUND
Die Musik passt zum Geschehen, während die Effekte einfach gehalten sind.
Die Musik passt zum Geschehen, während die Effekte einfach gehalten sind.

BEDIENUNG
Der Touchscreen wird sehr gut genutzt.
Der Touchscreen wird sehr gut genutzt.

UMFANG
Es werden viel zu wenig Spiele geboten.
Es werden viel zu wenig Spiele geboten.
SPIELSPASS
Einfallsreiche Jobsuche, die nicht immer Spaß macht.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Einfallsreiche Jobsuche, die nicht immer Spaß macht.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel