Bleach: The Blade of Fate
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 13.03.2008
Mit Bleach erschuf der Zeichner Tite Kubo eine Mangaserie, die vor allem in Japan riesigen Erfolg erntete, aber auch in Deutschland immer mehr Fans gewinnt. Dieser Mangavorlage sind bisher eine Anime-Serie, einige Musicals und mehre Videospielumsetzungen entsprungen. Zu letzteren gehört das Beat´em Up „The Blade of Fate“, das nun auf dem Nintendo DS Angriff auf den Genre-Thron nimmt.
Variantenreiche Prügelei
Nachdem Euch der Nintendo DS erst ein lautstarkes „SEGA“ und sofort darauf ein genauso lautes „Bleach“ entgegen gerufen hat, landet Ihr in einem prall gefüllten Hauptmenü. Hier wird Euch alles geboten, was das Beat´em Up-Herz begehrt. So dürft Ihr Euch in einem Arcade-Modus gegen eine ganze Reihe von Gegnern behaupten oder bei Duellen gegen bis zu drei CPU-Gegner antreten. Während es dabei manchmal hektisch und stets mit geballter Action zugeht, bieten zusätzliche Herausforderungen Abwechslung dazu, bei der Konzentration und Geschicklichkeit zählt. Hier müssen nämlich Angriff-Kombos durch die korrekte Eingabe von vorgegeben Tastenkombinationen ausgeführt werden, was am Anfang noch keine Probleme bereitet, in höheren Schwierigkeitsstufen dem Modus-Namen „Herausforderungen“ aber durchaus gerecht wird.

Das Herzstück des Spiels ist aber eindeutig der Story-Modus, der in 23 Episoden Geschehnisse der Magavorlage erzählt und Euch dabei in die Haut von Charakteren wie Ichigo, Uryu oder Orihime schlüpfen lässt. Hier werden die zahlreichen Kämpfe durch Dialoge verbunden, die zwar nur durch Standbilder präsentiert werden, es aber dennoch erstaunlich stimmungsvoll und spannend schaffen, die Handlung voranzutreiben. Dabei gibt es sogar immer wieder verschiedene Wege innerhalb der Episoden. Dann werden Euch vor einem Kampf die Bedingen genannt, die über den weiteren Verlauf der Geschichte bestimmen, sodass Ihr selbst Einfluss darauf nehmen könnt, welchen Weg Ihr als nächstes einschlagt.
Bevor Ihr Euch in das Abenteuer stürzt, solltet Ihr aber erst einmal im Trainings-Modus vorbeischauen, um Euch mit der Steuerung vertraut zu machen. Hier lassen sich an recht passiven Gegnern grundlegende Angriffe und schlagkräftige Kombos üben, sowie die Tastenkombinationen verinnerlichen, mit denen die Spezialattacken eingesetzt werden. Somit können selbst blutige Anfänger gut vorbereitet in ihre ersten Kämpfe ziehen.
Möge die spirituelle Macht mit Dir sein
Das Kampfsystem des 2D-Prüglers kann schnell überzeugen. Grundlegend stehen ein leichter, ein mittlerer und ein schwerer Angriff zur Verfügung, wobei sich der leichte wesentlich schneller ausführen lässt als der schwere. Die Schläge und Tritte können stehend, hockend und im Sprung eingesetzt oder in diesen drei Stellen auch abgeblockt werden. Mächtigere Angriffe werden durch Tastenkombinationen ermöglicht, die zwar Konzentration und Zeit bei der Eingabe benötigen, aber die Lebensanzeige des Gegners auch kräftig reduzieren und sogar mehrere Feinde gleichzeitig zu Boden strecken können. Euch stellt sich nämlich nicht immer nur ein einziger Widersacher in den Weg, gelegentlich müsst Ihr auch Kämpfe gegen bis zu drei Gegner gleichzeitig bestreiten. Trotz der Zweidimensionalität gibt es dabei zwei Ebenen, nämlich eine vordere und eine hintere, zwischen denen gewechselt werden kann.
Dieser Linienwechsel kostet allerdings spirituelle Macht, die durch normale Abgriffe gewonnen werden und auch noch anderweitig genutzt werden kann. So ermöglicht diese auch den Blitzschnitt, bei dem sich die Kämpfer wahrlich blitzschnell hinter ihren überraschten Gegner telepotieren, um diesen aus dieser vorteilhaften Position zu attackieren. Außerdem verfügt jeder Kämpfer auch über eine Reihe von Superangriffen, die verheerenden Schaden austeilen und über Sieg und Niederlage entscheiden können.

Dieses durchdachte Kampfsystem haben die Entwickler mit dem Einsatz von Trading Cards noch weiter verfeinert. Auf dem Touchscreen werden nämlich sogenannte Geisterkarten angezeigt, die sich berühren und damit einsetzen lassen. Diese unterstützen Euch dann durch vielfältige Effekte, wie die Regeneration eurer Lebensanzeige, die Stärkung der eigenen Anngriffe oder die Schwächung der gegnerischen Kraft. Insgesamt stehen über hundert Geisterkarten zur Verfügung, die Ihr nach und nach durch Siege erringt. Gewonnene Karten wandern auf der einen Seite direkt in euer Deck, werden auf der anderen aber auch zusätzlich in einem Shop verfügbar. Wenn euch eine Karte gefällt, könnt Ihr sie also mehrmals erwerben. Im Deckbau-Modus lassen sich dann mit den Karten Decks zusammenstellen, mit denen Ihr dann in eure nächsten Kämpfe zieht.
Selbst blutige Anfänger ohne jegliche Genre-Kenntnisse kommen bei Bleach voll auf ihre Kosten. Dafür sorgen neben dem Tutorial vor allem eine Reihe von Auto-Einstellungen. Durch diese Einstellungen lässt sich das Spielgeschehen stark vereinfachen. Die Ausführung der Spezialangriffe erfolgt dadurch beispielsweise nicht mehr per Tastenkombination, sondern durch Buttons auf dem Touchscreen, die nur noch berührt werden müssen. Außerdem lässt sich bestimmen, dass die Kämpfer automatisch eine Abwehrhaltung einnehmen oder Kombos eigenständig fortführen. Während Anfänger dadurch eine sinnvolle Hilfestellung erhalten, sollten fortgeschrittene Spieler lieber auf diese Einstellungen verzichten. Dabei stehen nämlich weniger Techniken zur Verfügung, was auch verhindern sollte, dass erfahrende Spieler den Auto-Modus missbrauchen, um sich das Spiel leichter als nötig zu machen.
Globaler Kampfring
In den zahlreichen Solo-Modi kann „The Blade of Fate“ schon voll und ganz überzeugen. Aber auch im Mehrspieler-Bereich, dem bei diesem Genre mindestens genauso viel Gewicht zukommt, hat das Spiel allerhand zu bieten. So dürfen bis zu vier Spieler gleichzeitig in den 2D-Ring steigen, um dort kräftig Prügel auszuteilen und mächtige Spezialangriffe vom Stapel zu lassen. Dabei wird auch das Einzelkartenspiel unterstützt, sodass selbst für die wildesten Prügelorgien nur eine einzige Cartridge benötigt wird.

Während das Einzelkarten-Spiel die Gegnersuche schon erleichtern sollte, eröffnet Euch die Nutzung der Nintendo Wi-Fi Connection Kämpfe gegen Spieler aus aller Welt. Durch Freundescodes lassen sich ganz gezielt bestimmte Gegner suchen. Allerdings dürft Ihr auch gegen zufällige Widersacher in den Ring steigen. Dabei könnt Ihr Euch Gegner aus eurem eigenen Land oder einfach Feinde mit einem ähnlichen Rang suchen lassen. Sobald Ihr Euch für den gewünschten Modus entschieden habt, könnt Ihr auch schon die Fetzen fliegen lassen.
Die Framerate läuft selbst im Online-Modus jeder Zeit stabil, sodass selbst die effektvollen Superattacken absolut flüssig über den Bildschirm fliegen. Neben den Effekten sorgen auch die liebevoll gestalteten Kämpfer und die hübschen Hintergründe dafür, dass Ihr auf dem Nintendo DS selten eine bessere 2D-Grafik gesehen habt. Die Präsentation kann auf ganzer Linie punkten, wozu auch die englischen Sprachsamples ihren Teil beitragen. Die Soundeffekte erinnern allerdings eher an längst vergangene Zeiten und können nur wenig überzeugen. Doch das kann den Spielspaß, den dieses Beat´em Up in hohem Maße bietet, nicht wirklich stören.
Sascha Geldermann meint...
„Bleach: The Blade of Fate“ ist ein hervorragendes Beat´em Up, das auf dem Nintendo DS noch seinesgleichen sucht. Das durchdachte Kampfsystem und die umfassende Modi-Auswahl lassen kaum Wünsche offen, sodass sowohl Einzelspieler als auch Freunde gepflegter Mehrspieler-Kämpfe voll auf ihre Kosten kommen.
„Bleach: The Blade of Fate“ ist ein hervorragendes Beat´em Up, das auf dem Nintendo DS noch seinesgleichen sucht. Das durchdachte Kampfsystem und die umfassende Modi-Auswahl lassen kaum Wünsche offen, sodass sowohl Einzelspieler als auch Freunde gepflegter Mehrspieler-Kämpfe voll auf ihre Kosten kommen.

GRAFIK
Die hübsche 2D-Grafik passt zum Spiel.
Die hübsche 2D-Grafik passt zum Spiel.

SOUND
Vor allem die Sprachsamples tragen zur Atmosphäre bei.
Vor allem die Sprachsamples tragen zur Atmosphäre bei.

BEDIENUNG
Die Steuerung funktioniert problemlos.
Die Steuerung funktioniert problemlos.

UMFANG
Die große Modi-Auswahl inklusive Online-Kämpfe lässt euch so schnell nicht wieder los.
Die große Modi-Auswahl inklusive Online-Kämpfe lässt euch so schnell nicht wieder los.
SPIELSPASS
Tolles Beat´em Up, das an Umfang kaum zu überbieten ist.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Tolles Beat´em Up, das an Umfang kaum zu überbieten ist.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel