Naruto Ninja Destiny European Version
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 12.03.2008
Japanische Serien erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit, und natürlich darf Naruto in der Reihe der bekanntesten Anime-Serien in Deutschland nicht fehlen. Der Weg des Wannabe-Ninjas und gleichzeitigem Namensgeber der Serie hat bereits einige Staffeln und auch Spiele hinter sich, und mit Ninja Destiny erscheint die nächste Prügelorgie für den DS. Kann das Lizenzspiel auf dem Doppelschirm überzeugen?
Hau drauf auf den Kleinen!
Was braucht man, um ein Kampfspiel mit Anime-Faktor zu erschaffen? Viele Charaktere mit Zungenbrecher- Namen, eine lose gestrickte gut-gegen-böse Story, ein paar mehr oder weniger phantasievolle Extraattacken und 3-4 verschiedene Settings für die Arenen. Klingt nicht weiter schwer, ist aber gerade bei der Umsetzung in Naruto- Ninja Destiny eher zu einem übelschmeckenden Cocktail als einem nett anzusehenden Longdrink geworden – wenn der Vergleich erlaubt ist.

Das Spiel besteht aus einer Kampagne mit der eben benannten Standard Story und einen freien Modus, in dem einfach vor sich hin geprügelt werden kann – wenn der Story Modus mit den entsprechenden Spielern durchgespielt wurde.
Entsprechende Spieler? Nun, ganz einfach, ihr Spielt nicht nur mit Naruto gegen den gesamten Rest der Welt, sondern prügelt euch mit vielen einzelnen Charakteren langsam die Karriereleiter nach oben. Mit jedem Charakter müsst ihr dann 2-3 Kampfrunden bestehen – Standard Beat ´em Up also. Wenn ihr die Story komplett durchgespielt habt, werden neue Charaktere für den freien Modus freigeschaltet, das Spiel erfindet also nicht einmal ansatzweise das Rad neu.
Und auch beim Rest des Spieles wurde alles, was irgendwie etwas Innovation und Spannung in den Titel gebracht hätte, großflächig umfahren. Die Kämpfe sind langweilig, da eure Spielfigur nur wenige Moves drauf hat, diese dann noch eine Balance-Katastrophe darstellen und man sich aus jeder etwas schwierigeren Situation einfach herausteleportieren kann. Das mag zwar auf den ersten Blick gut klingen – schließlich wollen Wir das Spiel ja gewinnen – aber bei jedem Teleport wird dem Spieler Jutsu – die Energie im Spiel – entzogen, und er kann keine Spezialattacke mehr ausführen. Das Jutsu füllt sich zwar auch schnell wieder nach, dennoch zieht das Teleportationsfeature das Spiel unangenehm in die Länge – was spätestens beim dritten Kampf in Folge nervig wird. Zudem kann ein Kampf sehr schnell zu einem wahren Teleport-Battle werden.

Im Kampf selber können dann noch Items eingesetzt werden – mithilfe des Touchscreens. Muss aber im Prinzip nicht sein, denn in der Zeit, die wir benötigen, um auf dem Touchscreen etwas zu aktivieren, nimmt unser Gegenspieler unseren Alter Ego im Spiel kräftig in die Mangel – woran dann die 2 Sekunden, in denen das Item dann wirkt, nichts ändern kann. Die Items wirken sich entweder auf die Lebensenergie, das Jutsu oder die Beweglichkeit eures Kontrahenten aus, oder sie geben euch Unsterblichkeit, schnelle Jutsu-Regeneration oder einen besseren Angriff. Im späteren Schwierigkeitsgrad „Schwer“ gibt es dann nicht einmal mehr die Möglichkeit, überhaupt auf die Extras zuzugreifen, denn in dieser Schwierigkeitsstufe nehmen die eben angesprochenen Teleport-Battles das gesamte Spielgeschehen ein, für etwas anderes bleibt weder Zeit noch die Freie Hand.
Unmotivierendes Haudraufspiel
Als ob diese Macken nicht schon genug wären, scheint Tomy, Entwickler des Spiels, etwas zu viel vom Spieler zu erwarten. Denn wenn wir beim Einzelspieler in irgendeiner Form versagen, also einen Kampf nicht gewinnen, winkt uns nicht ein netter „Retry“ bzw. „Noch einmal Versuchen“ Button, sondern das Hauptmenü – und die Karriere wird nicht gespeichert. Kurz: Verlieren wir einmal, und ist es auch beim letzten Kampf, kurz bevor der Endgegner des Spieles ein zweites Mal ins Gras beißt und wir unser wohlverdientes ende Spendiert bekommen, können wir von vorn Anfangen. Auch die Attacken, mit denen wir uns wehren können, sind recht einfach gestrickt, zwar haben wir durchaus die Möglichkeit, unserem Gegner kräftig mit ein paar Schlag- und Trittcombos einzuheizen, aber wenn einmal die Spezialattacke eingesetzt wurde, ist der Angegriffene innerhalb der nächsten Sekunden tot. Im Regelfall zieht diese Attacke nämlich nahezu die komplette Lebensenergie ab.
Viel bleibt also nicht mehr zu sagen, außer den letzten drei Kategorien: Multiplayer, Sound und Grafik. Fangen wir bei der Grafik an, denn die lässt sich noch recht Trocken beschreiben. Grafisch ist Naruto – Ninja Destiny weder schön noch hässlich, unser Alter Ego prügelt sich in 3D mit seinem Widersacher, die Modelle sehen recht gut aus und erinnern auch gut an die Charaktere aus der Serie. Allerdings ist auf den Schirmen sonst nichts zu sehen, es gibt nur riesige, endlose Arenen, aber keine Bäume oder ähnliches, das einfach mal im Weg stehen dürfte. Langweilig.

Noch schlimmer fällt der Sound aus, denn nicht nur dass die Hintergrundmusik selbst auf dem Gameboy hätte besser sein können, nein, im Spiel fehlen auch alle laute, welche die sich prügelnden Figuren hätten von sich geben können. Einzig und allein ein ganz normaler „Boxer“ und „Tritt“- Sound sind im Spiel vorhanden, sonst nichts. Fast schon ärmlich.
Der Multiplayer fällt genau so aus, wie alle anderen Bereiche des Spieles. Singlecard Play, gepaart mit der Langeweile und dem schnell aufkommenden Teleport-Battle bringt es absolut nichts, dieses Spiel mit Freunden Spielen zu wollen. Die Maximale Spieleranzahl liegt bei zweien.
Aljoscha Reuther meint...
Das war definitiv der kürzeste Test den ich je gemacht habe, sowohl von der Länge dieses Tests als auch von der Spielzeit. Was Nintendo bzw. Tomy hier abliefert ist ein langweiliges, emotionsloses Kloppspiel, dass höchstens Kindergartenkindern gefallen könnte – immerhin ist es Bunt!
Das war definitiv der kürzeste Test den ich je gemacht habe, sowohl von der Länge dieses Tests als auch von der Spielzeit. Was Nintendo bzw. Tomy hier abliefert ist ein langweiliges, emotionsloses Kloppspiel, dass höchstens Kindergartenkindern gefallen könnte – immerhin ist es Bunt!

GRAFIK
Es ist... bunt. Und 3D.
Es ist... bunt. Und 3D.

SOUND
Nein...
Nein...

BEDIENUNG
Unter einem guten Beat 'em Up kann ich mir etwas anderes vorstellen.
Unter einem guten Beat 'em Up kann ich mir etwas anderes vorstellen.

UMFANG
Ein Paar Charaktere aus der Serie und einige Arenen... das war's.
Ein Paar Charaktere aus der Serie und einige Arenen... das war's.
SPIELSPASS
Belanglose Prügelei, die in Teleport-Kämpfen ausartet.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Belanglose Prügelei, die in Teleport-Kämpfen ausartet.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel