Sonic Riders: Zero Gravity
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 26.02.2008
Eigentlich lässt sich Sonic schon zu Fuß nicht aufhalten. Als eine riesige Roboter-Armee die Welt zu zerstören droht, ist aber noch mehr Geschwindigkeit gefragt. Daher steigen das Sega-Maskottchen und seine Freunde erneut auf ihre Air Boards, mit denen sie sich Hochgeschwindigkeitsrennen liefern. Wer hier siegreich sein möchte braucht nicht nur Fahrgefühl, sondern muss auch die Kontrolle über die Schwerkraft erlangen.
Wettrennen für die Rettung der Welt
Über eine richtige Story verfügen die wenigsten Rennspiele und auch „Sonic Riders: Zero Gravity“ belässt es bei einer seichten Rahmenhandlung: Die Geschichte nimmt ihren Anfang als ein mysteriöser Ring auftaucht und eine Horde von Sicherheitsrobotern in eine metallenen Armee verwandelt, die nun die Erde bedroht. Rein zufällig, wie das in Videospielen eben so ist, landet dieser Ring dann bei Sonics Freund Tails. Leider haben es die Roboter aber auf dieses gute Stück abgesehen, sodass Sonic, Tails, Knuckles und Co. sich bald in einer Hetzjagd wiederfinden, bei der sie auf ihren Air Boards entkommen müssen.

Auch wenn diese Geschichte in actiongeladenen Zwischensequenzen erzählt wird, gestaltet sie sich insgesamt nicht sehr spannend und ist in vielen Punkten auch von Anfang an vorhersehbar. Aber auch wenn die Story wenig überzeugen kann, liefert sie doch zumindest einen Grund dafür, warum Sonic und im weiteren Spielverlauf auch noch 18 andere Charaktere wieder auf ihren Air Boards unterwegs sind.
Somit steigt Ihr unter anderem als Silver, Blaze oder Jet the Hawk auf euer Air Board und macht 16 verschiedene Strecken unsicher. Das Setting ist dabei futuristisch angehaucht und führt oft durch riesige Städte, die von unzähligen Lichtern beleuchtet werden. Bis Ihr all diese Strecken gesehen und absolviert habt vergeht leider nicht allzu viel Zeit. Daher kann der Story-Modus nicht besonders lange beschäftigen.
Keine Kontrolle
Das Gameplay ist recht einfach gehalten. Natürlich dreht es alles darum als erster Fahrer ins Ziel zu kommen. Auf dem Weg dahin lassen sich noch zahlreiche Ringe einsammeln, mit denen dann später die Air Boards aufgerüstet werden dürfen. Außerdem lassen sich auch besondere Items ergattern, mit denen Ihr Euch Vorteile schaffen oder eure Gegner ausbremsen könnt, was Action in die Rennen bringt.
Was bei „Zero Gravity“ überraschenderweise auffällt, ist das fehlende Geschwindigkeitsgefühl. Wenn der schnellste der Igel der Welt auf einem Air Board durch die Lüfte rast, wäre eigentlich ein Geschwindigkeitsrausch zu erwarten, wie er aus der F-Zero-Serie bekannt ist. Stattdessen sind die Sega-Charaktere zwar nicht wirklich lahm, aber doch mit gemäßigtem Tempo unterwegs, das nicht wirklich mitzureißen vermag. Richtig Tempo kann nur erreicht werden, wenn Ihr die Katapulte ansteuert, die auf manchen Strecken zu finden sind. Diese bringen gleichzeitig auch noch etwas Schwung ins Spiel, wie es auch die gelegentlichen Trickzonen machen, in denen Ihr kleine Kunststücke ausführen dürft.

Zum Vorgänger grenzt sich „Zero Gravity“ vor allem durch die Manipulation der Schwerkraft ab, die ausgerechnet durch den mysteriösen Ring ermöglicht wird, der die Roboter-Armee überhaupt erst zum Leben erweckt hat. Dank diesem können die Rennfahrer nämlich für kurze Zeit schwarze Löcher erzeugen, in denen die Schwerkraft aufgehoben wird. Nun schwebt Ihr für kurze Zeit in der Luft, könnt Euch auf der Stelle drehen und dann sofort wieder mit Höchstgeschwindigkeit euren Weg fortsetzen. Ihr bekommt durch die Schwerkraft-Kontrolle somit die Chance, selbst enge Kurven geschickt zu nehmen, ohne an Geschwindigkeit zu verlieren.
Insgesamt klingt „Sonic Rider: Zero Gravity“ also nach einem durchaus unterhaltsamen Rennspiel. Leider haben die Entwickler aber ausgerechnet in dem Punkt gepatzt, der einem Rennspiel das Genick brechen kann. Die Steuerung ist nämlich absolut unausgereift und funktioniert selten so wie Ihr es Euch wünscht. Daher fliegt selbst der geschickteste Spieler bei jeder dritten Kurve aus der Bahn, wovor ihn nicht einmal die Schwerkraft-Kontrolle bewahren kann. Außerdem habt Ihr auch auf geraden Strecken selten das Gefühl, wirklich vollkommene Kontrolle über euren Fahrer zu haben, was natürlich schnell zu Frust führt.
Die Wii-Remote selbst trägt für diese miese Steuerung keine Schuld. Denn nicht nur mit der Nintendo-Fernbedienung gibt es Probleme, sondern auch mit dem guten alten GameCube-Kontroller, der von dem Spiel unterstützt wird. Auch mit Analog-Stick und Knöpfen lassen sich die „Riders“ nicht unter Kontrolle bekommen, sodass auch dieser keine Abhilfe schafft. Der Classic Controller wird kurioserweise gar nicht erst unterstützt. Es ist wirklich sehr schade, dass die Steuerung so katastrophal ausgefallen ist. So wird dieses eigentlich interessante Rennspiel nämlich schlichtweg unspielbar.
Gegen die Uhr – Gegen die Welt
Treue Sonic-Fans mit endloser Frusttoleranz bekommen neben dem Story-Modus auch noch diverse andere Modi serviert. In diesen tretet Ihr in freien Rennen gegen andere Fahrer oder auch gegen die Uhr an. Dabei fahrt Ihr unter anderem eine Staffel oder schießt Bälle per Gravitationskontrolle durch Ringe. Die Kontrolle der Schwerkraft dient im Überlebens-Kampf außerdem dazu, Raketen auf Gegner zu schleudern. Abwechslung bieten die Modi also durchaus.

Während der Story-Modus und Rennen gegen die Uhr einem einzigen Spieler vorbehalten bleiben, dürfen in den anderen Modi bis zu vier Spieler gegeneinander antreten. Das wird durch einen lokalen Splitscreen-Modus ermöglicht. Online-Rennen sind leider nicht möglich, obwohl sich das sicherlich angeboten hätte. Immerhin macht das Spiel eh Gebrauch von der Nintendo Wi-Fi Connection, dank der Ihr eure Ergebnisse aus den Rennen gegen die Uhr im Internet veröffentlichen dürft. Diese Online-Rangliste ist dafür aber eine ganz nette Idee, die den „Time Attack“-Modus ordentlich aufwertet.
Die Technik hat sich seit dem Vorgänger der letzten Konsolen-Generation nur dezent verbessert. Während vor allem die Charakter-Modelle gleich geblieben sind, sehen nun die Lichteffekte ein wenig besser aus. Außerdem wird die Gravitationskontrolle von Effekten in Szene gesetzt, die sich sehen lassen können. Der Sound bietet eine nette, wenn auch unspektakuläre Untermalung des Geschehens. Die technische Seite des Spiels ist also absolut durchschnittlich und damit leider wesentlich besser als das Gameplay.
Sascha Geldermann meint...
Die unausgereifte Steuerung macht „Zero Gravity“ größtenteils unspielbar, sodass mehr Frust als Spielspaß aufkommt. Ohne diese Probleme wäre der Titel ein solides Rennspiel gewesen, das durch die Schwerkraft-Kontrolle punkten kann, aber auch an einem zu geringen Geschwindigkeitsgefühl krankt.
Die unausgereifte Steuerung macht „Zero Gravity“ größtenteils unspielbar, sodass mehr Frust als Spielspaß aufkommt. Ohne diese Probleme wäre der Titel ein solides Rennspiel gewesen, das durch die Schwerkraft-Kontrolle punkten kann, aber auch an einem zu geringen Geschwindigkeitsgefühl krankt.

GRAFIK
Die Lichteffekte sind sehr hübsch, insgesamt ist die Grafik aber etwas veraltet.
Die Lichteffekte sind sehr hübsch, insgesamt ist die Grafik aber etwas veraltet.

SOUND
Die Musik ist nett.
Die Musik ist nett.

BEDIENUNG
Die unausgereifte Steuerung macht diesen Renntitel unspielbar. Wie ist so etwas durch die Qualitätskontrolle gekommen?
Die unausgereifte Steuerung macht diesen Renntitel unspielbar. Wie ist so etwas durch die Qualitätskontrolle gekommen?

UMFANG
Der Story-Modus ist etwas zu kurz. Online-Rennen gibt es nicht, aber zumindest eine Online-Weltrangliste.
Der Story-Modus ist etwas zu kurz. Online-Rennen gibt es nicht, aber zumindest eine Online-Weltrangliste.
SPIELSPASS
Die unaussgereifte Steuerung macht die Rennen unspielbar.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Die unaussgereifte Steuerung macht die Rennen unspielbar.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel