Metroid Prime 3: Corruption
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 22.02.2008
Als Samus Aran die Augen aufschlägt, liegen die Ereignisse auf dem Planeten Aether wie ein Alptraum hinter ihr. Die bösartige Rasse der Ing ist besiegt und auch von der dunklen Samus scheint keine Gefahr mehr zu drohen. Nun treibt die Kopfgeldjägerin in ihrem Raumschiff durch die Stille des Weltalls auf das Sonnensystem der Förderation zu. Noch ahnt sie nicht, welcher Schrecken sie dort erwarten wird.
Das Finale der Prime-Trilogie
Kurz nachdem sie den Planeten der Förderation erreicht hat, sieht sich Samus einem Großangriff der Weltraumpiraten gegenüber. Zusammen mit den Soldaten der Förderation, sowie den Kopfgeldjägern Rundas, Ghor und Gandrayda kann sie den Feind abwehren, muss dafür aber einen hohen Preis bezahlen. Samus fällt ins Koma und kommt dem Tod gefährlich nahe. Erst einen Monat später schlägt sie die Augen auf. In dieser Zeit ist viel passiert. Die dunkle Samus ist zurückgekehrt und schart die Weltraumpiraten um sich. Auf drei Planeten wurden Leviathane gesichtet, bei denen es sich um Meteoriten handelt, die den gefährlichen Stoff Phazon absondern. Rundas, Ghor und Gandrayda brachen bereits vor Wochen zu jeweils einem der Planeten auf, doch in allen Fällen brach der Kontakt auf unerklärliche Weise ab. Nun liegt es also ganz an Samus, das Verschwinden der anderen Kopfgeldjäger aufzuklären, die Leviathane zu zerstören und die dunkle Samus endgültig aufzuhalten.
Im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen der Metroid Prime-Trilogie beschränkt sich die Handlung dabei nicht mehr auf einen einzigen Planeten. Mit ihrem Raumschiff bricht Samus vom Stützpunkt der Förderation auf und steuert drei andere große Welten, sowie diverse andere Schauplätze des Weltalls an. Jeder der drei großen Planeten vermittelt dabei eine andere Atmosphäre, die aber in jedem Fall dicht ist und den Spieler mitzureißen vermag. Auf dem Lavaplaneten Bryyo stößt Aran auf die Überreste einer hoch entwickelten Zivilisation, in deren Ruinen nun bösartige Kreaturen lauern. Später erforscht Samus einem Himmelstadt hoch über Elysia, wobei sie sich vor allem vor alten Kampfrobotern in Acht nehmen muss. Und gegen Ende des Spiels wagt sich die Kopfgeldjägerin sogar in die Höhle des Löwen und stellt sich auf dem Heimatplaneten der Weltraumpiraten einer erdrückenden Übermacht.

Die Schauplätze des Spiels werden nach und nach zugänglich, allerdings nicht linear nacheinander erforscht. Immer wieder muss Samus auf einen bereits besuchten Planeten zurückkehren, um neue Areale zu erkunden oder dringend benötigte Ausrüstung zu suchen. Wie in den beiden Vorgängern, findet die Kopfgeldjägerin nämlich immer wieder neue Erweiterungen für ihren Kampfanzug, die ihr neue Fähigkeiten verleihen und damit zuvor verschlossene Wege öffnen. Etwas schade ist dabei, dass die Anzahl der Gegenstände zwar insgesamt hoch, der Anteil richtig neuer Ausrüstung aber vergleichsweise klein ist. Gegenstände, die schon in den Vorgängern ergattert werden mussten, gilt es damit erneut zu finden. So stehen zu Beginn des Abenteuers nur ganz grundlegende Aktionen zur Verfügung, wie das Zusammenrollen zum Morph Ball, der zu Samus gehört, wie die rote Mütze zu Mario. Fähigkeiten wie die Screw-Attack oder das Nutzen von magnetischen Schienen werden dagegen erst später im Spiel verfügbar.
Die Anzahl neuer Gegenstände hält sich zwar eher in Grenzen, dafür kann sich diese Ausrüstung dann aber auch sehen lassen. Unter anderem wurde der Grapple Beam modifiziert, mit dem Samus nun auch Schutzschilde oder lockere Objekte an sich reißen und später auch Stromstösse austeilen kann. Außerdem stehen neue Visoren zur Verfügung. Mit einem davon kann Aran ihr Raumschiff rufen, das im Spielverlauf mit einer Reihe nützlicher Funktionen ausgestattet wird. So lässt sich dessen Feuerkraft nutzen, um an bestimmten Stellen Hindernisse aus dem Weg zu sprengen. Außerdem kann es auch riesige Gegenstände von einem Punkt zu einem anderen transportieren, was einige interessante Rätsel ermöglicht.
Intensives Weltraum-Erlebnis
Wie gewohnt erkundet Ihr die Planeten aus der Ego-Perspektive. Für offene Münder sorgt dabei nicht nur die ansehnliche Gestaltung der Welten, sondern vor allem auch das Leveldesign. Dieses ist nämlich bis in die letzte Ecke durchdacht und sorgt für eine abenteuerliche Erkundungstour der Extraklasse. Das so genannte Backtracking ist auch dieses Mal wieder vorhanden, sodass einige Wege mehrmals eingeschlagen werden müssen. Das wurde bei Corruption aber wesentlich durchdachter in das Spiel integriert, als noch in den Vorgängern. Durch viele Abkürzungen werden die Nerven dabei nämlich voll und ganz geschont. Viel angenehmer wird das Ganze auch durch den Einsatz des Raumschiffes. Auf jedem Planeten gibt es nämlich mehrere Landeplätze. Sobald Samus einen Landeplatz besucht hat, kann sie diesen mit ihrem Raumschiff schnell und unkompliziert immer wieder ansteuern, womit lange Laufwege endgültig der Vergangenheit angehören.
Es wäre sicherlich eine Freude sich als Weltraumtourist an der Gestaltung der Planeten zu ergötzen. Als Kopfgeldjägerin bleibt einem dafür aber nicht allzu viel Zeit. Immer wieder trachten bösartige Kreaturen und natürlich die Weltraumpiraten nach Samus´ Leben, das sie mit geballter Beam-Power und schlagkräftigen Missiles verteidigt. Die Feinde treten dabei in den verschiedensten Formen auf. Fliegende Weltraumpiraten wollen genauso bekämpft werden, wie Echsen mit Teleporterfähigkeiten oder durchgedrehte Roboter. Dabei wird Samus auch immer wieder in Kämpfe gegen besonders kräftige Bossgegner verwickelt. In diesen langen Auseinandersetzungen ist stets eine gute Taktik gefragt, da sich die Obermotze durch bloße Gewalt nur wenig beeindrucken lassen. Hilfreich ist dabei der Scan-Visor, der Samus nicht nur Hintergrundinfos über Objekte verrät, sondern zu jedem Gegner auch eine gute Strategie auf Lager hat.

Die Gegner werden auf jedem neuen Planeten gefährlicher, sodass auch Samus immer stärker werden muss. Daher empfiehlt es sich mit offenen Augen durch die Levels zu gehen, da diese immer wieder Erweiterungen für euren Missile-Vorrat und gelegentlich auch neue Energietanks für eine längere Lebensanzeige bereithalten. Am wichtigsten ist es aber, dass Ihr den gekonnten Umgang mit der Wii-Remote erlernt. Deren Pointer-Funktion wird bei Metroid Prime 3 nämlich zu Zielen eingesetzt, was für ein besonders intensives Spielgefühl sorgt. Die Entwickler haben dabei hervorragende Arbeit geleistet. Noch nie hat sich eine Ego-Shooter-Steuerung auf dem Wii so genau und so intuitiv angefühlt, wie bei diesem Spiel. Diese Art der Kontrolle ist der Pad-Steuerung der Vorgänger bei weitem überlegen, ermöglicht nach einer kurzen Eingewöhnungszeit absolut präzise Schüsse und lässt Euch tiefer in das Metroid-Universum eintauchen als jemals zu vor. Damit setzt die Steuerung neue Maßstäbe, an denen sich andere Entwickler hoffentlich ein Beispiel nehmen.
Aber nicht nur beim Zielen leistet die Steuerung vorbildliche Arbeit. Oft gilt es auch Gesten mit der Wii-Remote oder dem Nunchuk auszuführen, um Hebel zu ziehen, Schalter zu drücken und Drehmechanismen zu aktivieren. Was in vielen der bisherigen Wii-Spiele als eine Art Minispiel wirkte, das nicht immer so ganz funktioniert hat, ist in Metroid Prime 3 eine runde Sache. Diese Gesten wurden ohne Unterbrechung in den Spielfluss integriert und werden absolut genau und problemlos erkannt. Das ermöglicht auch einige interessante Rätsel, vor allem wenn die ganze Sache durch ein späteres Visor noch komplexer wird. Auf Rätsel legt der dritte Teil eh einen größeren Wert als die Vorgänger. Daher ist an einigen Stellen echte Denkarbeit nötig, bei der das Raumschiff, der Grapple Beam, der Morph Ball oder ganz andere Ausrüstungsgegenstände zum Einsatz kommen können. Der Schwerpunkt des Spiels liegt zwar immer noch beim Erkunden und Kämpfen, einige Rätsel sind aber so durchdacht und komplex, wie Ihr es in dieser Qualität von der Metroid-Serie noch nicht kanntet.
Manche Rätsel verlangen auch den Einsatz des Hypermodus, der ein zentrales Element von Metroid Prime 3 ist. Während Samus im Koma lag, wurde sie nämlich mit einem Phazon Enhancement Device, kurz PED, ausgerüstet. Der PED erlaubt es Ihr Phazon zu nutzen, der eine besondere Leistungssteigerung erlaubt. Durch Drücken des Plus-Knopfes wird ein ganzer Energie-Tank entleert, damit Samus in den Hyper-Modus wechselt, in dem sie unverwundbar ist, stärkere Schüsse abgibt und Phazon freisetzen kann. Während letzteres für die Rätsel wichtig ist, erleichtern die anderen Eigenschaften die Kämpfe. Leider birgt der Hyper-Modus aber auch Gefahren. Das Phazon lässt sich nicht vollkommen kontrollieren. Nach einigen Sekunden im Hyper-Modus kann es somit zur Verseuchung kommen. Dann muss Samus durch Schüsse möglichst schnell Phazon ableiten, damit dieses sie nicht umbringt. Nach und nach scheint dieser gefährliche Stoff aber dennoch immer mehr Besitz von Samus zu ergreifen, die nun auch Angst vor sich selbst haben muss.
Intergalaktische Freundschaft
Bis Samus alle Planeten erforscht hat, werden unzählige Stunden vergehen. Besonders wenn Ihr Ausschau nach allen Geheimnissen, Energietanks und Missile-Erweiterungen haltet, könnt Ihr problemlos mehr als 20 Stunden im Anzug der Kopfgeldjägerin verbringen. Über einen Mehrspieler- oder gar Online-Modus verfügt das Spiel nicht. Das Internet kommt ihm dennoch zu Gute, denn über WiiConnect24 lassen sich Freundescoupons tauschen, die im Spiel besondere Leistungen belohnen und das Freischalten von Konzeptgalerien und anderen Extras ermöglichen.

Zu diesen Extra gehört auch eine Art Jukebox, dank der Ihr diverse Musikstücke ganz gemütlich im Menü hören könnt, die im laufendem Spiel eigentlich zur perfekten Untermalung des Geschehens dienen. Diese Stücke sind dabei stets passend, erzeugen oft Spannung und tragen einen großen Teil zur Atmosphäre des Spiels bei. Auch die Soundeffekte und vor allem die englische Sprachausgabe können sich hören lassen. Im Spielverlauf trifft Samus nämlich immer wieder auf Soldaten der Förderation, die sie mit Informationen versorgen. Außerdem steht die Kopfgeldjägerin stets in Funkkontakt mit der Kommandozentrale, von der sie immer wieder neue Befehle und Hilfestellungen erhält.
Neben dem stimmigen Sound kann auch de Grafik punkten. Diese treibt die Leistung der Wii zwar sicherlich nicht ans Limit, hat im Vergleich zu den GameCube-Vorgängern aber sichtbare Verbesserungen erfahren. Die Charaktermodelle wirken schöner, die Lichteffekte beeindruckender und die Texturen schärfer. Außerdem lassen sich in der Spielwelt mehr Details entdecken und auch die größere Anzahl an Gegnern ist der Wii-Power zuzuschreiben. Somit wird Samus´ großartiges Abenteuer durch eine gelungene Präsentation abgerundet.
Sascha Geldermann meint...
Nie habe ich mich in Samus´ Anzug wohler gefühlt. Ich liefere mir packende Feuergefechte mit Weltraumpiraten, löse durchdachte Rätsel und erforsche Welten, deren Design schlichtweg beeindruckend ist. Und dank der vorbildlichen Steuerung bin ich dieses Mal sogar mittendrin im Geschehen und lasse mich von der spektakulären Präsentation etliche Stunden mitreißen. Dieses Finale hat es in sich!
Nie habe ich mich in Samus´ Anzug wohler gefühlt. Ich liefere mir packende Feuergefechte mit Weltraumpiraten, löse durchdachte Rätsel und erforsche Welten, deren Design schlichtweg beeindruckend ist. Und dank der vorbildlichen Steuerung bin ich dieses Mal sogar mittendrin im Geschehen und lasse mich von der spektakulären Präsentation etliche Stunden mitreißen. Dieses Finale hat es in sich!

GRAFIK
Fantastische Charaktermodelle und detallierte Welten verwöhnen die Augen, treiben die Wii aber nicht an ihr Limit.
Fantastische Charaktermodelle und detallierte Welten verwöhnen die Augen, treiben die Wii aber nicht an ihr Limit.

SOUND
Die Musik und die Geräuschkulisse unterstreichen die Atmosphäre perfekt.
Die Musik und die Geräuschkulisse unterstreichen die Atmosphäre perfekt.

BEDIENUNG
Vorbildliche Steuerung sorgt für ein Mittendrin-Gefühl.
Vorbildliche Steuerung sorgt für ein Mittendrin-Gefühl.

UMFANG
Das lange Abenteuer und Hyper-Modus ziehen viele Stunden in ihren Bann. Den Mehrspieler-Modus vom Vorgänger gibt es aber nicht mehr.
Das lange Abenteuer und Hyper-Modus ziehen viele Stunden in ihren Bann. Den Mehrspieler-Modus vom Vorgänger gibt es aber nicht mehr.
SPIELSPASS
Das Finale der Prime-Trilogie ist ein Sci-Fi-Meisterwerk.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Das Finale der Prime-Trilogie ist ein Sci-Fi-Meisterwerk.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel