Nitrobike
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 07.02.2008
Bremsen, Gas, Überschall
Richtige Rennspiele gibt es auf der Wii zwar schon - aber noch keines mit Motorrädern. Nitrobike war eines der meist erwartetsten Spiele des letzten Jahres - und wurde verschoben, wahrscheinlich wegen weiteren Schwierigkeiten mit der Gasregulierung der Maschinen. Jetzt ist es endlich da, und versucht, mit toller Steuerung, super Grafik, nettem Minispielspaß und einem waschechten Onlinemultiplayer zu überzeugen. Hat sich die um 3 Monate verlängerte Wartezeit gelohnt?

Was unterscheidet ein Motorradrennen von einem Autorennen? Sie sind gefährlicher, schneller, schmutziger und vor allem schmerzhafter. Kurz: im Auto ist das Umkippen durchaus schwerer, als beim Motorrad. Gut nur, dass es für diejenigen, die in ihrer Freizeit nicht so gerne mit Knochenbrüchen oder blauen Flecken hantieren, Rennspiele gibt - und die teilweise auch noch richtig spaß machen.
Nitrobike gehört, nach dem man sich an die Steuerung und die schlechte Kollisionsabfrage gewöhnt hat, definitiv zu diesen titeln - und dennoch fühlt man sich schnell mal dazu genötigt, zu denken dass die Entwickler wohl noch ein paar Monate mehr Zeit gebraucht hätten. Aber lasst uns vorne beginnen.
Nitro ohne Ende!
Nitrobike ist ein reinrassiger Fun Racer, auf überschwängliche Physik und klare Simulationslinien darf man alleine schon beim Titel nicht warten - denn die Bikes sind, neben der Tatsache dass sie etwas robuster gebaut sind, mit einer dicken Turbine ausgestattet, die unser Bike innerhalb von kürzester Zeit auf über 150 km/h beschleunigt. Mit dieser Beschleunigungskraft müssen wir dann versuchen, die kurvigen und hügeligen Strecken zu meistern, und am besten in der Luft noch ein paar Stunts hinzulegen, um unser Nitro zu erhöhen. Dabei müssen wir allerdings aufpassen, dass unsere Turbine nicht überhitzt, denn dann geht unsere Brüllmühle schnell in einem eindrucksvollen Feuerball unter. Gleiches passiert auch, wenn wir mit zu hoher Geschwindigkeit vor eines der vielen Hindernisse auf den Strecken oder gleich unsere Gegner brettern.
Das Spiel selbst setzt sich aus vielen einzelnen Disziplinen zusammen, darunter das Traditionelle Duell mit mehreren Gegenspielern (10), Schnellrunde, Reifenchaos, Trickangriff, Eliminierung und Serienrennen. Diese Disziplin sind sowohl in der Karriere verteilt als auch einzeln Anwählbar.
Zum Duell, bzw. Einzelrennen, braucht nicht viel erklärt zu werden, wir fahren gegen 10 unserer Computergegner mit unterschiedlichen Motorrädern ein Rennen über 3 Runden, wer gewinnt bekommt Gold, der 2. Silber und der 3. Gold.
Die Schnellrunde ist simpel und einfach das Time-Attack Prinzip, in dem wir eine einzelne Runde auf einer Strecke möglichst schnell hinter uns bringen müssen. Je nach dem wie viel Zeit wir benötigt haben, werden wieder die Medallien verteilt.
Das Reifenchaos ist, simpel gesagt, eine schwerere Form der Schnellrunde, hier gibt es über die Strecke verteilt "Reifen", durch die wir mit unserem Motorrad springen müssen. Allerdings läuft die Zeit in diesem Modus rückwärts, Beeilung ist also gefragt. Jedoch bekommen wir pro durchsprungenem Reifen Zeit gutgeschrieben. Die Bewertung erfolgt also primär nicht durch die Anzahl der Reifen, die wir in einer Runde geschafft haben, sondern danach, wie viel von unserer Zeit noch übrig ist.
Beim Trickangriff geht es darum, innerhalb eines Zeitlimits alle vom Spiel geforderten Tricks/Stunts durchzuführen. Die Stunts werden am oberen Bildschirm, mit der dazugehörigen Steuerungscombo, angezeigt. Auch hier ist wieder die Zeit für die Medallienauswahl entscheidend.
Die Eliminierung ist nahezu gleich mit dem Einzelrennen, mit zwei feinen Unterschieden: erstens dauert das Rennen hier 4 anstatt 3 Runden, und zweitens wird in jeder Runde derjenige, der als letzter die Ziellinie überquert, "eliminiert". Je mehr Runden wir überleben, desto höher ist die Medallie, die wir am Ende gewinnen.
Das Serienrennen lässt sich schon aus dem Namen erklären, ihr fahrt eine Serie von ganz normalen Einzelrennen, die allerdings am Ende mit dem Punkte-System zusammengezählt werden. Wenn ihr also im ersten Rennen gewinnt, dafür im 2. und 3. gnadenlos versagt, könnt ihr im Regelfall das Treppchen vergessen. Die Serienrennen stellen immer das Ende einer "Rennveranstaltung" dar, also die Wegpunkte eurer Karriere (man könnte sie auch "Cups" nennen).
Karriere, guter Übergang. Diese muss natürlich durch Siege vorangetrieben werden, und für diese Siege gibt es Punkte, die ihr wiederum braucht, um den nächsten Cup bzw. die nächste Rennveranstaltung frei zu schalten. Also: je mehr ihr gewinnt, desto mehr Punkte bekommt ihr. Logisch, oder?
Mit dem Bike auf die Bowlingbahn
Neben der Normalen Karriere gibt es noch einen Schaukampf-Modus, in dem ihr abseits von der Karriere Einzelrennen, Zeitrennen und das bekannte Bowling-Feature ausprobieren könnt. Zum Bowling bleibt zu sagen: danke, aber nein danke. Es ist zwar ganz lustig, mit einem Nitro-Betriebenen Motorrad in Richtung mehrere Kegel zu rasen und dann mit dem durch eine Explosion vorwärts geschleuderten Piloten so viele Kegel wie möglich abzuräumen (wer denkt gerade an FlatOut?), aber durch die schlechte Sicht nach vorne und die Explosionsfreudigkeit der Motorräder (und der Standhaftigkeit der Kegel…) macht das Spiel eher Frust als Lust, allerhöchstens mit Freunden macht das ganze Spaß, aber auch nur als kleiner Gag zwischendurch. Das Bowling wird übrigens durch 15-Faches "Explodieren lassen" des Motorrads im Karrieremodus frei geschaltet.
Apropos Freischalten, dass gibt es, wie in jedem Fun Racer, natürlich auch, und auch das Programm ist nahezu identisch: seit gut im Spiel und ihr bekommt Charaktere, Fahrzeuge und Strecken frei geschaltet. Dazu müssen wir nur gewinnen.
Das ganze mag zwar einfach klingen, ist es aber bei weitem nicht, denn Nitrobike ist ein wahrer Felsbrocken, was den Schwierigkeitsgrad anbelangt. Nicht nur, dass unsere KI-Widersacher generell schneller und wendiger sind als wir, nein, auch unser Motorrad und die fast schon katastrophale Kollisionsabfrage erschweren das Spiel um so mehr und machen Neulingen, die zusätzlich noch nicht mit der Steuerung per du sind, schnell mal einen Strich durch die Rechnung. Auch die Tatsache, dass unser Motorrad fast schon willkürlich überhitzt, und die eigentlich vorbeugende Warnanzeige der Turbinenhitze erst erscheint, wenn es schon zu spät ist, vom Nitro-Knopf zu gehen, drückt den Spielspaß extrem, denn durch solch einen Patzer fallen wir schnell um 5 -10 Plätze zurück und können den Sieg praktisch vergessen.
Das Problem der Kollisionsabfrage? Ganz einfach: eigentlich sollte man im Spiel, wenn man vor ein Hindernis auf der Strecke fährt, vom Bike herunterfliegen und von der Strecke geschleudert werden. Bei hohen Geschwindigkeiten explodiert das Gefährt beim frontalen Aufprall auf ein Hindernis. Nur leider funktioniert das ganze nur selten. Selbst wenn wir nur ansatzweise einen in die Strecke hineinragenden Pfeiler oder Kasten streifen, kann unser Moped (Erklärung folgt später) bereits in einem Feuerball verenden. Gleiches gilt für das herunterfliegen, durch Kanten in der Strecke selber sind wir oft gezwungen, uns die Bahn noch einmal im Flug anzusehen. Lustiges Detail: wenn uns allerdings, zum Beispiel, eine riesige Turbine der (teilw. Zerstörbaren) Streckenumgebung im Weg liegt, schieben wir sie einfach vor uns her oder katapultieren sie mit unserer Plastik geschützten Birne kurzerhand von der Strecke. Arcade pur, könnte man sagen.
Lässt man diese leider doch sehr häufig auftretenden Fehler außer Acht, kann man mit Nitrobike wirklich Spaß haben. Die strecken sind zwar etwas seltsam begrenzt - man fährt zu oft durch die Streckenbegrenzung, was ein zurücksetzen des Motorrades (= letzter Platz) zur Folge hat, aber mit etwas Übung lernt man, diese Zwischenfälle zu verhindern.

Der Umfang des Spiels ist auch recht ordentlich, satte 20 Strecken in allen möglichen Gefilden (Schnee, Tundra, Schrottplatz, Wüste, Grüne Landschaften, usw.) stehen zur Auswahl, die wiederum mehrmals genutzt werden, zum einen für die normalen Rennen, zum anderen aber auch für Reifenchaos- und Zeitrennen. Verteilt sind diese Strecken und Varianten dann auf 9 Rennveranstaltungen, mit mehreren Unter-Rennen (je höher der Schwierigkeitsgrad, desto mehr Rennen gibt es: im letzten gibt es 10 stück, im ersten nur 3).
Natürlich gibt es auch verschiedene Fahrer und Motorräder. Die Fahrer sind allerdings nur (hässliche) Kosmetik, die sich aber trotzdem gut in das Freischalt-Gefilde hineinbringen. 10 Fahrer stehen zur Auswahl, von denen wir am Anfang 3 auswählen können - es liegt also viel Arbeit vor dem Spieler.
Die Motorräder sind da schon wesentlich wichtiger, denn sie unterscheiden sich teilweise Gravierend voneinander, was sich auch sehr stark auf das Spielgeschehen auswirkt. 12 Modelle, die sich in den Klassen "Beschleunigung", "Boost", "Luft-Wende", "Steuerung" und "Bodenhaftung" unterscheiden, stehen zur Verfügung. Die Werte sollten sich allerdings selbst erklären, es kommt auf eine gute ausgewogene Mischung für die jeweilige Strecke bzw. den Wettbewerb an. Am Anfang stehen 3 Modelle zur Auswahl, von denen sich aber nur eines wirklich eignet, um ein paar Rennen zu gewinnen. Großes Manko: die Lenkung erfordert viel Übung, es ist praktisch kaum möglich, mit einem Motorrad mit schlechter Lenkung einen Sieg zu ergattern. Zudem sind die Werte nicht ausgewogen verteilt, manche Maschinen haben mehr, manche weniger "Punkte", die auf die einzelnen Klassen aufgeteilt werden. Aber zumindest ist der Unterschied im Spiel deutlich merkbar.
Motorräder aus Kant-Holz
Wie sich das Spiel präsentiert, hängt davon ab, von welcher Seite man es betrachtet. Für ein Rennspiel ausreichend ist die Grafik allemal, denn die Strecken wirken schön, passend, es gibt nette Explosionen und Partikeleffekte wie Schnee und Dreckwolken sind genug vorhanden. Allerdings scheitert das Spiel teilweise an den recht unscheinbaren Streckentexturen, die vor allem bei den Wüsten- und Schrottplatzrennen auftauchen. Zudem muss man sagen, dass die Details der Strecke zwar nett, aber recht polygonarm sind, die Fässer, die einen Teil der Streckenbegrenzung darstellen sollen, sind 10-kantig, die Motorräder sind ebenfalls recht Eckig, und vor allem unsere Charaktere könnten eher aus einem Horrorspiel stammen als einem Rennspiel, der offensichtlich übertriebene Ansatz ist nach hinten losgegangen, und die graue Hautfarbe gepaart mit den hässlichen Modellen erinnert an alte PS1 Zeiten. Alles in allem ist Nitrobike aber, nicht zuletzt wegen der netten Verzerrungs- und Explosionseffekten und den (teilweise) schön modellierten Strecken recht nett anzusehen und vermittelt auch den richtigen Eindruck von der Geschwindigkeit und den Kräften, die auf das Motorrad einwirken. Dennoch kommt es, wenn zu viele Motorräder auf einmal in eine Kurve fliegen oder den Nitro-Boost einsetzen zu recht auffälligen und lang anhaltenden Rucklern, zudem wird es schnell unübersichtlich, wenn alles in einer riesigen Staubwolke verschwindet. Kurz angemerkt werden sollten auch die langen Ladezeiten des Spieles sowie die teils seltsame Übersetzung der Texte, die Lokalisierung wurde nicht wirklich Mühevoll umgesetzt.

Was den Sound angeht, ist es ähnlich: die Hintergrundmusik ist Stilgerecht Rockig gehalten, sie nervt nicht, passt gut zum Rennen und dauert auch etwas länger als eine halbe Minute, ehe der nächste Track anfängt. Auch mit den Sounds, die sonst um das Spiel herumfliegen, ist eigentlich alles in Ordnung, der Nitro-Boost zischt ordentlich, die Explodierenden Streckenteile sind basslastig… wenn da nicht der Klang der Motorräder wäre. Wer von Euch ein 50er Motorrad oder einen Motorroller haben sollte, wird die Geräusche, die das PS-Starke Gefährt bei knappen 170 macht schnell wieder erkennen - daher auch eben die Bezeichnung "Moped". Das ist zwar nur sekundär, aber dennoch klingen schnelle Motorräder anders. Atmosphäreminus.
Die Steuerung des Spieles ist, wie schon vorher oft erwähnt, gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber, wenn die Eingewöhnungsphase abgeschlossen ist, hervorragend, wenn auch ab und an etwas träge. Gesteuert wird unser Zweirad nur mit der Wii-FB, und zwar indem wir diese Waagerecht mit den Knöpfen nach oben mit beiden Händen festhalten - wie eine Lenkstange. Durch das neigen nach links und rechts lenken wir, mit dem 2-Knopf geben wir gas, mit 1 Bremsen wir, und wenn wir eine der Richtungstasten auf dem digitalen Steuerkreuz drücken, setzt der Nitro-Boost ein. Zudem kann man, mit verschiedenen Kombinationen (wie zum Beispiel 1 + Links (Steuerkreuz)) in der Luft nette Kunststücke vorführen, worauf hin, bei einem geglückten Kunststück, unser Nitro-Einsatz um ein paar Sekunden verlängert wird - man könnte sagen, das Motorrad wird durch Tricks kälter. Auch wenn die Eingewöhnungszeit da ist, die Steuerung bekommt in diesem Test wirklich eine gute Note. Es passt einfach.
Kommen wir nun zum Multiplayer. Den gibt es in 2 Varianten, zum einen die Normale Splitscreen-Methode, die bis zu vier Spieler an einem Gerät spielen lässt, und zum anderen einen Waschechten Onlinemultiplayer über die Nintendo WiFi Connection.
Der Onlinemultiplayer konnte leider noch nicht getestet werden, da das Spiel, als der Test geschrieben wurde, noch nicht im Handel erhältlich war, und die Server noch nicht liefen bzw. keine Gegner vorhanden waren. Dieser Teil wird natürlich noch nachgeliefert!
Der Offline-MP ist recht gut ausgefallen, allerdings sieht man teilweise zu wenig, und die Grafik gerät des Öfteren ins Stocken, ansonsten spielt sich das ganze genau wie der Singleplayer. Ach ja, beim Bowling kann man auch zu viert Spielen.
Richtige Rennspiele gibt es auf der Wii zwar schon - aber noch keines mit Motorrädern. Nitrobike war eines der meist erwartetsten Spiele des letzten Jahres - und wurde verschoben, wahrscheinlich wegen weiteren Schwierigkeiten mit der Gasregulierung der Maschinen. Jetzt ist es endlich da, und versucht, mit toller Steuerung, super Grafik, nettem Minispielspaß und einem waschechten Onlinemultiplayer zu überzeugen. Hat sich die um 3 Monate verlängerte Wartezeit gelohnt?

Was unterscheidet ein Motorradrennen von einem Autorennen? Sie sind gefährlicher, schneller, schmutziger und vor allem schmerzhafter. Kurz: im Auto ist das Umkippen durchaus schwerer, als beim Motorrad. Gut nur, dass es für diejenigen, die in ihrer Freizeit nicht so gerne mit Knochenbrüchen oder blauen Flecken hantieren, Rennspiele gibt - und die teilweise auch noch richtig spaß machen.
Nitrobike gehört, nach dem man sich an die Steuerung und die schlechte Kollisionsabfrage gewöhnt hat, definitiv zu diesen titeln - und dennoch fühlt man sich schnell mal dazu genötigt, zu denken dass die Entwickler wohl noch ein paar Monate mehr Zeit gebraucht hätten. Aber lasst uns vorne beginnen.
Nitro ohne Ende!
Nitrobike ist ein reinrassiger Fun Racer, auf überschwängliche Physik und klare Simulationslinien darf man alleine schon beim Titel nicht warten - denn die Bikes sind, neben der Tatsache dass sie etwas robuster gebaut sind, mit einer dicken Turbine ausgestattet, die unser Bike innerhalb von kürzester Zeit auf über 150 km/h beschleunigt. Mit dieser Beschleunigungskraft müssen wir dann versuchen, die kurvigen und hügeligen Strecken zu meistern, und am besten in der Luft noch ein paar Stunts hinzulegen, um unser Nitro zu erhöhen. Dabei müssen wir allerdings aufpassen, dass unsere Turbine nicht überhitzt, denn dann geht unsere Brüllmühle schnell in einem eindrucksvollen Feuerball unter. Gleiches passiert auch, wenn wir mit zu hoher Geschwindigkeit vor eines der vielen Hindernisse auf den Strecken oder gleich unsere Gegner brettern.
Das Spiel selbst setzt sich aus vielen einzelnen Disziplinen zusammen, darunter das Traditionelle Duell mit mehreren Gegenspielern (10), Schnellrunde, Reifenchaos, Trickangriff, Eliminierung und Serienrennen. Diese Disziplin sind sowohl in der Karriere verteilt als auch einzeln Anwählbar.
Zum Duell, bzw. Einzelrennen, braucht nicht viel erklärt zu werden, wir fahren gegen 10 unserer Computergegner mit unterschiedlichen Motorrädern ein Rennen über 3 Runden, wer gewinnt bekommt Gold, der 2. Silber und der 3. Gold.
Die Schnellrunde ist simpel und einfach das Time-Attack Prinzip, in dem wir eine einzelne Runde auf einer Strecke möglichst schnell hinter uns bringen müssen. Je nach dem wie viel Zeit wir benötigt haben, werden wieder die Medallien verteilt.
Das Reifenchaos ist, simpel gesagt, eine schwerere Form der Schnellrunde, hier gibt es über die Strecke verteilt "Reifen", durch die wir mit unserem Motorrad springen müssen. Allerdings läuft die Zeit in diesem Modus rückwärts, Beeilung ist also gefragt. Jedoch bekommen wir pro durchsprungenem Reifen Zeit gutgeschrieben. Die Bewertung erfolgt also primär nicht durch die Anzahl der Reifen, die wir in einer Runde geschafft haben, sondern danach, wie viel von unserer Zeit noch übrig ist.
Beim Trickangriff geht es darum, innerhalb eines Zeitlimits alle vom Spiel geforderten Tricks/Stunts durchzuführen. Die Stunts werden am oberen Bildschirm, mit der dazugehörigen Steuerungscombo, angezeigt. Auch hier ist wieder die Zeit für die Medallienauswahl entscheidend.
Die Eliminierung ist nahezu gleich mit dem Einzelrennen, mit zwei feinen Unterschieden: erstens dauert das Rennen hier 4 anstatt 3 Runden, und zweitens wird in jeder Runde derjenige, der als letzter die Ziellinie überquert, "eliminiert". Je mehr Runden wir überleben, desto höher ist die Medallie, die wir am Ende gewinnen.
Das Serienrennen lässt sich schon aus dem Namen erklären, ihr fahrt eine Serie von ganz normalen Einzelrennen, die allerdings am Ende mit dem Punkte-System zusammengezählt werden. Wenn ihr also im ersten Rennen gewinnt, dafür im 2. und 3. gnadenlos versagt, könnt ihr im Regelfall das Treppchen vergessen. Die Serienrennen stellen immer das Ende einer "Rennveranstaltung" dar, also die Wegpunkte eurer Karriere (man könnte sie auch "Cups" nennen).
Karriere, guter Übergang. Diese muss natürlich durch Siege vorangetrieben werden, und für diese Siege gibt es Punkte, die ihr wiederum braucht, um den nächsten Cup bzw. die nächste Rennveranstaltung frei zu schalten. Also: je mehr ihr gewinnt, desto mehr Punkte bekommt ihr. Logisch, oder?
Mit dem Bike auf die Bowlingbahn
Neben der Normalen Karriere gibt es noch einen Schaukampf-Modus, in dem ihr abseits von der Karriere Einzelrennen, Zeitrennen und das bekannte Bowling-Feature ausprobieren könnt. Zum Bowling bleibt zu sagen: danke, aber nein danke. Es ist zwar ganz lustig, mit einem Nitro-Betriebenen Motorrad in Richtung mehrere Kegel zu rasen und dann mit dem durch eine Explosion vorwärts geschleuderten Piloten so viele Kegel wie möglich abzuräumen (wer denkt gerade an FlatOut?), aber durch die schlechte Sicht nach vorne und die Explosionsfreudigkeit der Motorräder (und der Standhaftigkeit der Kegel…) macht das Spiel eher Frust als Lust, allerhöchstens mit Freunden macht das ganze Spaß, aber auch nur als kleiner Gag zwischendurch. Das Bowling wird übrigens durch 15-Faches "Explodieren lassen" des Motorrads im Karrieremodus frei geschaltet.
Apropos Freischalten, dass gibt es, wie in jedem Fun Racer, natürlich auch, und auch das Programm ist nahezu identisch: seit gut im Spiel und ihr bekommt Charaktere, Fahrzeuge und Strecken frei geschaltet. Dazu müssen wir nur gewinnen.
Das ganze mag zwar einfach klingen, ist es aber bei weitem nicht, denn Nitrobike ist ein wahrer Felsbrocken, was den Schwierigkeitsgrad anbelangt. Nicht nur, dass unsere KI-Widersacher generell schneller und wendiger sind als wir, nein, auch unser Motorrad und die fast schon katastrophale Kollisionsabfrage erschweren das Spiel um so mehr und machen Neulingen, die zusätzlich noch nicht mit der Steuerung per du sind, schnell mal einen Strich durch die Rechnung. Auch die Tatsache, dass unser Motorrad fast schon willkürlich überhitzt, und die eigentlich vorbeugende Warnanzeige der Turbinenhitze erst erscheint, wenn es schon zu spät ist, vom Nitro-Knopf zu gehen, drückt den Spielspaß extrem, denn durch solch einen Patzer fallen wir schnell um 5 -10 Plätze zurück und können den Sieg praktisch vergessen.Das Problem der Kollisionsabfrage? Ganz einfach: eigentlich sollte man im Spiel, wenn man vor ein Hindernis auf der Strecke fährt, vom Bike herunterfliegen und von der Strecke geschleudert werden. Bei hohen Geschwindigkeiten explodiert das Gefährt beim frontalen Aufprall auf ein Hindernis. Nur leider funktioniert das ganze nur selten. Selbst wenn wir nur ansatzweise einen in die Strecke hineinragenden Pfeiler oder Kasten streifen, kann unser Moped (Erklärung folgt später) bereits in einem Feuerball verenden. Gleiches gilt für das herunterfliegen, durch Kanten in der Strecke selber sind wir oft gezwungen, uns die Bahn noch einmal im Flug anzusehen. Lustiges Detail: wenn uns allerdings, zum Beispiel, eine riesige Turbine der (teilw. Zerstörbaren) Streckenumgebung im Weg liegt, schieben wir sie einfach vor uns her oder katapultieren sie mit unserer Plastik geschützten Birne kurzerhand von der Strecke. Arcade pur, könnte man sagen.
Lässt man diese leider doch sehr häufig auftretenden Fehler außer Acht, kann man mit Nitrobike wirklich Spaß haben. Die strecken sind zwar etwas seltsam begrenzt - man fährt zu oft durch die Streckenbegrenzung, was ein zurücksetzen des Motorrades (= letzter Platz) zur Folge hat, aber mit etwas Übung lernt man, diese Zwischenfälle zu verhindern.

Der Umfang des Spiels ist auch recht ordentlich, satte 20 Strecken in allen möglichen Gefilden (Schnee, Tundra, Schrottplatz, Wüste, Grüne Landschaften, usw.) stehen zur Auswahl, die wiederum mehrmals genutzt werden, zum einen für die normalen Rennen, zum anderen aber auch für Reifenchaos- und Zeitrennen. Verteilt sind diese Strecken und Varianten dann auf 9 Rennveranstaltungen, mit mehreren Unter-Rennen (je höher der Schwierigkeitsgrad, desto mehr Rennen gibt es: im letzten gibt es 10 stück, im ersten nur 3).
Natürlich gibt es auch verschiedene Fahrer und Motorräder. Die Fahrer sind allerdings nur (hässliche) Kosmetik, die sich aber trotzdem gut in das Freischalt-Gefilde hineinbringen. 10 Fahrer stehen zur Auswahl, von denen wir am Anfang 3 auswählen können - es liegt also viel Arbeit vor dem Spieler.
Die Motorräder sind da schon wesentlich wichtiger, denn sie unterscheiden sich teilweise Gravierend voneinander, was sich auch sehr stark auf das Spielgeschehen auswirkt. 12 Modelle, die sich in den Klassen "Beschleunigung", "Boost", "Luft-Wende", "Steuerung" und "Bodenhaftung" unterscheiden, stehen zur Verfügung. Die Werte sollten sich allerdings selbst erklären, es kommt auf eine gute ausgewogene Mischung für die jeweilige Strecke bzw. den Wettbewerb an. Am Anfang stehen 3 Modelle zur Auswahl, von denen sich aber nur eines wirklich eignet, um ein paar Rennen zu gewinnen. Großes Manko: die Lenkung erfordert viel Übung, es ist praktisch kaum möglich, mit einem Motorrad mit schlechter Lenkung einen Sieg zu ergattern. Zudem sind die Werte nicht ausgewogen verteilt, manche Maschinen haben mehr, manche weniger "Punkte", die auf die einzelnen Klassen aufgeteilt werden. Aber zumindest ist der Unterschied im Spiel deutlich merkbar.
Motorräder aus Kant-Holz
Wie sich das Spiel präsentiert, hängt davon ab, von welcher Seite man es betrachtet. Für ein Rennspiel ausreichend ist die Grafik allemal, denn die Strecken wirken schön, passend, es gibt nette Explosionen und Partikeleffekte wie Schnee und Dreckwolken sind genug vorhanden. Allerdings scheitert das Spiel teilweise an den recht unscheinbaren Streckentexturen, die vor allem bei den Wüsten- und Schrottplatzrennen auftauchen. Zudem muss man sagen, dass die Details der Strecke zwar nett, aber recht polygonarm sind, die Fässer, die einen Teil der Streckenbegrenzung darstellen sollen, sind 10-kantig, die Motorräder sind ebenfalls recht Eckig, und vor allem unsere Charaktere könnten eher aus einem Horrorspiel stammen als einem Rennspiel, der offensichtlich übertriebene Ansatz ist nach hinten losgegangen, und die graue Hautfarbe gepaart mit den hässlichen Modellen erinnert an alte PS1 Zeiten. Alles in allem ist Nitrobike aber, nicht zuletzt wegen der netten Verzerrungs- und Explosionseffekten und den (teilweise) schön modellierten Strecken recht nett anzusehen und vermittelt auch den richtigen Eindruck von der Geschwindigkeit und den Kräften, die auf das Motorrad einwirken. Dennoch kommt es, wenn zu viele Motorräder auf einmal in eine Kurve fliegen oder den Nitro-Boost einsetzen zu recht auffälligen und lang anhaltenden Rucklern, zudem wird es schnell unübersichtlich, wenn alles in einer riesigen Staubwolke verschwindet. Kurz angemerkt werden sollten auch die langen Ladezeiten des Spieles sowie die teils seltsame Übersetzung der Texte, die Lokalisierung wurde nicht wirklich Mühevoll umgesetzt.

Was den Sound angeht, ist es ähnlich: die Hintergrundmusik ist Stilgerecht Rockig gehalten, sie nervt nicht, passt gut zum Rennen und dauert auch etwas länger als eine halbe Minute, ehe der nächste Track anfängt. Auch mit den Sounds, die sonst um das Spiel herumfliegen, ist eigentlich alles in Ordnung, der Nitro-Boost zischt ordentlich, die Explodierenden Streckenteile sind basslastig… wenn da nicht der Klang der Motorräder wäre. Wer von Euch ein 50er Motorrad oder einen Motorroller haben sollte, wird die Geräusche, die das PS-Starke Gefährt bei knappen 170 macht schnell wieder erkennen - daher auch eben die Bezeichnung "Moped". Das ist zwar nur sekundär, aber dennoch klingen schnelle Motorräder anders. Atmosphäreminus.
Die Steuerung des Spieles ist, wie schon vorher oft erwähnt, gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber, wenn die Eingewöhnungsphase abgeschlossen ist, hervorragend, wenn auch ab und an etwas träge. Gesteuert wird unser Zweirad nur mit der Wii-FB, und zwar indem wir diese Waagerecht mit den Knöpfen nach oben mit beiden Händen festhalten - wie eine Lenkstange. Durch das neigen nach links und rechts lenken wir, mit dem 2-Knopf geben wir gas, mit 1 Bremsen wir, und wenn wir eine der Richtungstasten auf dem digitalen Steuerkreuz drücken, setzt der Nitro-Boost ein. Zudem kann man, mit verschiedenen Kombinationen (wie zum Beispiel 1 + Links (Steuerkreuz)) in der Luft nette Kunststücke vorführen, worauf hin, bei einem geglückten Kunststück, unser Nitro-Einsatz um ein paar Sekunden verlängert wird - man könnte sagen, das Motorrad wird durch Tricks kälter. Auch wenn die Eingewöhnungszeit da ist, die Steuerung bekommt in diesem Test wirklich eine gute Note. Es passt einfach.
Kommen wir nun zum Multiplayer. Den gibt es in 2 Varianten, zum einen die Normale Splitscreen-Methode, die bis zu vier Spieler an einem Gerät spielen lässt, und zum anderen einen Waschechten Onlinemultiplayer über die Nintendo WiFi Connection.
Der Onlinemultiplayer konnte leider noch nicht getestet werden, da das Spiel, als der Test geschrieben wurde, noch nicht im Handel erhältlich war, und die Server noch nicht liefen bzw. keine Gegner vorhanden waren. Dieser Teil wird natürlich noch nachgeliefert!
Der Offline-MP ist recht gut ausgefallen, allerdings sieht man teilweise zu wenig, und die Grafik gerät des Öfteren ins Stocken, ansonsten spielt sich das ganze genau wie der Singleplayer. Ach ja, beim Bowling kann man auch zu viert Spielen.
Aljoscha Reuther meint...
Nitro Bike war schwierig zu bewerten. Zum einen kann das Spiel kräftig Laune machen, zum anderen aber nervt die Kollisionsabfrage und der, ich nenn’s einfach mal so, Bug, der die Warnanzeige für die Motortemperatur erst kurz vorher auftauchen lässt, hat mir des Öfteren das ganze Spiel versaut. Wer darüber hinweg sehen kann, für den ist Nitro Bike ein durchaus lohnender Fun Racer auf zwei Rädern!
Nitro Bike war schwierig zu bewerten. Zum einen kann das Spiel kräftig Laune machen, zum anderen aber nervt die Kollisionsabfrage und der, ich nenn’s einfach mal so, Bug, der die Warnanzeige für die Motortemperatur erst kurz vorher auftauchen lässt, hat mir des Öfteren das ganze Spiel versaut. Wer darüber hinweg sehen kann, für den ist Nitro Bike ein durchaus lohnender Fun Racer auf zwei Rädern!

GRAFIK
Ein paar nette Explosionen und Partikeleffekte sind vorhanden, allerdings sind die Modelle teilweise etwas hässlich.
Ein paar nette Explosionen und Partikeleffekte sind vorhanden, allerdings sind die Modelle teilweise etwas hässlich.

SOUND
Tolle Hintergrundlieder und Soundeffekte, die Motorräder klingen allerdings wie Mofas.
Tolle Hintergrundlieder und Soundeffekte, die Motorräder klingen allerdings wie Mofas.

BEDIENUNG
Sehr gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber nach einiger Zeit recht gut. Leicht schwammig.
Sehr gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber nach einiger Zeit recht gut. Leicht schwammig.

UMFANG
Gute Anzahl an Strecken und Motorrädern, allerdings wird das Spiel durch Bugs unnötig erschwert.
Gute Anzahl an Strecken und Motorrädern, allerdings wird das Spiel durch Bugs unnötig erschwert.
SPIELSPASS
Käfersammlung auf zwei Rädern
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Käfersammlung auf zwei Rädern
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel