Drawn to Life: Mal-Held sein
Artikel verfasst von Heiko Ellinger am 20.01.2008
Kannst du es besser?
Wer kennt das nicht: Da kämpft man sich durch ein neues Spiel und kommt an einer Stelle zu dem Schluss, dass man das selbst doch alles viel besser gemacht hätte. Wie konnten die Designer nur das Objekt an dieser Stelle verwenden? Das passt doch gar nicht. Und dann erst dieser unsympathische Held, den konnte ich die ganze Zeit nicht leiden.
Wer kennt sie nicht: Zeichentrick-Episoden mit dem beliebten Hasen der Loony Tunes, Bugs Bunny. In einigen dieser tollen Cartoons greift der Erzähler aktiv mit Bleistift und Radiergummi ein und bringt so Bugs oder auch Daffy Duck ein ums andere Mal in arge Bedrängnis. Ein großer Spaß für die Zuschauer, die wohl gerne ab und an eingegriffen hätten, um die Geschichte selbst fortzusetzen.
Zunächst einmal haben die beiden Beispiele natürlich nichts miteinander zu tun. Die Verbindung wird aber über den Drang des Konsumenten hergestellt, seiner Kreativität selber freien Lauf lassen zu können. Diesen Ansatz griff THQ mit dem exklusiven DS-Titel „Drawn to Life“ auf, der die Spieler in gewissen Momenten zum Designer des Spiels umfunktioniert. Bevor wir näher auf die künstlerischen Aspekte eingehen, schauen wir uns allerdings kurz und knapp die Story des Mix aus Adventure und Jump & Run näher an.
Im Dorf der Raposas verläuft das ehemals ruhige Leben sehr chaotisch. Verantwortlich dafür ist Bösewicht Wilfre, der mit seinen Schergen für Angst und Schrecken sorgt. Die dunklen Schatten können nur durch das Buch des Lebens vertrieben werden. Doch nicht nur das Dorf der Raposas befindet sich in schlechtem Zustand, auch das Buch des Lebens ist stark beschädigt. Nun liegt es am Spieler, die verlorenen Seiten des Buches wieder zu finden. Dafür reist er durch die ganze Welt und besteht zahlreiche Abenteuer.
Malen ohne Zahlen
In „Drawn to Life“ müsst Ihr vor dem Spielbeginn bereits Euer Talent zeigen. Bevor das Abenteuer nämlich durchstartet, müsst Ihr Euren Helden mit dem Touchscreen zum Leben erwecken. Zu diesem Zweck stehen Euch diverse Hilfsmittel zur Verfügung. Vorgegeben sind lediglich die Abmessungen des Helden, zur Vereinfachung des Prozesses stehen darüber hinaus einige Vorlagen zur Auswahl bereit. Während unserer Testsession begleitete uns so ein Ritter mit pinkfarbener Rüstung und grünem Halstuch, unfassbar hässlich, aber sicher ein Unikat in der Welt der Videospiele. Die Vorlagen bieten natürlich den Vorteil, dass alle Animationen auch wirklich korrekt ablaufen, etwa die Bewegung der Arme.
Das Spiel selbst ist dann in zwei Abschnitte aufgeteilt. Im Adventure-Part bewegt Ihr Euch durch die Welt und sprecht mit anderen Charakteren. So wird die Story des Spiels nach und nach vorangetrieben. Andere Bereiche von „Drawn to Life“ werden stattdessen im klassischen Level-Konzept besucht. Hier schaltet die Perspektive von der vorherigen Draufsicht auf eine seitliche Ansicht und das Spiel präsentiert sich plötzlich als klassisches Jump & Run. Im Spielverlauf könnt Ihr allerdings auch hier mit dem Einsatz des Stylus rechnen, denn nicht selten fehlen Objekte in Eurer Umgebung. Dann bleibt Euch nichts anderes übrig, als selbst zum Pinsel zu greifen und die Welt wieder mit allerhand nützlichen Objekten wie etwa einer schwebenden Plattform zu füllen. Um die Abschnitte nicht durch wilde Malereien zu stark zu beeinflussen, kann aber nur in vorgegebenen Feldern gemalt werden.
Der Stylus dient allerdings nicht nur als Pinsel. Darüber hinaus müsst Ihr mit ihm auch die Spielwelt beeinflussen und so etwa Häuser von Schmutz mit Reiben über den Touchscreen befreien.
So frisch das Spielprinzip sich also teilweise anfühlt, so altbacken ist leider das Leveldesign. Der Adventure-Part treibt die Geschichte zwar in netter Art und Weise weiter, die Action-Abschnitte bieten aber dafür nur durchschnittliche Kost. Der Einfluss Eurer Zeichnungen hält sich doch sehr in Grenzen und so bleibt am Ende nur der individuelle Avatar als klassischer Heldenersatz auf der Seite der positiven Aspekte. Der Ansatz von „Drawn to Life“ ist innovativ, aber nicht konsequent zu Ende geführt.
Kunterbunte Welten
Grafisch ist „Drawn to Life“ durchaus ordentlich. Das Einbinden des erschaffenen Helden und eigener Objekte funktioniert tadellos. Außerdem sind die Spielumgebungen abwechslungsreich und bunt gestaltet, so dass auch abenteuerliche Eigenkunstwerke noch immer ins Spiel passen. Soundeffekte und Musikuntermalung fallen dagegen gar nicht auf.
Die Steuerung im Spiel funktioniert einwandfrei, das Zeichnen eigener Elemente ist dank des Stylus ein einfaches Unterfangen. Mit künstlerischem Talent gepaart, ergibt dies teilweise sehr schöne Ergebnisse.
Der Schwierigkeitsgrad ist teilweise doch sehr gering. Umso erstaunlicher, dass der Titel trotz allem einen recht großen Umfang besitzt. Dies liegt nicht zuletzt auch an einigen freischaltbaren Boni. Über die drahtlose Verbindung könnt Ihr darüber hinaus mit einem weiteren Spieler handeln.
Wer kennt das nicht: Da kämpft man sich durch ein neues Spiel und kommt an einer Stelle zu dem Schluss, dass man das selbst doch alles viel besser gemacht hätte. Wie konnten die Designer nur das Objekt an dieser Stelle verwenden? Das passt doch gar nicht. Und dann erst dieser unsympathische Held, den konnte ich die ganze Zeit nicht leiden.
Wer kennt sie nicht: Zeichentrick-Episoden mit dem beliebten Hasen der Loony Tunes, Bugs Bunny. In einigen dieser tollen Cartoons greift der Erzähler aktiv mit Bleistift und Radiergummi ein und bringt so Bugs oder auch Daffy Duck ein ums andere Mal in arge Bedrängnis. Ein großer Spaß für die Zuschauer, die wohl gerne ab und an eingegriffen hätten, um die Geschichte selbst fortzusetzen. Zunächst einmal haben die beiden Beispiele natürlich nichts miteinander zu tun. Die Verbindung wird aber über den Drang des Konsumenten hergestellt, seiner Kreativität selber freien Lauf lassen zu können. Diesen Ansatz griff THQ mit dem exklusiven DS-Titel „Drawn to Life“ auf, der die Spieler in gewissen Momenten zum Designer des Spiels umfunktioniert. Bevor wir näher auf die künstlerischen Aspekte eingehen, schauen wir uns allerdings kurz und knapp die Story des Mix aus Adventure und Jump & Run näher an.
Im Dorf der Raposas verläuft das ehemals ruhige Leben sehr chaotisch. Verantwortlich dafür ist Bösewicht Wilfre, der mit seinen Schergen für Angst und Schrecken sorgt. Die dunklen Schatten können nur durch das Buch des Lebens vertrieben werden. Doch nicht nur das Dorf der Raposas befindet sich in schlechtem Zustand, auch das Buch des Lebens ist stark beschädigt. Nun liegt es am Spieler, die verlorenen Seiten des Buches wieder zu finden. Dafür reist er durch die ganze Welt und besteht zahlreiche Abenteuer.
Malen ohne Zahlen
In „Drawn to Life“ müsst Ihr vor dem Spielbeginn bereits Euer Talent zeigen. Bevor das Abenteuer nämlich durchstartet, müsst Ihr Euren Helden mit dem Touchscreen zum Leben erwecken. Zu diesem Zweck stehen Euch diverse Hilfsmittel zur Verfügung. Vorgegeben sind lediglich die Abmessungen des Helden, zur Vereinfachung des Prozesses stehen darüber hinaus einige Vorlagen zur Auswahl bereit. Während unserer Testsession begleitete uns so ein Ritter mit pinkfarbener Rüstung und grünem Halstuch, unfassbar hässlich, aber sicher ein Unikat in der Welt der Videospiele. Die Vorlagen bieten natürlich den Vorteil, dass alle Animationen auch wirklich korrekt ablaufen, etwa die Bewegung der Arme. Das Spiel selbst ist dann in zwei Abschnitte aufgeteilt. Im Adventure-Part bewegt Ihr Euch durch die Welt und sprecht mit anderen Charakteren. So wird die Story des Spiels nach und nach vorangetrieben. Andere Bereiche von „Drawn to Life“ werden stattdessen im klassischen Level-Konzept besucht. Hier schaltet die Perspektive von der vorherigen Draufsicht auf eine seitliche Ansicht und das Spiel präsentiert sich plötzlich als klassisches Jump & Run. Im Spielverlauf könnt Ihr allerdings auch hier mit dem Einsatz des Stylus rechnen, denn nicht selten fehlen Objekte in Eurer Umgebung. Dann bleibt Euch nichts anderes übrig, als selbst zum Pinsel zu greifen und die Welt wieder mit allerhand nützlichen Objekten wie etwa einer schwebenden Plattform zu füllen. Um die Abschnitte nicht durch wilde Malereien zu stark zu beeinflussen, kann aber nur in vorgegebenen Feldern gemalt werden.
Der Stylus dient allerdings nicht nur als Pinsel. Darüber hinaus müsst Ihr mit ihm auch die Spielwelt beeinflussen und so etwa Häuser von Schmutz mit Reiben über den Touchscreen befreien.
So frisch das Spielprinzip sich also teilweise anfühlt, so altbacken ist leider das Leveldesign. Der Adventure-Part treibt die Geschichte zwar in netter Art und Weise weiter, die Action-Abschnitte bieten aber dafür nur durchschnittliche Kost. Der Einfluss Eurer Zeichnungen hält sich doch sehr in Grenzen und so bleibt am Ende nur der individuelle Avatar als klassischer Heldenersatz auf der Seite der positiven Aspekte. Der Ansatz von „Drawn to Life“ ist innovativ, aber nicht konsequent zu Ende geführt.
Kunterbunte Welten
Grafisch ist „Drawn to Life“ durchaus ordentlich. Das Einbinden des erschaffenen Helden und eigener Objekte funktioniert tadellos. Außerdem sind die Spielumgebungen abwechslungsreich und bunt gestaltet, so dass auch abenteuerliche Eigenkunstwerke noch immer ins Spiel passen. Soundeffekte und Musikuntermalung fallen dagegen gar nicht auf. Die Steuerung im Spiel funktioniert einwandfrei, das Zeichnen eigener Elemente ist dank des Stylus ein einfaches Unterfangen. Mit künstlerischem Talent gepaart, ergibt dies teilweise sehr schöne Ergebnisse.
Der Schwierigkeitsgrad ist teilweise doch sehr gering. Umso erstaunlicher, dass der Titel trotz allem einen recht großen Umfang besitzt. Dies liegt nicht zuletzt auch an einigen freischaltbaren Boni. Über die drahtlose Verbindung könnt Ihr darüber hinaus mit einem weiteren Spieler handeln.
Heiko Ellinger meint...
Drawn to Life sieht hübsch aus, spielt sich erfreulich fehlerfrei und bietet mit dem Mal-Feature eine tolle Neuerung. Für kreative Köpfe ist der Titel mehr als einen Blick wert, als reines Jump & Run gibt es aber Alternativen mit einem besseren Leveldesign.
Drawn to Life sieht hübsch aus, spielt sich erfreulich fehlerfrei und bietet mit dem Mal-Feature eine tolle Neuerung. Für kreative Köpfe ist der Titel mehr als einen Blick wert, als reines Jump & Run gibt es aber Alternativen mit einem besseren Leveldesign.

GRAFIK
Hübsche Comic-Grafik, die das Zeichnen erleichtert.
Hübsche Comic-Grafik, die das Zeichnen erleichtert.

SOUND
Ordentliche Soundkulisse.
Ordentliche Soundkulisse.

BEDIENUNG
Gelungener Touchscreen-Zeicheneinsatz, sehr unkompliziert.
Gelungener Touchscreen-Zeicheneinsatz, sehr unkompliziert.

UMFANG
Das Leveldesign gehört nicht zur Elite, aber alleine die Spielidee hat soviel Witz, dass der Titel das Anspielen wert ist.
Das Leveldesign gehört nicht zur Elite, aber alleine die Spielidee hat soviel Witz, dass der Titel das Anspielen wert ist.
SPIELSPASS
Eine tolle Malidee gepaart mit Hüpferei - spielenswert.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Eine tolle Malidee gepaart mit Hüpferei - spielenswert.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel