Wer wird Millionär: 1. Edition
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 06.12.2007
Ja, wer wird's denn?
Wer kennt sie nicht, die erfolgreichste Quizshow im deutschen Fernsehen, die Günther Jauch zu einem der bekanntesten Moderatoren gemacht hat: Wer wird Millionär.
Für alle, die diesen Meilenstein der sog. Familienunterhaltungswelle, die derzeit durch die Fernsehleitungen schwappt, nicht kennen, hier das Grundkonzept kurz zusammen gefasst:
Jede Woche spielen mehrere Personen um jeweils eine Summe von 1 Million Euro. Wie viel sie von dieser für sie vorgesehenen Million abbekommen, hängt davon ab, wie viele der 15 Fragen sie richtig beantworten, denn nach einer falschen (Multiple Choice) Antwort ist Schluss.
Und, wie sollte es auch anders sein, erscheinen seit einigen Jahren schon Wer wird Millionär-Spiele für diverse Plattformen, und jetzt gibt es auch das erste Spiel für den DS. Das Konzept der Serie wurde dabei ohne große abstriche übernommen. Nacheinander beantwortet Ihr alle 15 Fragen, bekommt Hilfe von den 3 bekannten Jokern (Publikum, Telefon, 50:50) und am Ende des Spiels steht die Millionenfrage. Dann ist das Spiel zu Ende.
Kann man bei so einem Spiel wirklich viel erwarten? Nein. Denn trotz der zahlreichen Fragen, der teilweise vorhandenen Sprachausgabe und der einfachen Touchscreensteuerung handelt es sich bei "Wer wird Millionär: 1. Edition" um ein Handy-Spiel für den Nintendo DS, das nicht annährend an das Flair der Fernsehserie heranreicht. Ob und wie man das Spiel hätte besser machen können, ist schleierhaft, aber sicher ist, dass, durch die Originalstimme des Moderators, zumindest die B-Note etwas angehoben werden könnte.
Apropos Originalstimme, die ist in der englischen und französischen Version enthalten (ebenfalls auf der Cardridge), sogar die Begrüßung kommt per Video mit dem original Moderator der Sendung, mit einem DS in der Hand.
In der deutschen Version fehlt dieses Video komplett, genau so wie die Stimme von Jauch, was dem Spiel jegliche Atmosphäre nimmt. Da hilft es auch nichts, dass die Hintergrundmusik aus der Quiz-Show übernommen wurde.
Allerdings ist es nicht so schlimm, dass die Stimme im Spiel eine andere ist, denn die Fragen werden nicht vorgelesen, was allerdings auch an dem eingeschränkten Speicherplatz auf der Cardridge für den DS liegen kann. Die richtig/falsch Übergangssprüche sind jedes mal die selben, und die Spannungspausen, die der Moderator lässt (zum Beispiel: "Sie hatten gerade 500€… und…") gehen einem nach kurzer Zeit auf die Nerven, weil man möglichst schnell zur nächsten Frage kommen möchte.
"Was ist an Michael Jackson noch echt?", "Was rauscht?"
"Zur nächsten Frage", ein guter Übergang. Die Fragen im Spiel sind sehr Zahlreich und man dürfte einige male Anfangen können, ohne die gleichen Fragen aufgetischt zu bekommen, da diese nach dem Zufallsprinzip für die jeweilige "Preisklasse" ausgewählt werden, lässt sich die Wiederholung nicht vermeiden. Die ersten vier Fragen sind relativ einfach, aber schon bei der 500 € Frage, also vor der ersten "Stufe", wird es schon happig. Zudem sind die Fragen teilweise etwas seltsam gestellt, bestes Beispiel ist hier: "Was rauscht?" Zur Auswahl stehen hier: Tagfeier, Morgenmesse, Abendkleid oder Nachtball. Die Antwort war, zumindest in meinem Fall, "Was?". Ich habe am Ende getippt, und es war "Nachtball". Ein Nachtball rauscht? Hä?
Zur Lösung der Fragen bleibt natürlich noch die Alternative der Joker, die wohlbekannten Telefon, Publikums und 50:50 Joker.
Der Publikumsjoker bringt die allseits bekannten Balken auf den (oberen) Bildschirm, woran Ihr dann ablesen könnt, welche Antwort das virtuelle Publikum für richtig hält.
Der Telefonjoker bringt 4 Auswahlmöglichkeiten auf den Bildschirm, von denen jede 3 bestimmte Themengebiete zur Auswahl hat - allerdings fast nie die Gebiete, die Ihr benötigt. Der 50:50 Joker ist allerdings der Einzige, der seine Arbeit ohne Kritik erfüllt. Bei den anderen Jokern habt Ihr relativ schnell raus, ob euch der Joker die falsche Antwort gibt oder nicht. Wie Ihr die einzelnen Ergebnisse erkennen und deuten könnt verrate ich natürlich nicht.
Eine abschließende Ernüchterung ist, dass das Spiel in keiner Weise auf eure Leistungen eingeht. Wenn Ihr die 15 Fragen bis zur Million geschafft habt, kommt vom Moderator ein kleiner Kommentar, das gleiche Fenster wie bei allen anderen "Enden", nur halt mit einer anderen Zahl, und das war's. Dann könnt Ihr das Spiel wieder von vorn anfangen. Eine Highscore ist nicht vorhanden.
Grafisch ist der Titel nicht erwähnenswürdig, auf dem unteren Bildschirm gibt es die Frage mit den Antwortmöglichkeiten und die 3 Joker, oben Thront das "Wer wird Millionär" Logo, euer Spielername (immer "Spieler 1" oder "Spieler 2") sowie die bekannte Auflistung der Geldstufen (50,100,200,500…).
Soundtechnisch steckt etwas mehr drin, die Sprache ist klar, wenn auch unnötig, und es wurde das Originalhintergrundlied der Show im Spiel verwendet. Anderer Sound ist nicht vorhanden. Das Spiel ist so gesehen sehr Spartanisch ausgestattet.
Ein Multiplayermodus ist in Ansätzen vorhanden, allerdings nur mit einer einzigen Konsole. Den zwei Spielern werden abwechselnd dieselben Schwierigkeitsgrade gestellt, also Spieler1-50, Spieler2-50, Spieler1-100… und so weiter. Die Drahtlosverbindung wird nicht genutzt, also gibt es weder ein Multi- noch ein Singlecardplay.
Wer kennt sie nicht, die erfolgreichste Quizshow im deutschen Fernsehen, die Günther Jauch zu einem der bekanntesten Moderatoren gemacht hat: Wer wird Millionär.
Für alle, die diesen Meilenstein der sog. Familienunterhaltungswelle, die derzeit durch die Fernsehleitungen schwappt, nicht kennen, hier das Grundkonzept kurz zusammen gefasst:
Jede Woche spielen mehrere Personen um jeweils eine Summe von 1 Million Euro. Wie viel sie von dieser für sie vorgesehenen Million abbekommen, hängt davon ab, wie viele der 15 Fragen sie richtig beantworten, denn nach einer falschen (Multiple Choice) Antwort ist Schluss. Und, wie sollte es auch anders sein, erscheinen seit einigen Jahren schon Wer wird Millionär-Spiele für diverse Plattformen, und jetzt gibt es auch das erste Spiel für den DS. Das Konzept der Serie wurde dabei ohne große abstriche übernommen. Nacheinander beantwortet Ihr alle 15 Fragen, bekommt Hilfe von den 3 bekannten Jokern (Publikum, Telefon, 50:50) und am Ende des Spiels steht die Millionenfrage. Dann ist das Spiel zu Ende.
Kann man bei so einem Spiel wirklich viel erwarten? Nein. Denn trotz der zahlreichen Fragen, der teilweise vorhandenen Sprachausgabe und der einfachen Touchscreensteuerung handelt es sich bei "Wer wird Millionär: 1. Edition" um ein Handy-Spiel für den Nintendo DS, das nicht annährend an das Flair der Fernsehserie heranreicht. Ob und wie man das Spiel hätte besser machen können, ist schleierhaft, aber sicher ist, dass, durch die Originalstimme des Moderators, zumindest die B-Note etwas angehoben werden könnte.
Apropos Originalstimme, die ist in der englischen und französischen Version enthalten (ebenfalls auf der Cardridge), sogar die Begrüßung kommt per Video mit dem original Moderator der Sendung, mit einem DS in der Hand.
In der deutschen Version fehlt dieses Video komplett, genau so wie die Stimme von Jauch, was dem Spiel jegliche Atmosphäre nimmt. Da hilft es auch nichts, dass die Hintergrundmusik aus der Quiz-Show übernommen wurde. Allerdings ist es nicht so schlimm, dass die Stimme im Spiel eine andere ist, denn die Fragen werden nicht vorgelesen, was allerdings auch an dem eingeschränkten Speicherplatz auf der Cardridge für den DS liegen kann. Die richtig/falsch Übergangssprüche sind jedes mal die selben, und die Spannungspausen, die der Moderator lässt (zum Beispiel: "Sie hatten gerade 500€… und…") gehen einem nach kurzer Zeit auf die Nerven, weil man möglichst schnell zur nächsten Frage kommen möchte.
"Was ist an Michael Jackson noch echt?", "Was rauscht?"
"Zur nächsten Frage", ein guter Übergang. Die Fragen im Spiel sind sehr Zahlreich und man dürfte einige male Anfangen können, ohne die gleichen Fragen aufgetischt zu bekommen, da diese nach dem Zufallsprinzip für die jeweilige "Preisklasse" ausgewählt werden, lässt sich die Wiederholung nicht vermeiden. Die ersten vier Fragen sind relativ einfach, aber schon bei der 500 € Frage, also vor der ersten "Stufe", wird es schon happig. Zudem sind die Fragen teilweise etwas seltsam gestellt, bestes Beispiel ist hier: "Was rauscht?" Zur Auswahl stehen hier: Tagfeier, Morgenmesse, Abendkleid oder Nachtball. Die Antwort war, zumindest in meinem Fall, "Was?". Ich habe am Ende getippt, und es war "Nachtball". Ein Nachtball rauscht? Hä?
Zur Lösung der Fragen bleibt natürlich noch die Alternative der Joker, die wohlbekannten Telefon, Publikums und 50:50 Joker.
Der Publikumsjoker bringt die allseits bekannten Balken auf den (oberen) Bildschirm, woran Ihr dann ablesen könnt, welche Antwort das virtuelle Publikum für richtig hält.
Der Telefonjoker bringt 4 Auswahlmöglichkeiten auf den Bildschirm, von denen jede 3 bestimmte Themengebiete zur Auswahl hat - allerdings fast nie die Gebiete, die Ihr benötigt. Der 50:50 Joker ist allerdings der Einzige, der seine Arbeit ohne Kritik erfüllt. Bei den anderen Jokern habt Ihr relativ schnell raus, ob euch der Joker die falsche Antwort gibt oder nicht. Wie Ihr die einzelnen Ergebnisse erkennen und deuten könnt verrate ich natürlich nicht.
Eine abschließende Ernüchterung ist, dass das Spiel in keiner Weise auf eure Leistungen eingeht. Wenn Ihr die 15 Fragen bis zur Million geschafft habt, kommt vom Moderator ein kleiner Kommentar, das gleiche Fenster wie bei allen anderen "Enden", nur halt mit einer anderen Zahl, und das war's. Dann könnt Ihr das Spiel wieder von vorn anfangen. Eine Highscore ist nicht vorhanden.Grafisch ist der Titel nicht erwähnenswürdig, auf dem unteren Bildschirm gibt es die Frage mit den Antwortmöglichkeiten und die 3 Joker, oben Thront das "Wer wird Millionär" Logo, euer Spielername (immer "Spieler 1" oder "Spieler 2") sowie die bekannte Auflistung der Geldstufen (50,100,200,500…).
Soundtechnisch steckt etwas mehr drin, die Sprache ist klar, wenn auch unnötig, und es wurde das Originalhintergrundlied der Show im Spiel verwendet. Anderer Sound ist nicht vorhanden. Das Spiel ist so gesehen sehr Spartanisch ausgestattet.
Ein Multiplayermodus ist in Ansätzen vorhanden, allerdings nur mit einer einzigen Konsole. Den zwei Spielern werden abwechselnd dieselben Schwierigkeitsgrade gestellt, also Spieler1-50, Spieler2-50, Spieler1-100… und so weiter. Die Drahtlosverbindung wird nicht genutzt, also gibt es weder ein Multi- noch ein Singlecardplay.
Aljoscha Reuther meint...
Mir ist klar, dass man "Wer wird Millionär" nicht als Actiongeladenes Grafikfeuerwerk auf den DS bringen kann, aber diese große Handyspiel-Version mit Stimme ist wirklich mehr als dürftig. Das spiel hatte ich innerhalb von 25 Minuten "durch", und das nur, weil ich mehrmals neu Anfangen musste. Kein gutes Spiel, wenn auch viele Fragen drin sind. Und: Wo ist Jauch?
Mir ist klar, dass man "Wer wird Millionär" nicht als Actiongeladenes Grafikfeuerwerk auf den DS bringen kann, aber diese große Handyspiel-Version mit Stimme ist wirklich mehr als dürftig. Das spiel hatte ich innerhalb von 25 Minuten "durch", und das nur, weil ich mehrmals neu Anfangen musste. Kein gutes Spiel, wenn auch viele Fragen drin sind. Und: Wo ist Jauch?

GRAFIK
Selbst ein Flashspiel könnte eine bessere Präsentation abliefern
Selbst ein Flashspiel könnte eine bessere Präsentation abliefern

SOUND
Es gibt eine Sprachausgabe, aber wo ist denn Jauch bitte?
Es gibt eine Sprachausgabe, aber wo ist denn Jauch bitte?

BEDIENUNG
Man sucht sich eine Antwort aus und Tippt drauf. Eine wahre Innovationsbombe.
Man sucht sich eine Antwort aus und Tippt drauf. Eine wahre Innovationsbombe.

UMFANG
viele Fragen aus vielen Wissensgebieten, der Multiplayer ist allerdings Schrottreif
viele Fragen aus vielen Wissensgebieten, der Multiplayer ist allerdings Schrottreif
SPIELSPASS
Ratespiel, das sowohl auf eine gute Präsentation als auch auf Jauch verzichten muss
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Ratespiel, das sowohl auf eine gute Präsentation als auch auf Jauch verzichten muss
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel