Super Mario Galaxy
Artikel verfasst von Heiko Ellinger am 27.11.2007
Zum Start des Nintendo 64 verzückte Nintendo vor vielen Jahren die Massen mit dem ersten dreidimensionalen Abenteuer des Firmenmaskottchens Mario. Mit „Super Mario 64“ gelang aber nicht nur das Debüt innerhalb der dritten Dimension, sondern ebenso ein echter Meilenstein in der Geschichte der Videospiele. Die Freiheit, Mario in alle Richtungen bewegen zu können, wo man zuvor in platte Zweidimensionalität gefangen war, beeindruckte jeden Spieler, der Analog-Stick wurde so zum neuen besten Freund der Nintendo-Fans.
Odyssee bis in den Weltraum…
Einige Jahre später befinden wir uns auf der Spaceworld, der hauseigenen Nintendo-Messe. Hier zeigt Nintendo einen Trailer mit 128 Marios, die über eine Kugel laufen. Heute wissen wir, dass dies nur unwesentlich den Grundstein für „Super Mario Galaxy“ gelegt hat. Stattdessen erschien auf dem GameCube ein Titel mit Urlaubsflair, „Super Mario Sunshine“. Nicht der grandiose Nachfolger, auf den man seit „Super Mario 64“ gewartet hatte, sondern lediglich ein guter Titel und damit schon fast zu wenig für die große Anhängerschaft des Klempners.

Auf die Geschichte gehen wir an dieser Stelle nur kurz ein, denn es gibt genug zu schreiben, wenn man das Phänomen „Super Mario Galaxy“ in Worte fassen möchte, ohne sich intensiv mit Einzelheiten aus der Story zu befassen. Ein weiteres Mal schnappt sich der fiese Bowser Marios engste Freundin, Prinzessin Peach. Schauplatz ist im neuen Abenteuer allerdings nicht das Pilzkönigreich, sondern die große weite Welt des Alls. So verfolgt Ihr Bowser durch zahlreiche Galaxien, um mit Hilfe der wunderschönen Rosalina die geliebte Prinzessin erneut retten zu können.
Wanderer zwischen den Welten
Eines haben alle 3D-Abenteuer Marios gemeinsam. Ein zentraler Angelpunkt vereint die einzelnen Welten zu einem großen Ganzen. War dies in „Super Mario 64“ noch das Schloss von Prinzessin Peach im Pilzkönigreich, fanden wir uns in „Super Mario Sunshine“ regelmäßig auf der Urlaubsinsel Isla Delfino wieder. Im neuen Teil übernimmt die Sternenwarte von Rosalina diese Aufgabe. Von hier aus starten wir unsere Expeditionen in die einzelnen Galaxien. Einzelne Galaxien besuchen wir mehrmals, haben dann aber neue Aufgaben zu erledigen. Auch das kennt man aus den Vorgängern ebenso wie das ultimative Ziel, insgesamt 120 Sterne zu finden. Denn für jede abgeschlossene Aufgabe bekommt Ihr solch eine glänzende Belohnung und kommt Eurem Ziel ein Stück näher. Um Bowser zu besiegen und die Prinzessin zu retten, reichen sogar 60 Sterne.

Neben den großen Galaxien, in denen es mehrere Aufgaben zu erledigen gibt, warten noch weitere kleinere Episoden auf Euch. In Geschicklichkeits-Levels reicht es, wenn man ans Ziel kommt, was bisweilen auf Grund von beweglichen Plattformen, Löchern im Boden oder weiteren Gemeinheiten allerdings leichter gesagt als getan ist. Außerdem treffen wir regelmäßig auf Bowser und seine Schergen und auch hier bekommen wir weitere Sterne. Jeden Abschnitt des Spiels können wir natürlich nach Lust und Laune wieder aufsuchen, dann aber ohne die Möglichkeit auf einen weiteren Stern.
Mario steht Kopf
Das Leveldesign profitiert natürlich deutlich von der neuen Spielumgebung. Die Weiten des Weltalls erlauben es Mario beispielsweise an vielen Stellen des Spiels kopfüber seinen Weg fortzusetzen. So erreicht das Spiel ein völlig neues Ausmaß an Beweglichkeit, fast schon vergleichbar mit dem damaligen Sprung von der Zweidimensionalität in die dritte Dimension. EAD Tokyo hat sich aber nicht nur auf den Effekt dieses neuen Elements verlassen, sondern weit mehr Spielinhalte eingebaut. So gibt es auch klassische Hüpfelemente, Unterwasser-Abschnitte und abwechslungsreiche Landschaften, obwohl wir uns im Weltall aufhalten.
Die einzelnen Galaxien sind in mehrere kleine Planeten aufgeteilt. Wirklich große Umgebungen, wie man sie noch aus „Super Mario 64“ kennt, sucht man vergebens. Um dabei die Orientierung im All nicht zu verlieren, setzte Nintendo auf einen eher linearen Aufbau der Galaxien. Zumeist kommt man automatisch zum Ziel, wenn man dem einzig möglichen Weg konsequent folgt. Die damit verbundene Einschränkung der Freiheit nimmt man da liebend gerne in Kauf.

Als Bienen-Mario etwa fliegt Ihr über Abgründe und erreicht höher gelegene Ebenen. Das kühle Nass eines Sees oder Wasserfalls liegt der Biene allerdings überhaupt nicht. Hier gilt es, ganz besonders aufzupassen. Alle Verwandlungen möchten wir an dieser Stelle natürlich nicht verraten, es sei aber noch erwähnt, dass auch die beliebte Feuerblume wieder mit von der Partie ist. Darüber hinaus könnt Ihr Euch über einen Kraftpilz freuen, der Euch die doppelte Anzahl an Kraftpunkten gewährt. Dies wird zwar nur selten benötigt, ist aber angesichts der Tatsache, dass Ihr bei normaler Kraft nach drei Treffern das Zeitliche segnet, sicherlich vor allem für weniger geübte Spieler sinnvoll.
Die Münzen verlieren mit dem neusten Abenteuer etwas an Bedeutung und sind nur noch für die Lebensenergie und für das Erreichen eines Extralebens notwendig. Ein neues Item ist mit dem Sternenstaub dagegen hinzugekommen. In 50er Schritten sammelt Ihr hier Extraleben, außerdem können die Lumas, so die Sternenwesen, mit dem Sternenstaub neue Galaxien erschaffen. Es ist also von großer Wichtigkeit, soviel Sternenstaub wie möglich einzusammeln, was praktischerweise mit der Wii-Fernbedienung auch aus großer Entfernung funktioniert. Ihr könnt zwar auch auf das klassische Einsammeln zurückgreifen, der Wii-Pointer in Form eines Sterns erledigt dies allerdings schneller und wie bereits erwähnt auch, wenn sich Mario nicht einmal in der Nähe des Sternenstaubs befindet.
Spielerisch wertvoll
„Super Mario Galaxy“ versetzt den Spieler ein ums andere Mal in Verzückung. Dafür sorgt die fast perfekte Spielbarkeit, das herausragende Leveldesign und nicht zuletzt auch die gelungene technische Seite des Titels – sonst häufig ein Manko bei der aktuellen Generation der Wii-Spiele.

Eine noch weit höhere Qualität erreicht die Sounduntermalung des Titels. Während die Soundeffekte den üblichen Super Mario-Geschmack treffen, begeistert vor allem der orchestrale Soundtrack. Melodisch wundervolle neue Stücke wurden mit echten Klassikern gepaart, sei dies nun aus dem Erstling vom NES oder dem grandiosen „Super Mario Bros. 3“. Fans der alten Spiele werden also die eine oder andere Erinnerung auffrischen können. Besonders toll: Die neuen Lieder stehen den Klassikern in Nichts nach und liefern somit den wohl besten Soundtrack der Videospielgeschichte.
Schwingen, schießen, zeigen
Die Steuerung von „Super Mario Galaxy“ funktioniert größtenteils problemlos. Der Richtungs- und teilweise Gravitationswechsel kann zwar für Verwirrung beim Spieler sorgen, aber erstens sollte das nur ein kurz andauernder Zustand sein und zweitens hat man mit dem Analog-Stick des Nunchuck Mario jederzeit im Griff. Die Kamera justiert sich in der Regel automatisch und bereitet nur sehr selten kleinere Probleme. Dann kann allerdings Nachjustieren über das Steuerkreuz der Fernbedienung Abhilfe schaffen.
Mit kleineren Schwungbewegungen kann Mario eine Drehattacke ausführen. Schwachen Gegnern macht man damit bereits den Gar aus, stärkere Widersacher sollten aber zumindest für kurze Zeit benommen umhertaumeln und so ein leichtes Sprungziel abgeben. Nebenbei beherrscht Mario auf im Weltall viele bekannte Bewegungen wie die Stampfattacke, den Wandsprung oder den Dreifachsprung. An Ranken oder Sternenringen kommt Ihr durch Schütteln der Fernbedienung weiter. Blaue Greifsterne lassen Euch per Knopfdruck haften. So überwindet Ihr größere Entfernungen zwischen zwei Planeten. Das Ganze erinnert dabei ein wenig an das Schwingen an einer Liane, nur dass wir uns im kalten Weltraum befinden.

Im Spiel gibt es außerdem die Möglichkeit, sich eine Übersicht über die erreichte Anzahl an Sternen anzeigen zu lassen. Diese Liste könnt Ihr als Foto sogar auf Eure Wii-Pinnwand heften oder an Freunde über das Internet versenden.
Heiko Ellinger meint...
„Super Mario Galaxy“ ist der absolute Wahnsinn. Perfektes Leveldesign, eine Galaxie voller Ideen und das schönste Weltall aller Zeiten. Zu einem großen Ganzen vereint ergibt dies eines der besten Spiele aller Zeiten, einen Hochgenuss für Freunde von gehobener Spielkultur und den derzeit mit Abstand besten Wii-Titel.
„Super Mario Galaxy“ ist der absolute Wahnsinn. Perfektes Leveldesign, eine Galaxie voller Ideen und das schönste Weltall aller Zeiten. Zu einem großen Ganzen vereint ergibt dies eines der besten Spiele aller Zeiten, einen Hochgenuss für Freunde von gehobener Spielkultur und den derzeit mit Abstand besten Wii-Titel.

GRAFIK
wundervolle Welten
wundervolle Welten

SOUND
tolle Hintergrundmusik
tolle Hintergrundmusik

BEDIENUNG
Ob oben oder unten, alles im Griff
Ob oben oder unten, alles im Griff

UMFANG
viele Welten, Geheimnisse
viele Welten, Geheimnisse
SPIELSPASS
Der beste Klempner aller Zeiten!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Der beste Klempner aller Zeiten!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel