Think - Training für den Kopf
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 12.11.2007
Pimp my Brain
Mit „Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging“ animierte Nintendo unzählige Menschen aus aller Welt dazu, ihre mentalen Fähigkeiten virtuell zu trainieren. Mittlerweile sind Gehirn-Trainer und das Genre der Edutainment-Produkte gar nicht mehr aus der Videospiel-Industrie wegzudenken. Immer mehr Entwickler und Publisher setzen auf diese Sparte, so wie nun auch die deutsche Spieleschmiede Independet Arts Software mit „THINK – Training für den Kopf“.
Empfangen werdet Ihr im Hauptmenü von einem Comic-Professor, der zwar anscheinend keinen Namen hat, dafür aber sofort euren wissen möchte. Erfüllt ihm diesen Wunsch und legt somit eine persönliche Datei an. Insgesamt gibt es vier Speicherplätze, womit auch andere Familienmitglieder und Freunde bedenkenlos zu diesem Gehirntrainer greifen können, ohne eure Ergebnisse zu verfälschen.
Beim Spielen wird der Nintendo DS wie ein Buch gehalten, wobei auf der einen Seite die Aufgabenstellung steht und auf der anderen Platz für die Lösung ist. Natürlich gibt es auch Einstellungen für Linkshänder, die den Handheld danach einfach umdrehen müssen, um mit den Übungen zu beginnen. Dabei ist es Euch selbst überlassen, ob Ihr erst einmal locker mit dem Training beginnt oder euer Gehirn direkt bei einem Test Höchstleistungen vollbringen lasst.
Marathonlauf für euer Gehirn
Die Trainingseinheiten sind übersichtlich in die sechs Oberbereiche Sprache, Gedächtnis, Mathematik, räumliches Denken, Auffassung und Logik unterteilt. Jeder dieser Bereiche gliedert sich dann noch einmal in Aufgabentypen, die als Module bezeichnet werden. So steht bei der Mathematik neben dem Kopfrechnen auch das Berichtigen von Formeln oder das Lösen von Zahlenpyramiden auf dem Programm. Es werden also alle wichtigen Bereiche mit Aufgaben abgedeckt, die nicht nur sinnvoll, sondern auch vielseitig sind. Ihr dirigiert Mäuse durch Labyrinthe, ordnet Wörter in passende Kategorien ein oder knackt Codes, mit denen sich sonst nur Experten des FBI rumschlagen.
Fühlt Ihr Euch so, als könnte euer Gehirn einen Marathon laufen, solltet Ihr das gleich mal unter Beweis stellen. Marathon ist nämlich eine Art der Tests, die sich sonst auch noch als Sprint und Olympiade angehen lassen. Inhaltlich ändert sich dabei nichts, sondern nur die Anzahl an Oberbereichen und Modulen, die abgefragt werden. So schlagt Ihr Euch durch eine Reihe von Aufgaben, deren Schwierigkeitsgrad sich eurem Niveau anpasst. Am Ende unterrichtet Euch der Professor dann über eure Leistungen, wobei entweder Glückwünsche oder die Empfehlung von weiteren Trainingseinheiten auf Euch warten.
Sollte der Gelehrte Euch eines Tages nur noch mit Lob und Anerkennung überschütten, wird es Zeit, auch reale Menschen von eurer geistigen Größe zu überzeugen. Ladet also einfach mal bis zu drei Freunde ein und messt Euch mit ihnen im Mehrspieler-Modus. Bei diesem wird der Nintendo DS herumgereicht und alle Mitspieler lösen nacheinander Tests, wobei auch wieder zwischen Sprint, Marathon und Olympiade gewählt werden darf. Schade ist zwar, dass es keine Modi für mehrere Geräte gibt, aber auch so sind die Mehrspieler-Tests eine spannende Angelegenheit
Dürftige Auswertung
Während „THINK“ in Sachen Aufgaben und Modi überzeugen kann, gibt es abseits davon einige Versäumnisse. So beschränken sich die Statistiken lediglich auf eine Bewertung zwischen 40 und 165 Punkten. Genauere Angaben werden nicht gemacht. Außerdem lässt sich der Lernfortschritt nicht verfolgen und es wird schmerzlich die Möglichkeit vermisst, sich seine Fehler genau auflisten zu lassen. Somit dienen die Statistiken nur einer groben Übersicht des momentanen Leitungslevels, eine wirkliche Hilfe für gezieltes Lernen sind sie aber nicht.
Ein weiteres Problem besteht bei der Schrifterkennung. Während andere Gehirn-Trainer das Schreiben von ganzen Wörtern erlauben wird hierbei eine genaue Eingabe von Buchstaben in Felder verlangt. Das ist nicht wirklich gravierend – dass Buchstaben oft nicht erkannt werden aber schon. So verliert Ihr beim Schreiben wertvolle Zeit, die sich dann auch in der Auswertung bemerkbar macht. Zum Glück verlangen aber nur wenige Aufgaben Schrift, während Ihr bei den meisten nur Lösungen antippen oder Linien ziehen müsst, was beides problemlos abläuft.
In technischer Hinsicht begnügt sich dieses Edutainment-Produkt mit einer sehr einfachen Darstellung, was bei diesem Genre aber auch Gang und Gebe ist. Schließlich geht es einzig und allein um Übersichtlichkeit. Negativer als die Optik fällt eh die musikalische Untermalung auf, die nicht nur monoton ist, sondern mit der Zeit auch an den Nerven zerrt. Früher oder später wird der Lautstärkeregler also auf Null gedreht werden - aber bei Stille lässt es sich bekanntlich ja eh besser lernen.
Mit „Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging“ animierte Nintendo unzählige Menschen aus aller Welt dazu, ihre mentalen Fähigkeiten virtuell zu trainieren. Mittlerweile sind Gehirn-Trainer und das Genre der Edutainment-Produkte gar nicht mehr aus der Videospiel-Industrie wegzudenken. Immer mehr Entwickler und Publisher setzen auf diese Sparte, so wie nun auch die deutsche Spieleschmiede Independet Arts Software mit „THINK – Training für den Kopf“.
Empfangen werdet Ihr im Hauptmenü von einem Comic-Professor, der zwar anscheinend keinen Namen hat, dafür aber sofort euren wissen möchte. Erfüllt ihm diesen Wunsch und legt somit eine persönliche Datei an. Insgesamt gibt es vier Speicherplätze, womit auch andere Familienmitglieder und Freunde bedenkenlos zu diesem Gehirntrainer greifen können, ohne eure Ergebnisse zu verfälschen.
Beim Spielen wird der Nintendo DS wie ein Buch gehalten, wobei auf der einen Seite die Aufgabenstellung steht und auf der anderen Platz für die Lösung ist. Natürlich gibt es auch Einstellungen für Linkshänder, die den Handheld danach einfach umdrehen müssen, um mit den Übungen zu beginnen. Dabei ist es Euch selbst überlassen, ob Ihr erst einmal locker mit dem Training beginnt oder euer Gehirn direkt bei einem Test Höchstleistungen vollbringen lasst.
Marathonlauf für euer Gehirn
Die Trainingseinheiten sind übersichtlich in die sechs Oberbereiche Sprache, Gedächtnis, Mathematik, räumliches Denken, Auffassung und Logik unterteilt. Jeder dieser Bereiche gliedert sich dann noch einmal in Aufgabentypen, die als Module bezeichnet werden. So steht bei der Mathematik neben dem Kopfrechnen auch das Berichtigen von Formeln oder das Lösen von Zahlenpyramiden auf dem Programm. Es werden also alle wichtigen Bereiche mit Aufgaben abgedeckt, die nicht nur sinnvoll, sondern auch vielseitig sind. Ihr dirigiert Mäuse durch Labyrinthe, ordnet Wörter in passende Kategorien ein oder knackt Codes, mit denen sich sonst nur Experten des FBI rumschlagen.
Fühlt Ihr Euch so, als könnte euer Gehirn einen Marathon laufen, solltet Ihr das gleich mal unter Beweis stellen. Marathon ist nämlich eine Art der Tests, die sich sonst auch noch als Sprint und Olympiade angehen lassen. Inhaltlich ändert sich dabei nichts, sondern nur die Anzahl an Oberbereichen und Modulen, die abgefragt werden. So schlagt Ihr Euch durch eine Reihe von Aufgaben, deren Schwierigkeitsgrad sich eurem Niveau anpasst. Am Ende unterrichtet Euch der Professor dann über eure Leistungen, wobei entweder Glückwünsche oder die Empfehlung von weiteren Trainingseinheiten auf Euch warten.
Sollte der Gelehrte Euch eines Tages nur noch mit Lob und Anerkennung überschütten, wird es Zeit, auch reale Menschen von eurer geistigen Größe zu überzeugen. Ladet also einfach mal bis zu drei Freunde ein und messt Euch mit ihnen im Mehrspieler-Modus. Bei diesem wird der Nintendo DS herumgereicht und alle Mitspieler lösen nacheinander Tests, wobei auch wieder zwischen Sprint, Marathon und Olympiade gewählt werden darf. Schade ist zwar, dass es keine Modi für mehrere Geräte gibt, aber auch so sind die Mehrspieler-Tests eine spannende Angelegenheit
Dürftige Auswertung
Während „THINK“ in Sachen Aufgaben und Modi überzeugen kann, gibt es abseits davon einige Versäumnisse. So beschränken sich die Statistiken lediglich auf eine Bewertung zwischen 40 und 165 Punkten. Genauere Angaben werden nicht gemacht. Außerdem lässt sich der Lernfortschritt nicht verfolgen und es wird schmerzlich die Möglichkeit vermisst, sich seine Fehler genau auflisten zu lassen. Somit dienen die Statistiken nur einer groben Übersicht des momentanen Leitungslevels, eine wirkliche Hilfe für gezieltes Lernen sind sie aber nicht.
Ein weiteres Problem besteht bei der Schrifterkennung. Während andere Gehirn-Trainer das Schreiben von ganzen Wörtern erlauben wird hierbei eine genaue Eingabe von Buchstaben in Felder verlangt. Das ist nicht wirklich gravierend – dass Buchstaben oft nicht erkannt werden aber schon. So verliert Ihr beim Schreiben wertvolle Zeit, die sich dann auch in der Auswertung bemerkbar macht. Zum Glück verlangen aber nur wenige Aufgaben Schrift, während Ihr bei den meisten nur Lösungen antippen oder Linien ziehen müsst, was beides problemlos abläuft.
In technischer Hinsicht begnügt sich dieses Edutainment-Produkt mit einer sehr einfachen Darstellung, was bei diesem Genre aber auch Gang und Gebe ist. Schließlich geht es einzig und allein um Übersichtlichkeit. Negativer als die Optik fällt eh die musikalische Untermalung auf, die nicht nur monoton ist, sondern mit der Zeit auch an den Nerven zerrt. Früher oder später wird der Lautstärkeregler also auf Null gedreht werden - aber bei Stille lässt es sich bekanntlich ja eh besser lernen.
Sascha Geldermann meint...
„THINK“ wird euer Gehirn mit 18 Aufgabentypen aus sechs Bereichen auf Vordermann bringen. Neben dem bloßen Training warten auch Tests auf Euch, bei denen Ihr euer Denkvermögen sogar mit dem dreier Mitspieler messen dürft. Aufgrund undetaillierter Statistiken und der nicht ganz optimalen Schrifterkennung kann dieser Gehirn-Trainer mit den meisten Konkurrenz-Produkten aber dennoch nicht Schritt halten.
„THINK“ wird euer Gehirn mit 18 Aufgabentypen aus sechs Bereichen auf Vordermann bringen. Neben dem bloßen Training warten auch Tests auf Euch, bei denen Ihr euer Denkvermögen sogar mit dem dreier Mitspieler messen dürft. Aufgrund undetaillierter Statistiken und der nicht ganz optimalen Schrifterkennung kann dieser Gehirn-Trainer mit den meisten Konkurrenz-Produkten aber dennoch nicht Schritt halten.

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* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
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