Die Sims 2: Gestrandet
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 10.11.2007
Reif für die Insel
Was gibt es Besseres, als eine tropische Insel, mit riesigem Strand und tollen Felsformationen, einem dichten Urwald und vor allem „Ruhe“? Das haben sich die Sims Entwickler wohl auch gedacht und schicken den Spieler im neusten Konsolenableger der „Sims“ Serie nicht in eine neue Wohngegend – sondern direkt in den Urwald, und das per See-Lieferung. Und doch bleibt alles beim alten.
Gehört und gesehen hat man diese Geschichte schon mindestens tausend Mal: Person gerät auf einen Frachter, auf hoher See gibt es einen schweren Sturm und danach findet man sich auf einer einsamen und verlassenen Insel (wie es sie natürlich zu Hauf gibt) wieder und muss versuchen, so lange wie möglich zu überleben. Dieses eigentlich schon ausgelutschte Szenario greift der neue „Sims“ Titel auf, gepaart mit dem unverkennbaren Charme der Serie.
Das Spiel startet natürlich erst einmal mit dem Erstellen eures Sims-Charakters. Ihr könnt aus insgesamt 6 verschiedenen Charaktersets auswählen, darunter Strand- Outfit und Disco-Anzug, sowie Geschlecht und Hautfarbe. Danach geht es auch schon los, nach einer kurzen Zwischensequenz findet Ihr euch an einem Strand wieder, woraufhin euch ein freundliches Tutorial (Text) begrüßt und euch in die Grundzüge des Spieles einweist. Nachdem Ihr euren Unterschlupf mit zwei herumliegenden Rohstoffen gebaut habt, wird das Spiel dann in eure Hände gegeben und das Tutorial meldet sich, wenn Ihr etwas neues findet, beispielsweise einen Stein, unter dem Ihr nach Insekten jagen könnt, die dann zur Farbgewinnung oder als Nahrungsmittel dienen können.
Zum sicheren Überleben gehören aber noch andere Dinge: mit auf der Insel gefundenen Stöcken kann zum Beispiel ein Feuer vor der Hütte des Spielers entfacht werden, mit kleinen Steinen wird ein SOS am Strand gelegt und mit dem Speer geht man auf Fischjagd.
Ich habe Feuer gemacht!
Das Feuer machen funktioniert mithilfe des Touchscreens und des Mikrofons, es muss erst das „Holz“ per Touchscreen heiß gerieben und danach die Glut mit ein paar Luftstößen in Richtung des Mikrofons zum Feuer geschürt werden. Das Feuer hält dann ca. einen Tag.
Auch bei der Fischjagd kommt der Touchscreen zum Einsatz, hier müsst Ihr rechtzeitig die Stelle auf dem Touchscreen antippen, wohin euer Charakter mit dem Speer zielen soll – abhängig von der Geschwindigkeit und Richtung, in die eure potenziellen Nahrungslieferanten schwimmen, könnte dies auch schon etwas Kniffliger werden.
Die diversen Gegenstände und Sachen, die auf eurer temporären Heimat gesammelt und gefunden werden (u.a. in Sträuchern, Büschen, Kisten oder Wracks) können, werden natürlich anderweitig verwendet, So könnt Ihr Beeren, Fische und Insekten dazu verwenden, euren Hunger zu stillen, aber auch um Bilder zu malen, Medizin herzustellen oder mit den anderen Inselbewohnern Handel treiben. Ja, es gibt andere Inselbewohner neben euch, was wäre ein Sims ohne Beziehungen, Stress und Nachbarschaftsstreit? Kein Echtes auf jeden Fall, das steht fest. Und so findet Ihr auf der Insel immer wieder Personen, die euch Helfen können, beispielsweise ist die Erste eine Ärztin, die mit einem Heißluftballon abgestürzt ist, und der Ihr ein paar Zutaten bringen müsst damit sie wieder gesund wird. Dafür gibt sie euch dann den Speer zum Fischen.
Neben den Beziehungen gibt es natürlich auch noch andere Bedürfnisse, die erfüllt werden müssen: Hygiene, Hunger, Energie, Harndrang und Komfort. Hygiene dürfte sich von selbst erklären, Ihr müsst euren Sim selbst auf einer Insel sauber halten und euch des öfteren im Meer oder einem Fluss waschen. Den Hunger stillt man am besten mit Waldfrüchten oder Fischen, später kann man sich auch seine eigene Mahlzeit über dem Feuer zubereiten – dazu müssen aber erst Rezepte auf der Insel gefunden werden. Sollte eurem Sims einmal der Vorrat an Fischen oder Früchten ausgehen, könnt Ihr auch die vorher unter einem Stein erlegten Insekten vertilgen – auf Kosten des Komforts. Den könnt Ihr durch ein besseres Haus, einen gemütlicheren Schlafplatz oder eine schmackhafte Frucht aufbessern. Die Energie lässt sich durch Schlaf wieder auffüllen. Der Harndrang erklärt sich von selbst, um ihn zu „vermindern“ müsst Ihr einfach einen Busch aufsuchen und „Benutzen“ auswählen.
Die Bedürfnisse finden sich jederzeit auf dem oberen Bildschirm, das Spielgeschehen findet auf dem Touchscreen statt. Leider ist das Spielerlebnis besonders wegen dieser Bedürfnisse leicht getrübt, da Ihr zwar immer genug zu Essen findet um euren Charakter durch den Tag zu bekommen, allerdings verhindern gerade am Anfang die vielen Abzüge bei den Mahlzeiten (beispielsweise Sinkt durch das Essen eines bestimmten Fisches der Beziehungs- und Hygienefaktor stark, bei anderen leidet der Komfort... und so weiter) und die relativ niedrige Regenerationsrate der Energie durch den Schlaf größere und sinnvollere Ausflüge durch die Inselwelt – schade. Denn die Inseln sind riesig, nicht nur dass allein die Strand Areale (allesamt unterschiedlich) jeweils knapp 10 Gebiete umfassen, je weiter Ihr im Spiel kommt, desto tiefer könnt Ihr in den Urwald gehen – und neue Gegenstände, Menschen und Orte finden. Durch die schnell sinkenden Werte wie Energie und Hunger (und die durch das Essen eingesetzten Abzüge) bleiben ausgiebige Erkundungstouren am Anfang aber aus.
Allerdings gibt es ein nützliches Feature, dass es euch erlaubt, mit Hilfe der Karte auf der Insel zu „Springen“. Dies kommt euch vor allem dann zu Gute, wenn Ihr ein Bedürfnis möglichst schnell befriedigen müsst (zum Beispiel, wenn die Blase eures Sims zum platzen voll ist und die Zeit nicht mehr reichen wird, zwei Areale weiter zu schreiten). Natürlich könnt Ihr nur Abschnitte erreichen, die Ihr zuvor schon besucht habt. Zur besseren Orientierung sind die Orte durch verschiedene Symbole gekennzeichnet, wie zum Beispiel ein Ort zum anbauen von Blumen oder Obstbäumen, oder ein Ort zum herstellen von Werkzeugen. Allerdings verliert das Erkunden der Insel, trotz abwechslungsreicher Areale, nach einiger Zeit seinen Reiz, da es mit der Zeit im Spiel eher wenig neues zu entdecken gibt und gegen Ende wird das Besuchen neu freigeschalteter Bereiche nur zum „Pflicht“-Geschäft, um das letzte Teil eines Puzzles (Gegenstände, Werkzeuge etc) zu finden.
Wenn Ihr die Insel erkundet, passiert dies im Adventure-Stil, heißt: Ihr findet euch in einem Bereich wieder und könnt, meist links und rechts, ab und an auch einmal „nach vorne“ oder „nach hinten“, den Bereich wechseln (dazu finden sich Pfeile am Boden). Dabei seht Ihr die Szenerie fast immer von der Seite, ähnlich wie in einem Jump 'n Run Spiel. Dabei könnt Ihr den Zoomwinkel verändern, also einmal auf den Sim heran zoomen oder von ihm weg. Der Bereich kann dann mit den Links/Rechts Tasten des Steuerkreuzes erkundet werden, ohne dass Ihr den Sim an die Stelle schicken müsst.
Auf der Insel herrscht ein stetiger Tag/Nacht Wechsel, während der Nacht ist die gesamte Szenerie mit einem Blaustich versehen und ein paar nette Details, wie blinkende, gelbe Augen im Dickicht des Dschungels, lassen sich finden. Euer Sim ist nicht an diesen Wechsel angepasst, schlafen muss Er/Sie nur, wenn euer Energievorrat in den kritischen Bereich sinkt. Zudem gibt es einen Wetterwechsel zwischen Regen und Sonnenschein, der aber nur leichte Statusänderungen bei eurem Sim auslöst (der Komfort sinkt etwas schneller, genau wie die Hygiene. Zudem bewegt er/sie sich langsamer). Angezeigt werden diese Wetteränderungen, die etwas häufig und spontan vorkommen, auf dem Topscreen, der immer ein Bild des aktuellen Himmels zeigt, inklusive der Tageszeit. Diese richtet sich übrigens nach dem Spiel, es ist also keine Echtzeit wie zum Beispiel bei Pokémon vorhanden. Daher kann die Spielzeit auch, wenn Ihr evtl. schneller zu einem bestimmten Punkt in einem Areal gelangen wollt, durch die linke Schultertaste verschnellert werden.
Trautes Heim, Glück allein...
Im Laufe des Spiels mausert sich Die Sims 2 – Gestrandet dann wieder zur Lebenssimulation, mit seinen typischen und fast schon charakteristischen Inhalten. So geht es nach wie vor primär darum, ein Haus zu bauen und sich mit den Inselbewohnern, also der Nachbarschaft, anzufreunden. Die Materialien dazu müssen diesmal aber nicht durch Geld herbeigeschafft werden, sondern auf der Insel zusammen gesucht werden. Je Tiefer Ihr in die Insel kommt, desto mehr Materialien für ein neues Haus oder neue Werkzeuge findet Ihr. Werkzeuge? Ja. Denn im Spiel müsst Ihr, um weiter zu kommen, bestimmte Aufgaben erfüllen, u.a. Fische beschaffen (was erst durch den Erhalt des Speers möglich wird). Eine Übersicht über die benötigten Rohstoffe – und wo diese zu finden sind, gibt das Tagebuch, dass Ihr Jederzeit in der linken oberen Hälfte des Touchscreens aufrufen könnt. Beispielsweise benötigt Ihr für ein Beil ein scharfes Metallstück und einen Stock mit Loch. Dieses Beil kann dann auf dem „Werkstein“ am Strand zusammengebaut werden. Die Besonderen „Zutaten“ für diese Werkzeuge, Gegenstände und Häuser sind an festgelegten Stellen im Spiel zu finden oder werden per Kiste an den Strand gespült, es lohnt sich also öfter, dort nachzusehen. Die Werkzeuge benötigt Ihr, um neue Bereiche der Insel freizuschalten oder ein bestimmtes Nahrungsmittel anzubauen.
Zudem ist es möglich, im Spiel, sagen wir, künstlerisch aktiv zu werden. Wenn Ihr die benötigten Bestandteile habt, könnt Ihr euch im Spiel eine Okarina (eine Art Flöte) zusammenbauen, die Ihr dann mit den Schultertasten und den Knöpfen A,B,X und Y steuern könnt. Um einen Ton aus dem Instrument zu bekommen, müsst Ihr lediglich ins Mikrofon pusten. Auf einer Leinwand könnt Ihr dann mit dem Stylus ein paar „Kunstwerke“ erschaffen, die mit Farben aus Käfern gemalt werden. Je mehr bunte Käfer Ihr habt, desto besser also.
Das primäre Ziel des Spiels ist es aber nach wie vor, irgendwie von dieser Insel zu verschwinden, und dazu stehen euch verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, zum Beispiel müsst Ihr auf der Insel kleine, handliche Steine finden, um an einer bestimmten Stelle am Strand ein „SOS“ aus diesen Steinen legen zu können. Das erkundbare Gebiet beläuft sich, so aus der im Spiel aufrufbaren Karte deutbar, auf drei große Inseln. Für ausreichend Spieldauer ist also gesorgt, also auch genügend Zeit, die wunderbare Grafik zu erleben. Ein großer Wermutstropfen sind die Minispiel- Artigen „Beschaffungsaktionen“, wie Käfer jagen oder Fischen. Hier reagiert der Touchscreen nur mit extremer Verzögerung und man muss mit dem Stylus richtig kräftig auf die gewünschte Stelle drücken, damit das Spiel Reagiert. Dies ist vor allem beim Fischen umständlich, da man hier den „Treffpunkt“ erwischen muss, an dem der Fisch vorbei schwimmt, um ihn zur richtigen Zeit zu erwischen. Im Spiel selber reagiert die Steuerung aber sehr präzise, schnell und direkt.
Grafisches Inselparadies
Wo bei der Wii-Version die Grafik ein absoluter Minuspunkt war, punktet die DS Version gleich doppelt. Die Sims 2 – Gestrandet stellt ohne Frage eines der bisherigen Grafischen Highlights der DS Spiele dar – die Insel wirkt lebendig, die Texturen sind für ein Handheld Spiel erstaunlich scharf, und man entdeckt überall kleine Details, wie Wasser plätschern oder wehende Palmenblätter im Wind. Das berühmt-berüchtigte Problem des DS, Texturen oft sehr Pixelhaft aussehen zu lassen, tritt bei diesem Spiel fast nie auf, einzig und allein manche Objekte, wie zum Beispiel die Kokosnuss, die kurz zu sehen ist, wenn sie vom Baum fällt, sind eher unschön gestaltet worden, was aber, gemessen an der Zeit, in der das Objekt sichtbar ist, durchaus verkraftbar sein kann.
Der einzige dicke Fehler in der Grafik, wenn er denn dazu zählt, sind die Animationen der Spielfigur. Diese wirken übertrieben und Hölzern, passen zudem nicht immer zu den getätigten Aktionen.
Der Sound hingegen kann als Standardkost gesehen werden, die Dschungelgeräusche sind zwar authentisch und dezent im Hintergrund gehalten, aber es fehlt an Abwechslung. Abgesehen von einigen zusätzlichen Geräuschen, wie zum Beispiel Wind oder Wassergeräusche, habt Ihr überall das selbe. Allerdings könnt Ihr euch ein Radio neben euer Heim stellen.
Die Steuerung eurer Spielfigur erfolgt komplett über den Touchscreen und bedarf eigentlich keines weiteren Kommentars, sie funktioniert gut und solide, einzig und allein die vorher angesprochenen Probleme in den Minispielen sind ein Abzug in der Benotung. Das Speichern erfolgt auf drei voneinander unabhängigen Speicherslots.
Was gibt es Besseres, als eine tropische Insel, mit riesigem Strand und tollen Felsformationen, einem dichten Urwald und vor allem „Ruhe“? Das haben sich die Sims Entwickler wohl auch gedacht und schicken den Spieler im neusten Konsolenableger der „Sims“ Serie nicht in eine neue Wohngegend – sondern direkt in den Urwald, und das per See-Lieferung. Und doch bleibt alles beim alten.
Gehört und gesehen hat man diese Geschichte schon mindestens tausend Mal: Person gerät auf einen Frachter, auf hoher See gibt es einen schweren Sturm und danach findet man sich auf einer einsamen und verlassenen Insel (wie es sie natürlich zu Hauf gibt) wieder und muss versuchen, so lange wie möglich zu überleben. Dieses eigentlich schon ausgelutschte Szenario greift der neue „Sims“ Titel auf, gepaart mit dem unverkennbaren Charme der Serie.Das Spiel startet natürlich erst einmal mit dem Erstellen eures Sims-Charakters. Ihr könnt aus insgesamt 6 verschiedenen Charaktersets auswählen, darunter Strand- Outfit und Disco-Anzug, sowie Geschlecht und Hautfarbe. Danach geht es auch schon los, nach einer kurzen Zwischensequenz findet Ihr euch an einem Strand wieder, woraufhin euch ein freundliches Tutorial (Text) begrüßt und euch in die Grundzüge des Spieles einweist. Nachdem Ihr euren Unterschlupf mit zwei herumliegenden Rohstoffen gebaut habt, wird das Spiel dann in eure Hände gegeben und das Tutorial meldet sich, wenn Ihr etwas neues findet, beispielsweise einen Stein, unter dem Ihr nach Insekten jagen könnt, die dann zur Farbgewinnung oder als Nahrungsmittel dienen können.
Zum sicheren Überleben gehören aber noch andere Dinge: mit auf der Insel gefundenen Stöcken kann zum Beispiel ein Feuer vor der Hütte des Spielers entfacht werden, mit kleinen Steinen wird ein SOS am Strand gelegt und mit dem Speer geht man auf Fischjagd.
Ich habe Feuer gemacht!
Das Feuer machen funktioniert mithilfe des Touchscreens und des Mikrofons, es muss erst das „Holz“ per Touchscreen heiß gerieben und danach die Glut mit ein paar Luftstößen in Richtung des Mikrofons zum Feuer geschürt werden. Das Feuer hält dann ca. einen Tag.
Auch bei der Fischjagd kommt der Touchscreen zum Einsatz, hier müsst Ihr rechtzeitig die Stelle auf dem Touchscreen antippen, wohin euer Charakter mit dem Speer zielen soll – abhängig von der Geschwindigkeit und Richtung, in die eure potenziellen Nahrungslieferanten schwimmen, könnte dies auch schon etwas Kniffliger werden.
Die diversen Gegenstände und Sachen, die auf eurer temporären Heimat gesammelt und gefunden werden (u.a. in Sträuchern, Büschen, Kisten oder Wracks) können, werden natürlich anderweitig verwendet, So könnt Ihr Beeren, Fische und Insekten dazu verwenden, euren Hunger zu stillen, aber auch um Bilder zu malen, Medizin herzustellen oder mit den anderen Inselbewohnern Handel treiben. Ja, es gibt andere Inselbewohner neben euch, was wäre ein Sims ohne Beziehungen, Stress und Nachbarschaftsstreit? Kein Echtes auf jeden Fall, das steht fest. Und so findet Ihr auf der Insel immer wieder Personen, die euch Helfen können, beispielsweise ist die Erste eine Ärztin, die mit einem Heißluftballon abgestürzt ist, und der Ihr ein paar Zutaten bringen müsst damit sie wieder gesund wird. Dafür gibt sie euch dann den Speer zum Fischen.Neben den Beziehungen gibt es natürlich auch noch andere Bedürfnisse, die erfüllt werden müssen: Hygiene, Hunger, Energie, Harndrang und Komfort. Hygiene dürfte sich von selbst erklären, Ihr müsst euren Sim selbst auf einer Insel sauber halten und euch des öfteren im Meer oder einem Fluss waschen. Den Hunger stillt man am besten mit Waldfrüchten oder Fischen, später kann man sich auch seine eigene Mahlzeit über dem Feuer zubereiten – dazu müssen aber erst Rezepte auf der Insel gefunden werden. Sollte eurem Sims einmal der Vorrat an Fischen oder Früchten ausgehen, könnt Ihr auch die vorher unter einem Stein erlegten Insekten vertilgen – auf Kosten des Komforts. Den könnt Ihr durch ein besseres Haus, einen gemütlicheren Schlafplatz oder eine schmackhafte Frucht aufbessern. Die Energie lässt sich durch Schlaf wieder auffüllen. Der Harndrang erklärt sich von selbst, um ihn zu „vermindern“ müsst Ihr einfach einen Busch aufsuchen und „Benutzen“ auswählen.
Die Bedürfnisse finden sich jederzeit auf dem oberen Bildschirm, das Spielgeschehen findet auf dem Touchscreen statt. Leider ist das Spielerlebnis besonders wegen dieser Bedürfnisse leicht getrübt, da Ihr zwar immer genug zu Essen findet um euren Charakter durch den Tag zu bekommen, allerdings verhindern gerade am Anfang die vielen Abzüge bei den Mahlzeiten (beispielsweise Sinkt durch das Essen eines bestimmten Fisches der Beziehungs- und Hygienefaktor stark, bei anderen leidet der Komfort... und so weiter) und die relativ niedrige Regenerationsrate der Energie durch den Schlaf größere und sinnvollere Ausflüge durch die Inselwelt – schade. Denn die Inseln sind riesig, nicht nur dass allein die Strand Areale (allesamt unterschiedlich) jeweils knapp 10 Gebiete umfassen, je weiter Ihr im Spiel kommt, desto tiefer könnt Ihr in den Urwald gehen – und neue Gegenstände, Menschen und Orte finden. Durch die schnell sinkenden Werte wie Energie und Hunger (und die durch das Essen eingesetzten Abzüge) bleiben ausgiebige Erkundungstouren am Anfang aber aus.
Allerdings gibt es ein nützliches Feature, dass es euch erlaubt, mit Hilfe der Karte auf der Insel zu „Springen“. Dies kommt euch vor allem dann zu Gute, wenn Ihr ein Bedürfnis möglichst schnell befriedigen müsst (zum Beispiel, wenn die Blase eures Sims zum platzen voll ist und die Zeit nicht mehr reichen wird, zwei Areale weiter zu schreiten). Natürlich könnt Ihr nur Abschnitte erreichen, die Ihr zuvor schon besucht habt. Zur besseren Orientierung sind die Orte durch verschiedene Symbole gekennzeichnet, wie zum Beispiel ein Ort zum anbauen von Blumen oder Obstbäumen, oder ein Ort zum herstellen von Werkzeugen. Allerdings verliert das Erkunden der Insel, trotz abwechslungsreicher Areale, nach einiger Zeit seinen Reiz, da es mit der Zeit im Spiel eher wenig neues zu entdecken gibt und gegen Ende wird das Besuchen neu freigeschalteter Bereiche nur zum „Pflicht“-Geschäft, um das letzte Teil eines Puzzles (Gegenstände, Werkzeuge etc) zu finden.Wenn Ihr die Insel erkundet, passiert dies im Adventure-Stil, heißt: Ihr findet euch in einem Bereich wieder und könnt, meist links und rechts, ab und an auch einmal „nach vorne“ oder „nach hinten“, den Bereich wechseln (dazu finden sich Pfeile am Boden). Dabei seht Ihr die Szenerie fast immer von der Seite, ähnlich wie in einem Jump 'n Run Spiel. Dabei könnt Ihr den Zoomwinkel verändern, also einmal auf den Sim heran zoomen oder von ihm weg. Der Bereich kann dann mit den Links/Rechts Tasten des Steuerkreuzes erkundet werden, ohne dass Ihr den Sim an die Stelle schicken müsst.
Auf der Insel herrscht ein stetiger Tag/Nacht Wechsel, während der Nacht ist die gesamte Szenerie mit einem Blaustich versehen und ein paar nette Details, wie blinkende, gelbe Augen im Dickicht des Dschungels, lassen sich finden. Euer Sim ist nicht an diesen Wechsel angepasst, schlafen muss Er/Sie nur, wenn euer Energievorrat in den kritischen Bereich sinkt. Zudem gibt es einen Wetterwechsel zwischen Regen und Sonnenschein, der aber nur leichte Statusänderungen bei eurem Sim auslöst (der Komfort sinkt etwas schneller, genau wie die Hygiene. Zudem bewegt er/sie sich langsamer). Angezeigt werden diese Wetteränderungen, die etwas häufig und spontan vorkommen, auf dem Topscreen, der immer ein Bild des aktuellen Himmels zeigt, inklusive der Tageszeit. Diese richtet sich übrigens nach dem Spiel, es ist also keine Echtzeit wie zum Beispiel bei Pokémon vorhanden. Daher kann die Spielzeit auch, wenn Ihr evtl. schneller zu einem bestimmten Punkt in einem Areal gelangen wollt, durch die linke Schultertaste verschnellert werden.
Trautes Heim, Glück allein...
Im Laufe des Spiels mausert sich Die Sims 2 – Gestrandet dann wieder zur Lebenssimulation, mit seinen typischen und fast schon charakteristischen Inhalten. So geht es nach wie vor primär darum, ein Haus zu bauen und sich mit den Inselbewohnern, also der Nachbarschaft, anzufreunden. Die Materialien dazu müssen diesmal aber nicht durch Geld herbeigeschafft werden, sondern auf der Insel zusammen gesucht werden. Je Tiefer Ihr in die Insel kommt, desto mehr Materialien für ein neues Haus oder neue Werkzeuge findet Ihr. Werkzeuge? Ja. Denn im Spiel müsst Ihr, um weiter zu kommen, bestimmte Aufgaben erfüllen, u.a. Fische beschaffen (was erst durch den Erhalt des Speers möglich wird). Eine Übersicht über die benötigten Rohstoffe – und wo diese zu finden sind, gibt das Tagebuch, dass Ihr Jederzeit in der linken oberen Hälfte des Touchscreens aufrufen könnt. Beispielsweise benötigt Ihr für ein Beil ein scharfes Metallstück und einen Stock mit Loch. Dieses Beil kann dann auf dem „Werkstein“ am Strand zusammengebaut werden. Die Besonderen „Zutaten“ für diese Werkzeuge, Gegenstände und Häuser sind an festgelegten Stellen im Spiel zu finden oder werden per Kiste an den Strand gespült, es lohnt sich also öfter, dort nachzusehen. Die Werkzeuge benötigt Ihr, um neue Bereiche der Insel freizuschalten oder ein bestimmtes Nahrungsmittel anzubauen.
Zudem ist es möglich, im Spiel, sagen wir, künstlerisch aktiv zu werden. Wenn Ihr die benötigten Bestandteile habt, könnt Ihr euch im Spiel eine Okarina (eine Art Flöte) zusammenbauen, die Ihr dann mit den Schultertasten und den Knöpfen A,B,X und Y steuern könnt. Um einen Ton aus dem Instrument zu bekommen, müsst Ihr lediglich ins Mikrofon pusten. Auf einer Leinwand könnt Ihr dann mit dem Stylus ein paar „Kunstwerke“ erschaffen, die mit Farben aus Käfern gemalt werden. Je mehr bunte Käfer Ihr habt, desto besser also.Das primäre Ziel des Spiels ist es aber nach wie vor, irgendwie von dieser Insel zu verschwinden, und dazu stehen euch verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, zum Beispiel müsst Ihr auf der Insel kleine, handliche Steine finden, um an einer bestimmten Stelle am Strand ein „SOS“ aus diesen Steinen legen zu können. Das erkundbare Gebiet beläuft sich, so aus der im Spiel aufrufbaren Karte deutbar, auf drei große Inseln. Für ausreichend Spieldauer ist also gesorgt, also auch genügend Zeit, die wunderbare Grafik zu erleben. Ein großer Wermutstropfen sind die Minispiel- Artigen „Beschaffungsaktionen“, wie Käfer jagen oder Fischen. Hier reagiert der Touchscreen nur mit extremer Verzögerung und man muss mit dem Stylus richtig kräftig auf die gewünschte Stelle drücken, damit das Spiel Reagiert. Dies ist vor allem beim Fischen umständlich, da man hier den „Treffpunkt“ erwischen muss, an dem der Fisch vorbei schwimmt, um ihn zur richtigen Zeit zu erwischen. Im Spiel selber reagiert die Steuerung aber sehr präzise, schnell und direkt.
Grafisches Inselparadies
Wo bei der Wii-Version die Grafik ein absoluter Minuspunkt war, punktet die DS Version gleich doppelt. Die Sims 2 – Gestrandet stellt ohne Frage eines der bisherigen Grafischen Highlights der DS Spiele dar – die Insel wirkt lebendig, die Texturen sind für ein Handheld Spiel erstaunlich scharf, und man entdeckt überall kleine Details, wie Wasser plätschern oder wehende Palmenblätter im Wind. Das berühmt-berüchtigte Problem des DS, Texturen oft sehr Pixelhaft aussehen zu lassen, tritt bei diesem Spiel fast nie auf, einzig und allein manche Objekte, wie zum Beispiel die Kokosnuss, die kurz zu sehen ist, wenn sie vom Baum fällt, sind eher unschön gestaltet worden, was aber, gemessen an der Zeit, in der das Objekt sichtbar ist, durchaus verkraftbar sein kann.Der einzige dicke Fehler in der Grafik, wenn er denn dazu zählt, sind die Animationen der Spielfigur. Diese wirken übertrieben und Hölzern, passen zudem nicht immer zu den getätigten Aktionen.
Der Sound hingegen kann als Standardkost gesehen werden, die Dschungelgeräusche sind zwar authentisch und dezent im Hintergrund gehalten, aber es fehlt an Abwechslung. Abgesehen von einigen zusätzlichen Geräuschen, wie zum Beispiel Wind oder Wassergeräusche, habt Ihr überall das selbe. Allerdings könnt Ihr euch ein Radio neben euer Heim stellen.
Die Steuerung eurer Spielfigur erfolgt komplett über den Touchscreen und bedarf eigentlich keines weiteren Kommentars, sie funktioniert gut und solide, einzig und allein die vorher angesprochenen Probleme in den Minispielen sind ein Abzug in der Benotung. Das Speichern erfolgt auf drei voneinander unabhängigen Speicherslots.
Aljoscha Reuther meint...
Ich bin von Die Sims 2: Gestrandet wirklich begeistert – und das passiert selten genug, und schon gar nicht von Sims spielen. Dennoch, das Spiel gehört auf dem DS zu meinen Favoriten, und ich kann es kaum erwarten, die Insel weiter zu erkunden und mein Eigenheim zu vergrößern – Ich bin reif für die Insel!
Ich bin von Die Sims 2: Gestrandet wirklich begeistert – und das passiert selten genug, und schon gar nicht von Sims spielen. Dennoch, das Spiel gehört auf dem DS zu meinen Favoriten, und ich kann es kaum erwarten, die Insel weiter zu erkunden und mein Eigenheim zu vergrößern – Ich bin reif für die Insel!

GRAFIK
Für den DS hat das Spiel ein paar nette Grafiken parat, vor allem aber läuft das Spiel flüssig und ohne hässliche Texturmatsche abzuliefern. Allerdings sind die Animationen hässlig und hölzern.
Für den DS hat das Spiel ein paar nette Grafiken parat, vor allem aber läuft das Spiel flüssig und ohne hässliche Texturmatsche abzuliefern. Allerdings sind die Animationen hässlig und hölzern.

SOUND
Abwechslungslose Dschungelgeräusche im Hintergrund - nichts besonderes.
Abwechslungslose Dschungelgeräusche im Hintergrund - nichts besonderes.

BEDIENUNG
Insgesamt funktioniert alles, die Steuerung reagiert allerdings genau dann, wenn schnelle Reaktionen gefragt sind, langsam und träge.
Insgesamt funktioniert alles, die Steuerung reagiert allerdings genau dann, wenn schnelle Reaktionen gefragt sind, langsam und träge.

UMFANG
Gutes, lustiges Dschungelabenteuer, das einige Stunden durch viele verschiedene Bereiche und Aktionen verstreichen lassen kann. Allerdings geht alles etwas schnell.
Gutes, lustiges Dschungelabenteuer, das einige Stunden durch viele verschiedene Bereiche und Aktionen verstreichen lassen kann. Allerdings geht alles etwas schnell.
SPIELSPASS
Netter Ausflug auf die tropische Insel
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Netter Ausflug auf die tropische Insel
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel