CSI: Dark Motives
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 27.10.2007
Ich glaube, diese Leiche ist tot.
CSI (Crime Scene Investigation) ist eine der erfolgreichsten Serien in den USA – und auch in unseren Breitengraden nicht gerade unbeliebt. Kein Wunder also, dass diverse Spiele für alle möglichen Systeme erscheinen. Die Umsetzung des zweiten PC Spieles, CSI: Dark Motives, ist nun auch für den DS erschienen. Macht der Ausflug auf den Doppelbildschirm Spaß oder wird CSI nur wieder einer von vielen langweilig umgesetzten Lizenztiteln?
Mittlerweile weiß jeder, was an einem Tatort geschieht: zuerst kommt die Tat, dann kommt die Polizei, und dann kommt... CSI. Zumindest in Amerika. Die nimmt dann jeden einzelnen Stein mehrmals unter die Lupe und findet später mit den kleinsten Hinweisen den Täter – und das nahezu immer. Zumindest möchte uns das Jerry Bruckheimer mit seiner Erfolgsserie glauben machen. Damit jeder einmal in den Genuss des Verhaftens kommen kann, gibt es nun den „Interaktiven Krimi“ CSI: Dark Motives für den Nintendo DS. Ihr schlüpft dabei in die Rolle eines namenlosen Neulings bei der CSI Las Vegas, der auf der Erfolgswelle mit reiten und die Welt ein Stück besser machen will. Der erste Fall lässt natürlich nicht lange auf sich warten: Ein professioneller Stuntfahrer baut einen Unfall bei einer Stuntshow fürs Fernsehen und muss ins Krankenhaus. Verdacht: Sabotage!
Such mich, ich bin wichtig...
Kurze Zeit später gehen die Ermittlungen los, und das gestaltet sich schwerer als gedacht. Denn die nötigen Beweise wollen erst einmal gefunden werden.
Das ganze läuft dabei ab, wie im Genre-Kollegen Phoenix Wright, natürlich außerhalb des Gerichtssaals: Ihr besucht die einzelnen Tatorte und sucht dort nach Hinweisen, Gegenständen, Fingerabdrücken und Dokumenten, die Ihr dann, mit Hilfe des CSI Teams, zu einer Anklage zusammensetzt. Dabei spielen die Zeugenaussagen natürlich eine gewichtige Rolle, denn die gilt es, je nach Beweislage, auszuwerten. Falsch gedacht. Im Spiel finden sich zwar immer wieder diverse Zeugenaussagen, die auch das ganze Spiel über im oberen Bildschirm einsehbar sind, dennoch sind diese Aussagen so wertlos wie ein Mikrofon in einem Stummfilm. Ihr bekommt zwar ab und an ein oder zwei Hinweise durch eine Zeugenaussage, aber der Großteil besteht aus Abschnitten wie „Beteuert am Nachmittag keinen Streit mit seinem Chef gehabt zu haben.“ Die Hinweise hinter diesen Aussagen werden automatisch ins Spiel eingebaut, sodass man während des Spielens kaum darauf zurückgreifen muss.
Das Suchen von Beweismitteln hingegen fällt durchaus schwerer aus, denn trotz der wirklich offensichtlich kleineren Bildschirmauflösung wurden die Bilder (bzw. Ermittlungsorte) im Spiel originalgetreu aus der PC Version übernommen. Das mag auf den ersten Blick löblich erscheinen, lässt aber eine der ganz großen Schwächen des Spiels besonders heraus stechen: die Fläche der zu berührenden „Hot-Spots“ (Punkte, die auf einem Bild zu einem Hinweis führen bzw. zum Nächsten, meist näheren Abschnitt verweisen) schrumpft auf ein Minimum, ist teilweise nur wenige Pixel groß und erzwingt bei jedem Schauplatz ein pixelgenaues Absuchen des Geländes. Glücklicherweise verfärbt sich der Cursor grün, wenn man über einen dieser Hot-Spots gelangt. Diese Option kann aber netterweise abgeschaltet werden.
Der „Findungsprozess“ dieser Beweise gestaltet sich als ähnlich schwierig. Man wird zwar dezent vom Tutorial des Spiels auf das Vorhandensein eines Gegenstandes hingewiesen, jedoch ist es schwer, zu entscheiden, ob ein Beweis nun mit den Werkzeugen zur Untersuchung oder denen zur Beweisaufnahme behandelt werden soll. Das klingt zwar komisch, aber ist relativ einfach zu erklären: In den Werkzeugen zur Untersuchung finden sich drei verschiedene Möglichkeiten, Fingerabdrücke zu nehmen, ein Pinsel, eine UV-Lampe, eine Lupe und das sicher seit Phoenix Wright durchaus bekannte Luminol, das zum sichtbar machen von Blut verwendet wird. In den Werkzeugen zur Beweisaufnahme finden sich dann allerhand Möglichkeiten, den besagten Beweis irgendwie in seine Akte zu befördern. Die Möglichkeiten reichen da von Handschuhen über Wattestäbchen bis hin zu Elektrostatisch aufgeladenen Scheiben, um beispielsweise Staub-Spuren vom Tatort aufzunehmen. Die Unterteilung ist etwas misslungen, da vor allem die Fingerabdruck-Mittel sicherlich eher unter die „Beweissicherung“ fallen könnten. Abgesehen von dieser Unterteilung ist das bloße Aufnehmen eines solchen Beweises ziemlich nervig: Nehmt Ihr beispielsweise das falsche Mittel, um einen Beweis aufzunehmen (gehen wir dabei von einem Fingerabdruck aus), braucht Ihr nur in die Nähe des „Beweisfeldes“ zu kommen und werdet abrupt von eurer „Computerkollegin“ gestoppt (meist mit einem geistreichen Satz wie „Versuchen Sie etwas anderes“ oder „Ich glaube das funktioniert so nicht“.)
Das Umgehen mit den dann irgendwann erlangten Beweisen ist ebenfalls eine wahre Tortur für den Spieler. Hat er erstmal alle Beweise zusammengesucht, müssen diese auch untersucht werden. Glücklicherweise gibt es im Spiel ein On-Demand Tutorial, dass sich in den passenden Situationen meldet... oder melden sollte. Fakt ist: das Tutorial hilft wirklich exzellent bei den ersten Schritten in der Polizei... ich meine, CSI-Welt, versagt aber bei den wirklich kniffligen Dingen, wie zum Beispiel der Erklärung, wie man den netten Herrn im Labor (Greg Sanders) dazu bringen kann, ein Beweisstück in den Computer oder das Mikroskop einzulesen. Das funktioniert durch ein einfaches „Drag & Drop“ Verfahren, man nimmt sich den zu untersuchenden Beweis aus der Ablage und zieht das Icon auf den Körper von Sanders. Dieser „Schritt“ wird zwar im Handbuch erwähnt, kommt jedoch im Tutorial nicht vor. Stattdessen weist es euch bei jeder neuen Zeugenaussage in der Gerichtsakte darauf hin, wie Ihr diese Betrachten könnt, was jedes mal das Spielgeschehen komplett anhält bis Ihr euch durch die drei Textbalken getippt habt, und das kann sehr oft passieren, wenn bei einer einzigen Aussage eine neue Information in den Aussageordner aufgenommen wird. Glücklicherweise ist das Tutorial in den Optionen abschaltbar.
Wenn man sich mit der wirklich unzumutbaren Spielweise dann dennoch abgefunden hat, könnte man durchaus meinen, dass CSI: Dark Motives doch noch etwas Potenzial unter der Haube hat, denn Zeugenbefragungen und Beweiskombination sind ein spannendes Thema. Schade nur, dass dieses Thema so langweilig verpackt wurde, denn im Spiel selbst finden sich viele hoch gepriesene Beweise, die sich am Ende eines Levels als total sinnlos herausstellen. Allerdings ist das Abschließen eines Levels, wovon es im Spiel ganze fünf gibt, nicht möglich, ohne das alle Beweise in der richtigen Reihenfolge gefunden, analysiert, vorgeführt und abgelegt wurden. Bestes Beispiel ist hier der erste Fall, übersieht man hier ein winziges Detail eines völlig nutzlosen Beweises, in diesem Fall ein Lottoschein, auf den der gute Greg Sanders nur Folgendes zu sagen hat: „Oh Gott, Ihr werdet es nicht glauben!“ „Was ist denn? Hat sie gewonnen?“ „Nein, aber ich habe heute gesehen, wie Elvis sich um die Ecke eine Wurst gekauft hat“. An diesem überaus unverzichtbaren Informationshighlight kann das gesamte Spiel hängen bleiben, denn die Hauptverdächtige verweigert Automatisch ihre Aussage, solange Ihr dieses Detail noch nicht herausgefunden habt. Zudem gesellen sich zu den Beweisen und Aussagen der einzelnen Zeugen auch noch Rekonstruktionen, die in voll animierten Videos auf dem oberen Bildschirm ablaufen. Aber auch hier gibt es wieder einen dicken Minuspunkt: unter dem Film, der meist 10-15 Sekunden dauert, läuft ein rasend schneller Text ab, in dem erklärt wird, was passiert. Selbst geübte Augen dürften es extrem schwer haben, bei den Beschreibungstexten mitzukommen – ganz zu schweigen dass man dadurch den Film nicht sieht. Zwar sind die Rekonstruktionen jederzeit abrufbar, aber wirklich wichtig sind sie für das Spielgeschehen nicht, man kann sie beispielsweise nicht als Beweis einsetzen.
5 Fragen für 25 Jahre...
Habt Ihr dann endlich die nötigen Beweise und Zeugenaussagen zusammen, geht es in die Endrunde. Hier bekommt man nicht etwa eine Gerichtsverhandlung oder eine gelungene Verhaftung, sondern Gil Grissom, Serienfans sicherlich bekannt als der Chef der Nachtschicht beim Las Vegas Crime Lab, sagt euch wie gut oder schlecht Ihr wart und stellt euch 5 Beobachtungsfragen zum Fall. Diese Fragen können dann lauten: „Worüber Sprang Ace bei seinem Stunt?“ oder „Wie hieß das Hotel, in dem der Mord passierte?“. Aufgrund eurer Antworten, und ob Ihr die nicht wirklich nützlichen Hinweise eurer Partnerin Catherine angefragt habt, gibt euch Grissom dann die Endwertung für den Fall.
Positiv zu vermerken ist allerdings die Steuerung und die Bildschirmaufteilung. Während Ihr das komplette Spielgeschehen (Beweissuche, Zeugenbefragung, etc) auf dem unteren Bildschirm steuert, habt Ihr auf dem oberen Bildschirm während des ganzen Spiels die Gerichtsakte, mit detaillierten Profilen von Opfer und Verdächtigen, sowie eine ständig aufrufbare Hilfe, wie mit den Geräten im Labor umgegangen werden kann. Der obere Bildschirm wird dabei mit den Schultertasten und dem Steuerkreuz bedient, die Spielsteuerung selber erfolgt nur mit dem Stylus. Eine Mikrofonunterstützung gibt es nicht.
Zur Technik hinter CSI kann man sich kurz fassen. Der Sound ist auf wenige Musikstücke begrenzt, die sich je nach Situation dennoch durchaus passend im Hintergrund halten und nicht zu sehr auf die Nerven gehen. Die Grafik ist auf Bilder begrenzt, von der in der Produktbeschreibung angegebenen 3D Grafik ist allerdings nichts zu sehen, da selbst ein Laie bemerken wird, dass es sich um einfache Bilder mit Hot-Spots handelt. Animationen und Sprachausgabe fehlen im Spiel, wenn man von den Videos absieht, völlig, was das Spiel sehr steif erscheinen lässt.
Das Spiel speichert automatisch beim drücken der Start-Taste, was auch gleichzeitig den Optionsmenü Bildschirm aufruft. Warum hier allerdings die Optionen „Aktive Hot-Spots“ und „Beweismarkierung“ umschaltbar sind, ist bei dem Titel wirklich fraglich.
CSI (Crime Scene Investigation) ist eine der erfolgreichsten Serien in den USA – und auch in unseren Breitengraden nicht gerade unbeliebt. Kein Wunder also, dass diverse Spiele für alle möglichen Systeme erscheinen. Die Umsetzung des zweiten PC Spieles, CSI: Dark Motives, ist nun auch für den DS erschienen. Macht der Ausflug auf den Doppelbildschirm Spaß oder wird CSI nur wieder einer von vielen langweilig umgesetzten Lizenztiteln?Mittlerweile weiß jeder, was an einem Tatort geschieht: zuerst kommt die Tat, dann kommt die Polizei, und dann kommt... CSI. Zumindest in Amerika. Die nimmt dann jeden einzelnen Stein mehrmals unter die Lupe und findet später mit den kleinsten Hinweisen den Täter – und das nahezu immer. Zumindest möchte uns das Jerry Bruckheimer mit seiner Erfolgsserie glauben machen. Damit jeder einmal in den Genuss des Verhaftens kommen kann, gibt es nun den „Interaktiven Krimi“ CSI: Dark Motives für den Nintendo DS. Ihr schlüpft dabei in die Rolle eines namenlosen Neulings bei der CSI Las Vegas, der auf der Erfolgswelle mit reiten und die Welt ein Stück besser machen will. Der erste Fall lässt natürlich nicht lange auf sich warten: Ein professioneller Stuntfahrer baut einen Unfall bei einer Stuntshow fürs Fernsehen und muss ins Krankenhaus. Verdacht: Sabotage!
Such mich, ich bin wichtig...
Kurze Zeit später gehen die Ermittlungen los, und das gestaltet sich schwerer als gedacht. Denn die nötigen Beweise wollen erst einmal gefunden werden.Das ganze läuft dabei ab, wie im Genre-Kollegen Phoenix Wright, natürlich außerhalb des Gerichtssaals: Ihr besucht die einzelnen Tatorte und sucht dort nach Hinweisen, Gegenständen, Fingerabdrücken und Dokumenten, die Ihr dann, mit Hilfe des CSI Teams, zu einer Anklage zusammensetzt. Dabei spielen die Zeugenaussagen natürlich eine gewichtige Rolle, denn die gilt es, je nach Beweislage, auszuwerten. Falsch gedacht. Im Spiel finden sich zwar immer wieder diverse Zeugenaussagen, die auch das ganze Spiel über im oberen Bildschirm einsehbar sind, dennoch sind diese Aussagen so wertlos wie ein Mikrofon in einem Stummfilm. Ihr bekommt zwar ab und an ein oder zwei Hinweise durch eine Zeugenaussage, aber der Großteil besteht aus Abschnitten wie „Beteuert am Nachmittag keinen Streit mit seinem Chef gehabt zu haben.“ Die Hinweise hinter diesen Aussagen werden automatisch ins Spiel eingebaut, sodass man während des Spielens kaum darauf zurückgreifen muss.
Das Suchen von Beweismitteln hingegen fällt durchaus schwerer aus, denn trotz der wirklich offensichtlich kleineren Bildschirmauflösung wurden die Bilder (bzw. Ermittlungsorte) im Spiel originalgetreu aus der PC Version übernommen. Das mag auf den ersten Blick löblich erscheinen, lässt aber eine der ganz großen Schwächen des Spiels besonders heraus stechen: die Fläche der zu berührenden „Hot-Spots“ (Punkte, die auf einem Bild zu einem Hinweis führen bzw. zum Nächsten, meist näheren Abschnitt verweisen) schrumpft auf ein Minimum, ist teilweise nur wenige Pixel groß und erzwingt bei jedem Schauplatz ein pixelgenaues Absuchen des Geländes. Glücklicherweise verfärbt sich der Cursor grün, wenn man über einen dieser Hot-Spots gelangt. Diese Option kann aber netterweise abgeschaltet werden.
Der „Findungsprozess“ dieser Beweise gestaltet sich als ähnlich schwierig. Man wird zwar dezent vom Tutorial des Spiels auf das Vorhandensein eines Gegenstandes hingewiesen, jedoch ist es schwer, zu entscheiden, ob ein Beweis nun mit den Werkzeugen zur Untersuchung oder denen zur Beweisaufnahme behandelt werden soll. Das klingt zwar komisch, aber ist relativ einfach zu erklären: In den Werkzeugen zur Untersuchung finden sich drei verschiedene Möglichkeiten, Fingerabdrücke zu nehmen, ein Pinsel, eine UV-Lampe, eine Lupe und das sicher seit Phoenix Wright durchaus bekannte Luminol, das zum sichtbar machen von Blut verwendet wird. In den Werkzeugen zur Beweisaufnahme finden sich dann allerhand Möglichkeiten, den besagten Beweis irgendwie in seine Akte zu befördern. Die Möglichkeiten reichen da von Handschuhen über Wattestäbchen bis hin zu Elektrostatisch aufgeladenen Scheiben, um beispielsweise Staub-Spuren vom Tatort aufzunehmen. Die Unterteilung ist etwas misslungen, da vor allem die Fingerabdruck-Mittel sicherlich eher unter die „Beweissicherung“ fallen könnten. Abgesehen von dieser Unterteilung ist das bloße Aufnehmen eines solchen Beweises ziemlich nervig: Nehmt Ihr beispielsweise das falsche Mittel, um einen Beweis aufzunehmen (gehen wir dabei von einem Fingerabdruck aus), braucht Ihr nur in die Nähe des „Beweisfeldes“ zu kommen und werdet abrupt von eurer „Computerkollegin“ gestoppt (meist mit einem geistreichen Satz wie „Versuchen Sie etwas anderes“ oder „Ich glaube das funktioniert so nicht“.)
Das Umgehen mit den dann irgendwann erlangten Beweisen ist ebenfalls eine wahre Tortur für den Spieler. Hat er erstmal alle Beweise zusammengesucht, müssen diese auch untersucht werden. Glücklicherweise gibt es im Spiel ein On-Demand Tutorial, dass sich in den passenden Situationen meldet... oder melden sollte. Fakt ist: das Tutorial hilft wirklich exzellent bei den ersten Schritten in der Polizei... ich meine, CSI-Welt, versagt aber bei den wirklich kniffligen Dingen, wie zum Beispiel der Erklärung, wie man den netten Herrn im Labor (Greg Sanders) dazu bringen kann, ein Beweisstück in den Computer oder das Mikroskop einzulesen. Das funktioniert durch ein einfaches „Drag & Drop“ Verfahren, man nimmt sich den zu untersuchenden Beweis aus der Ablage und zieht das Icon auf den Körper von Sanders. Dieser „Schritt“ wird zwar im Handbuch erwähnt, kommt jedoch im Tutorial nicht vor. Stattdessen weist es euch bei jeder neuen Zeugenaussage in der Gerichtsakte darauf hin, wie Ihr diese Betrachten könnt, was jedes mal das Spielgeschehen komplett anhält bis Ihr euch durch die drei Textbalken getippt habt, und das kann sehr oft passieren, wenn bei einer einzigen Aussage eine neue Information in den Aussageordner aufgenommen wird. Glücklicherweise ist das Tutorial in den Optionen abschaltbar.Wenn man sich mit der wirklich unzumutbaren Spielweise dann dennoch abgefunden hat, könnte man durchaus meinen, dass CSI: Dark Motives doch noch etwas Potenzial unter der Haube hat, denn Zeugenbefragungen und Beweiskombination sind ein spannendes Thema. Schade nur, dass dieses Thema so langweilig verpackt wurde, denn im Spiel selbst finden sich viele hoch gepriesene Beweise, die sich am Ende eines Levels als total sinnlos herausstellen. Allerdings ist das Abschließen eines Levels, wovon es im Spiel ganze fünf gibt, nicht möglich, ohne das alle Beweise in der richtigen Reihenfolge gefunden, analysiert, vorgeführt und abgelegt wurden. Bestes Beispiel ist hier der erste Fall, übersieht man hier ein winziges Detail eines völlig nutzlosen Beweises, in diesem Fall ein Lottoschein, auf den der gute Greg Sanders nur Folgendes zu sagen hat: „Oh Gott, Ihr werdet es nicht glauben!“ „Was ist denn? Hat sie gewonnen?“ „Nein, aber ich habe heute gesehen, wie Elvis sich um die Ecke eine Wurst gekauft hat“. An diesem überaus unverzichtbaren Informationshighlight kann das gesamte Spiel hängen bleiben, denn die Hauptverdächtige verweigert Automatisch ihre Aussage, solange Ihr dieses Detail noch nicht herausgefunden habt. Zudem gesellen sich zu den Beweisen und Aussagen der einzelnen Zeugen auch noch Rekonstruktionen, die in voll animierten Videos auf dem oberen Bildschirm ablaufen. Aber auch hier gibt es wieder einen dicken Minuspunkt: unter dem Film, der meist 10-15 Sekunden dauert, läuft ein rasend schneller Text ab, in dem erklärt wird, was passiert. Selbst geübte Augen dürften es extrem schwer haben, bei den Beschreibungstexten mitzukommen – ganz zu schweigen dass man dadurch den Film nicht sieht. Zwar sind die Rekonstruktionen jederzeit abrufbar, aber wirklich wichtig sind sie für das Spielgeschehen nicht, man kann sie beispielsweise nicht als Beweis einsetzen.
5 Fragen für 25 Jahre...
Habt Ihr dann endlich die nötigen Beweise und Zeugenaussagen zusammen, geht es in die Endrunde. Hier bekommt man nicht etwa eine Gerichtsverhandlung oder eine gelungene Verhaftung, sondern Gil Grissom, Serienfans sicherlich bekannt als der Chef der Nachtschicht beim Las Vegas Crime Lab, sagt euch wie gut oder schlecht Ihr wart und stellt euch 5 Beobachtungsfragen zum Fall. Diese Fragen können dann lauten: „Worüber Sprang Ace bei seinem Stunt?“ oder „Wie hieß das Hotel, in dem der Mord passierte?“. Aufgrund eurer Antworten, und ob Ihr die nicht wirklich nützlichen Hinweise eurer Partnerin Catherine angefragt habt, gibt euch Grissom dann die Endwertung für den Fall.
Positiv zu vermerken ist allerdings die Steuerung und die Bildschirmaufteilung. Während Ihr das komplette Spielgeschehen (Beweissuche, Zeugenbefragung, etc) auf dem unteren Bildschirm steuert, habt Ihr auf dem oberen Bildschirm während des ganzen Spiels die Gerichtsakte, mit detaillierten Profilen von Opfer und Verdächtigen, sowie eine ständig aufrufbare Hilfe, wie mit den Geräten im Labor umgegangen werden kann. Der obere Bildschirm wird dabei mit den Schultertasten und dem Steuerkreuz bedient, die Spielsteuerung selber erfolgt nur mit dem Stylus. Eine Mikrofonunterstützung gibt es nicht.
Zur Technik hinter CSI kann man sich kurz fassen. Der Sound ist auf wenige Musikstücke begrenzt, die sich je nach Situation dennoch durchaus passend im Hintergrund halten und nicht zu sehr auf die Nerven gehen. Die Grafik ist auf Bilder begrenzt, von der in der Produktbeschreibung angegebenen 3D Grafik ist allerdings nichts zu sehen, da selbst ein Laie bemerken wird, dass es sich um einfache Bilder mit Hot-Spots handelt. Animationen und Sprachausgabe fehlen im Spiel, wenn man von den Videos absieht, völlig, was das Spiel sehr steif erscheinen lässt.
Das Spiel speichert automatisch beim drücken der Start-Taste, was auch gleichzeitig den Optionsmenü Bildschirm aufruft. Warum hier allerdings die Optionen „Aktive Hot-Spots“ und „Beweismarkierung“ umschaltbar sind, ist bei dem Titel wirklich fraglich.
Aljoscha Reuther meint...
Ich muss gestehen, ich bin nicht mit viel Erwartung an CSI herangegangen, aber dass meine Erwartungen noch unterboten wurden ist wirklich denkwürdig. Zum Schreiben dieses Tests brauchte ich zwei mal eine Komplettlösung, um nachzulesen, welches Detail ich denn jetzt vergessen hatte um die blöde Zeugin dann doch zum Reden zu bringen (siehe das Beispiel mit Elvis und der Wurst um die Ecke).
Ich muss gestehen, ich bin nicht mit viel Erwartung an CSI herangegangen, aber dass meine Erwartungen noch unterboten wurden ist wirklich denkwürdig. Zum Schreiben dieses Tests brauchte ich zwei mal eine Komplettlösung, um nachzulesen, welches Detail ich denn jetzt vergessen hatte um die blöde Zeugin dann doch zum Reden zu bringen (siehe das Beispiel mit Elvis und der Wurst um die Ecke).

GRAFIK
Langweilige, teilweise sehr dürftige Standbilder zum Hotspot-Suchen. Öde.
Langweilige, teilweise sehr dürftige Standbilder zum Hotspot-Suchen. Öde.

SOUND
Hintergrundmusik OK, Sprachausgabe und Soundeffekte nicht vorhanden.
Hintergrundmusik OK, Sprachausgabe und Soundeffekte nicht vorhanden.

BEDIENUNG
Auf dem kleinen DS-Schirm nach winzigen Hotspots suchen macht auf Dauer keinen Spaß.
Auf dem kleinen DS-Schirm nach winzigen Hotspots suchen macht auf Dauer keinen Spaß.

UMFANG
Mehrere Fälle, die alle nach dem selben Muster ablaufen.
Mehrere Fälle, die alle nach dem selben Muster ablaufen.
SPIELSPASS
Ödes Suchen mit nervigen Pflichtereignissen
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Ödes Suchen mit nervigen Pflichtereignissen
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel