Boogie
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 26.10.2007
Neue Sterne am Musik-Himmel
Musikspiele erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und können unzählige Anhänger vorweisen. Die einen schwingen gerne vor ihrer Konsole das Tanzbein, andere Singen sich mit Begeisterung die Seele aus dem Leib. So war die Begeisterung natürlich groß, als Electronic Arts mit Boogie eine neue Franchise enthüllte, die Singen und Tanzen endlich vereint. Das Konzept ist ohne Zweifel interessant - ob es auch mit der Umsetzung geklappt hat, lest Ihr in unserem Test.
Das Spiel dreht sich um die Charaktere Julius, Bubba, Lea, Jet und Kato, die allesamt eine Karriere als Pop-Sternchen anstreben, wobei Ihr natürlich in ihre Rolle schlüpft. Dabei dürft Ihr das Aussehen der Figuren noch nach Belieben modifizieren und ihnen ein neues Outfit spendieren. Dann geht es auch schon auf die Bühne, auf der ein Tutorial auf Euch wartet, das Euch alles Wissenswerte ganz genau erklärt. Ungeduldige Spieler und Wiederholungstäter werden sich dabei allerdings darüber ärgern, dass sich die ausschweifenden Erklärungen nicht abbrechen lassen. Aber irgendwann ist die Lehrstunde dann auch vorbei und Ihr dürft endlich eigenständig loslegen.
Einzelspieler haben die Wahl zwischen drei Modi, wobei der Story-Modus anfangs noch am verlockendsten klingt. Hier beschäftigt Ihr Euch intensiv mit den Karrieren der fünf Protagonisten und müsst dabei ihre Auftritte absolvieren, die mal Tanzen und mal Singen von Euch verlangen. Eure Darbietungen werden dabei stets durch Storysequenzen verknüpft, was aber spannender klingt, als es tatsächlich ist. Die Geschichten sind flach, die Dialoge witzlos und schnell wird der Story-Modus immer uninteressanter. Darüber hinaus dauern die Karrieren nicht länger als die deutscher Casting-Popstars an, sodass der gesamte Story-Modus nach lediglich drei Stunden absolviert ist.
Daher solltet ihr Euch auch mal die beiden anderen Modi anschauen, die Tanz-Modus und Karaoke-Modus heißen, wobei der erstere natürlich reines Abzappeln und der letztere nur Kehlkopfakrobatik verlangt. Interessant sind dabei die vielen Möglichkeiten die Euch die Einstellungen gewähren, da Ihr Euch aussuchen dürft welche Bühne Ihr rocken, welches Outfit präsentieren und welchen Song Ihr performen wollt. Anfangs ist eure Auswahl zwar noch stark begrenzt, aber während eurer Tanzeinlagen könnt Ihr so genannte Tokens sammeln, die Euch neue Orte, neue Kleidung und natürlich auch neue Lieder bescheren.
Tanzen und Singen mit Erfolgsgarantie
Leider werdet Ihr in allen drei Modi schnell feststellen, dass das Gameplay nicht das hält, was das Konzept versprach. Das Tanzen fordert keine anspruchsvolle Performance von Euch, sondern lediglich das Schwingen der Wii-Remote in vier Richtungen. In allen Songs macht Ihr vom Anfang bis zum Ende fast nichts anderes, als nach oben, unten, links und rechts zu schlagen. Dabei müsst Ihr zwar im Takt bleiben, was Euch durch eine große Anzeige und einem passenden Geräusch aber überaus einfach gemacht wird. Ihr könnt selbst im Liegen spielen und gleichzeitig Chips essen, ohne dass Ihr Schwierigkeiten bekommen werdet. Etwas Schwung kommt lediglich durch die so genannte Boogie-Power ins Spiel. Dank dieser dürft Ihr immer wieder mal mit dem Nunchuck posieren oder Spezialtanzschritte ausführen, was die Tanzeinlagen wenigstens ein bisschen auflockert.
Wer nun darauf hofft, dass wenigstens der Karaoke-Part überzeugen kann, wird wieder enttäuscht. Dabei werdet Ihr Euch beim ersten Spielen als Naturtalent fühlen, bis Ihr ernüchternd feststellt, dass eigentlich jedes Geräusch egal welcher Art als richtiger Ton anerkannt wird. Ihr könnt Pusten, Husten oder Klopfen und dennoch werdet Ihr am Ende eine gute Wertung für euren Gesang bekommen. Ganz Faule können eigentlich genauso gut einen Fön ans Mikrofon halten, denn auch so wird Euch das Spiel für Elvis halten. Dass es egal ist, wie und eigentlich auch was Ihr singt, wirkt sich natürlich auch negativ auf die Motivation aus, die schneller sinkt als ein Stein im Wasser.
Spaß werdet Ihr wohl nur haben, wenn Ihr Euch wirklich voll und ganz auf das Spiel einlasst und Euch allein schon daran erfreut, zu einer guten Musikauswahl ins Mirkofon zu trällern. Dabei sind Klassiker wie „U Can't Touch This“ von M.C. Hammer und „Y.M.C.A.“ von The Village People, genauso vorhanden wie das neuere „S.O.S.“ von Rihanna oder das Lied „I’m A Slave 4 U“ aus Britney Spears´ besseren Tagen. Jeder sollte also etwas finden, was seinem Geschmack entspricht. Es handelt sich bei den Stücken zwar nicht um die Originale, dafür können die Coverversionen in der Regel aber überzeugen und genauso viel Stimmung aufbringen.
Gemeinsam auf der Bühne
Als nettes Extra beinhaltet das Spiel auch einen Video-Maker, mit dem Ihr eure Auftritte nachträglich bearbeiten und speichern könnt. Dabei lässt sich der Kamerawinkel verstellen oder auch Text einfügen. Natürlich sind auch einige Spezialeffekte vorhanden, um genau zu sein zwölf Stück. Mit diesen lassen sich die Lichteinstrahlung erhöhen, Symbole einfügen oder Verzerrungen durchführen. Das sind zwar nur limitierte Möglichkeiten, die nicht viel mehr als ein sehr laienhaftes Amateurvideo hervorbringen können, eine nette Spielerei für Zwischendurch bekommt Ihr damit aber allemal geboten.
Interessant ist auch der Mehrspielermodus, in dem Ihr mit einem weiteren musikbegeisterten Menschen auf der Bühne performt. Dabei verschwinden die Mängel des Spiels zwar nicht, mehr Spaß als im Einzelspielermodus kommt aber auf jeden Fall auf. Das liegt nicht nur daran, dass zusammen Musizieren generell mehr Spaß macht, sondern auch an einigen Items, die sich einsammeln lassen. Mit diesen sichert Ihr Euch selbst Vorteile oder hindert euren Mitspieler an einer perfekten Darbietung. Das bringt natürlich mehr Schwung und somit auch mehr Spaß ins Spiel.
Die Präsentation ist wohl die größte Stärke des Spiels. Der Comicstil sieht richtig gut aus und glänzt vor allem durch die verrückten Charaktere, denen sich im Editor auch noch eigene Noten verpassen lassen. Die Darbietungen selbst werden durch nette Effekte sehr gut in Szene gesetzt und eine flüssige Framerate ist zu jeder Zeit gegeben. Zumindest in optischer Hinsicht mach Boogie also einiges her.
Musikspiele erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und können unzählige Anhänger vorweisen. Die einen schwingen gerne vor ihrer Konsole das Tanzbein, andere Singen sich mit Begeisterung die Seele aus dem Leib. So war die Begeisterung natürlich groß, als Electronic Arts mit Boogie eine neue Franchise enthüllte, die Singen und Tanzen endlich vereint. Das Konzept ist ohne Zweifel interessant - ob es auch mit der Umsetzung geklappt hat, lest Ihr in unserem Test.
Das Spiel dreht sich um die Charaktere Julius, Bubba, Lea, Jet und Kato, die allesamt eine Karriere als Pop-Sternchen anstreben, wobei Ihr natürlich in ihre Rolle schlüpft. Dabei dürft Ihr das Aussehen der Figuren noch nach Belieben modifizieren und ihnen ein neues Outfit spendieren. Dann geht es auch schon auf die Bühne, auf der ein Tutorial auf Euch wartet, das Euch alles Wissenswerte ganz genau erklärt. Ungeduldige Spieler und Wiederholungstäter werden sich dabei allerdings darüber ärgern, dass sich die ausschweifenden Erklärungen nicht abbrechen lassen. Aber irgendwann ist die Lehrstunde dann auch vorbei und Ihr dürft endlich eigenständig loslegen.
Einzelspieler haben die Wahl zwischen drei Modi, wobei der Story-Modus anfangs noch am verlockendsten klingt. Hier beschäftigt Ihr Euch intensiv mit den Karrieren der fünf Protagonisten und müsst dabei ihre Auftritte absolvieren, die mal Tanzen und mal Singen von Euch verlangen. Eure Darbietungen werden dabei stets durch Storysequenzen verknüpft, was aber spannender klingt, als es tatsächlich ist. Die Geschichten sind flach, die Dialoge witzlos und schnell wird der Story-Modus immer uninteressanter. Darüber hinaus dauern die Karrieren nicht länger als die deutscher Casting-Popstars an, sodass der gesamte Story-Modus nach lediglich drei Stunden absolviert ist.
Daher solltet ihr Euch auch mal die beiden anderen Modi anschauen, die Tanz-Modus und Karaoke-Modus heißen, wobei der erstere natürlich reines Abzappeln und der letztere nur Kehlkopfakrobatik verlangt. Interessant sind dabei die vielen Möglichkeiten die Euch die Einstellungen gewähren, da Ihr Euch aussuchen dürft welche Bühne Ihr rocken, welches Outfit präsentieren und welchen Song Ihr performen wollt. Anfangs ist eure Auswahl zwar noch stark begrenzt, aber während eurer Tanzeinlagen könnt Ihr so genannte Tokens sammeln, die Euch neue Orte, neue Kleidung und natürlich auch neue Lieder bescheren.
Tanzen und Singen mit Erfolgsgarantie
Leider werdet Ihr in allen drei Modi schnell feststellen, dass das Gameplay nicht das hält, was das Konzept versprach. Das Tanzen fordert keine anspruchsvolle Performance von Euch, sondern lediglich das Schwingen der Wii-Remote in vier Richtungen. In allen Songs macht Ihr vom Anfang bis zum Ende fast nichts anderes, als nach oben, unten, links und rechts zu schlagen. Dabei müsst Ihr zwar im Takt bleiben, was Euch durch eine große Anzeige und einem passenden Geräusch aber überaus einfach gemacht wird. Ihr könnt selbst im Liegen spielen und gleichzeitig Chips essen, ohne dass Ihr Schwierigkeiten bekommen werdet. Etwas Schwung kommt lediglich durch die so genannte Boogie-Power ins Spiel. Dank dieser dürft Ihr immer wieder mal mit dem Nunchuck posieren oder Spezialtanzschritte ausführen, was die Tanzeinlagen wenigstens ein bisschen auflockert.
Wer nun darauf hofft, dass wenigstens der Karaoke-Part überzeugen kann, wird wieder enttäuscht. Dabei werdet Ihr Euch beim ersten Spielen als Naturtalent fühlen, bis Ihr ernüchternd feststellt, dass eigentlich jedes Geräusch egal welcher Art als richtiger Ton anerkannt wird. Ihr könnt Pusten, Husten oder Klopfen und dennoch werdet Ihr am Ende eine gute Wertung für euren Gesang bekommen. Ganz Faule können eigentlich genauso gut einen Fön ans Mikrofon halten, denn auch so wird Euch das Spiel für Elvis halten. Dass es egal ist, wie und eigentlich auch was Ihr singt, wirkt sich natürlich auch negativ auf die Motivation aus, die schneller sinkt als ein Stein im Wasser.
Spaß werdet Ihr wohl nur haben, wenn Ihr Euch wirklich voll und ganz auf das Spiel einlasst und Euch allein schon daran erfreut, zu einer guten Musikauswahl ins Mirkofon zu trällern. Dabei sind Klassiker wie „U Can't Touch This“ von M.C. Hammer und „Y.M.C.A.“ von The Village People, genauso vorhanden wie das neuere „S.O.S.“ von Rihanna oder das Lied „I’m A Slave 4 U“ aus Britney Spears´ besseren Tagen. Jeder sollte also etwas finden, was seinem Geschmack entspricht. Es handelt sich bei den Stücken zwar nicht um die Originale, dafür können die Coverversionen in der Regel aber überzeugen und genauso viel Stimmung aufbringen.
Gemeinsam auf der Bühne
Als nettes Extra beinhaltet das Spiel auch einen Video-Maker, mit dem Ihr eure Auftritte nachträglich bearbeiten und speichern könnt. Dabei lässt sich der Kamerawinkel verstellen oder auch Text einfügen. Natürlich sind auch einige Spezialeffekte vorhanden, um genau zu sein zwölf Stück. Mit diesen lassen sich die Lichteinstrahlung erhöhen, Symbole einfügen oder Verzerrungen durchführen. Das sind zwar nur limitierte Möglichkeiten, die nicht viel mehr als ein sehr laienhaftes Amateurvideo hervorbringen können, eine nette Spielerei für Zwischendurch bekommt Ihr damit aber allemal geboten.
Interessant ist auch der Mehrspielermodus, in dem Ihr mit einem weiteren musikbegeisterten Menschen auf der Bühne performt. Dabei verschwinden die Mängel des Spiels zwar nicht, mehr Spaß als im Einzelspielermodus kommt aber auf jeden Fall auf. Das liegt nicht nur daran, dass zusammen Musizieren generell mehr Spaß macht, sondern auch an einigen Items, die sich einsammeln lassen. Mit diesen sichert Ihr Euch selbst Vorteile oder hindert euren Mitspieler an einer perfekten Darbietung. Das bringt natürlich mehr Schwung und somit auch mehr Spaß ins Spiel.
Die Präsentation ist wohl die größte Stärke des Spiels. Der Comicstil sieht richtig gut aus und glänzt vor allem durch die verrückten Charaktere, denen sich im Editor auch noch eigene Noten verpassen lassen. Die Darbietungen selbst werden durch nette Effekte sehr gut in Szene gesetzt und eine flüssige Framerate ist zu jeder Zeit gegeben. Zumindest in optischer Hinsicht mach Boogie also einiges her.
Sascha Geldermann meint...
Bei Boogie funktioniert nichts so richtig, wie es sollte. Das Tanzen beschränkt sich auf monotones Remote-Schwingen, während Ihr im Karaoke-Modus auch durch einen Hustenanfall massig Punkte holen könnt. So ist dieser Titel trotz sehr guter Musikauswahl und einer wirklich coolen Präsentation ein eher unbrauchbares Musikspiel, das höchstens im Mehrspielermodus noch Reiz hat.
Bei Boogie funktioniert nichts so richtig, wie es sollte. Das Tanzen beschränkt sich auf monotones Remote-Schwingen, während Ihr im Karaoke-Modus auch durch einen Hustenanfall massig Punkte holen könnt. So ist dieser Titel trotz sehr guter Musikauswahl und einer wirklich coolen Präsentation ein eher unbrauchbares Musikspiel, das höchstens im Mehrspielermodus noch Reiz hat.

GRAFIK
Die coole Präsentation gefällt.
Die coole Präsentation gefällt.

SOUND
Es gibt von allen Liedern zwar nur Coverversionen, diese bewegen sich aber auf einem sehr hohen Niveau.
Es gibt von allen Liedern zwar nur Coverversionen, diese bewegen sich aber auf einem sehr hohen Niveau.

BEDIENUNG
Die Steuerung funktioniert sehr gut, aber von "Tanzen" kann man nicht so richtig reden.
Die Steuerung funktioniert sehr gut, aber von "Tanzen" kann man nicht so richtig reden.

UMFANG
Die Story-Modus ist schnell absolviert.
Die Story-Modus ist schnell absolviert.
SPIELSPASS
Die Präsentation stimmt, das Gameplay leider nicht.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Die Präsentation stimmt, das Gameplay leider nicht.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel