Naruto Ninja Council European Version
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 23.10.2007
Naruto erobert den Westen
„Japaner müsste man sein“ – Das haben wohl schon viele westliche Videospieler beim Betrachten östlicher Releaselisten gedacht. Viele Spiele schaffen es nämlich gar nicht erst in den Westen und finden höchstens durch Importe ihren Weg in unsere Gefilde. Ein gutes Beispiel dafür sind die ersten beiden Teile von Naruto Ninja Council, die sich in Nippon großer Beliebtheit erfreuen. Teil 3 bringt nun aber endlich die Wende. Da die TV-Vorlage nun auch in Europa erfolgreich läuft, schafft es dieser nämlich in die hiesigen Regale. Da die europäische Fangemeinde aber weder verwirrt, noch neidisch gemacht werden soll, steht bei dieser Fassung keine 3 am Ende, sondern „European Version“. Inhaltlich hat sich aber natürlich nichts geändert, sodass auch wir in den vollen Genuss des Titels kommen.
Während Ihr Euch bei Einlegen des Spiels noch freuen werdet, dass endlich ein Naruto-Spiel seinen Weg nach Europa gefunden hat, folgt die Ernüchterung schon im Hauptmenü, das einen recht kläglichen Eindruck macht. Einen Abenteuer oder Story-Modus sucht Ihr dabei vergebens, den gibt es nämlich einfach nicht. Das ist natürlich genauso enttäuschend, wie unverständlich. Schließlich stand den Entwicklern eine ausgezeichnete Vorlage zur Verfügung, die reichlich Storyelemente geboten hätte.
So bleibt Solo-Spielern nichts anderes übrig, als sich den Missionsmodus vorzunehmen, in dem Ihr Euch vielen Aufgaben stellen könnt. Löblich ist dabei die hohe Anzahl an Missionen und die Tatsachte, dass es keine bestimmte Reihenfolge zu beachten gilt. Es schalten sich einfach immer wieder einige Missionen frei, die dann nach Belieben ausprobiert werden dürfen. Schnell wird aber deutlich, dass sich die Aufgabenziele nicht gerade die kreativsten Köpfe erdacht haben. Es geht fast immer darum einen mächtigen Gegner auf die Matte zu schicken, eine bestimmte Anzahl Feinde innerhalb eines Zeitlimits zu besiegen oder einen Gegenstand zu finden. Am Anfang mag das noch unterhalten sein, mit der Zeit führt diese Monotonie aber natürlich zu dem Wunsch nach Abwechslung, der leider unerfüllt bleibt.
Kampfstil mit Schwächen
Die Kämpfe finden immer in der zweiten Dimension statt und führen den Spieler in begrenzte Arenen, in denen sicht oft viele Ebenen übereinander befinden. Auch wenn Ihr immer nur einen kleinen Bildausschnitt vor Augen habt, seid Ihr bestens über die Position eurer Gegner informiert. Der Touchscreen zeigt nämlich alle Beteiligten des Kampfes als leuchtende Punkte an und weist Euch somit in die richtige Richtung. Die Umgebung selbst wird dagegen nicht als Karte gezeigt und muss somit von Euch selbst erforscht und kennen gelernt werden.
Das grundlegende Kampfsystem läuft über die Knöpfe des Nintendo DS ab, die Euch Angriffe, Sprünge und Abwehrreaktionen ermöglichen. Das Kampfsystem fühlt sich dabei aber nicht sehr dynamisch an und bietet auch nicht besonders viele unterschiedliche Attacken. So können die Kämpfe gar nicht an Tiefgang gewinnen und liefern weder Spannung noch Spaß.
Richtig gelungen ist eigentlich nur der Einsatz der geheimen Jutsus, die Naruto-Fans natürlich kennen und allen anderen als besonders mächtige Angriffe zu erklären sind. Diese geheimen Jutsus werden über den Touchscreen aktiviert, wonach sich euer Charakter kurz auflädt. In dieser Zeit ist er zwar komplett schutzlos, entfesselt dafür aber wenig später eine mächtige Attacke. Damit dies gelingt müssen nun noch vorgegebene Symbole richtig auf dem Touchscreen berührt werden, was manchmal gar nicht mal so einfach ist. Mit ein wenig Übung und vielleicht auch einem kleinen Schuss Glück werdet Ihr aber schnell die verschiedensten Jutsus entfesseln können, was nicht nur sehr gelungene Sequenzen, sondern auch erheblichen Schaden bei euren Gegnern zur Folge hat.
Alle mischen mit
Mit der Zeit schalten sich immer mehr Charaktere frei, sodass letztendlich über 20 verschiedene Kämpfer und somit so ziemlich alle wichtigen Figuren der TV-Serie zur Verfügung stehen, denen Ihr auch beliebige Jutsus zuteilen könnt. Durch diese Auswahl wird das Spiel wohl am meisten Pluspunkte bei den Fans sammeln können. In manchen Missionen ist die Auswahl eines bestimmten Kämpfers aus verschiedensten Gründen nicht möglich, in anderen schickt Ihr gleich mehrere Charaktere in den Ring, wobei Ihr selbst aber natürlich immer nur einen übernehmt, während eure Unterstützung auf ihre KI angewiesen ist.
Erfreulich ist die große Auswahl an Charakteren auch in Anbetracht des Mehrspielermodus, in dem sich bis zu vier Spieler messen dürfen. Vorausgesetzt sie verfügen alle über eine Cartridge, da das Einzelkartenspiel nicht unterstützt wird. Zur Auswahl stehen drei verschiedene Disziplinen. Bei einer geht es natürlich darum, als letzter noch im Ring zu stehen. Darüber hinaus steht noch das Schriftrollensammeln durch besonders häufiges Attackieren eurer Gegner und eine Schatzsuche auf dem Programm. Dabei dürfen immer eine Arena und auch ein Zeitlimit gewählt werden. Diese Auswahlmöglichkeiten sind zwar durchaus zufriedenstellend, größerer Spaß wird aber auch hier durch das undynamische Kampfsystem verhindert.
Kampfspiele schaffen es nicht selten mit beeindruckender 2D-Grafik zu überraschen, was auf Naruto Ninja Council aber nicht zutrifft. Sowohl die Umgebungen, als auch die Charaktermodelle sind sehr einfach gehalten. Zu gefallen wissen dagegen die Animationen der Kämpfer und die Sequenzen bei der Jutsuentfesslung. Diese setzen die mächtigen Attacken nämlich actionreich und gekonnt in Action und lassen somit sogar etwas Atmosphäre aufkommen. Solche Höhen kann der Sound dagegen nicht aufweisen. Japanischer Techno hat einfach noch nie westliche Ohren erfreut und wenn dieser dann auch noch so monoton wie in diesem Fall ausfällt, kann es zur Strapazierung der Nerven und dem Anschalten des Tons kommen.
„Japaner müsste man sein“ – Das haben wohl schon viele westliche Videospieler beim Betrachten östlicher Releaselisten gedacht. Viele Spiele schaffen es nämlich gar nicht erst in den Westen und finden höchstens durch Importe ihren Weg in unsere Gefilde. Ein gutes Beispiel dafür sind die ersten beiden Teile von Naruto Ninja Council, die sich in Nippon großer Beliebtheit erfreuen. Teil 3 bringt nun aber endlich die Wende. Da die TV-Vorlage nun auch in Europa erfolgreich läuft, schafft es dieser nämlich in die hiesigen Regale. Da die europäische Fangemeinde aber weder verwirrt, noch neidisch gemacht werden soll, steht bei dieser Fassung keine 3 am Ende, sondern „European Version“. Inhaltlich hat sich aber natürlich nichts geändert, sodass auch wir in den vollen Genuss des Titels kommen.
Während Ihr Euch bei Einlegen des Spiels noch freuen werdet, dass endlich ein Naruto-Spiel seinen Weg nach Europa gefunden hat, folgt die Ernüchterung schon im Hauptmenü, das einen recht kläglichen Eindruck macht. Einen Abenteuer oder Story-Modus sucht Ihr dabei vergebens, den gibt es nämlich einfach nicht. Das ist natürlich genauso enttäuschend, wie unverständlich. Schließlich stand den Entwicklern eine ausgezeichnete Vorlage zur Verfügung, die reichlich Storyelemente geboten hätte.
So bleibt Solo-Spielern nichts anderes übrig, als sich den Missionsmodus vorzunehmen, in dem Ihr Euch vielen Aufgaben stellen könnt. Löblich ist dabei die hohe Anzahl an Missionen und die Tatsachte, dass es keine bestimmte Reihenfolge zu beachten gilt. Es schalten sich einfach immer wieder einige Missionen frei, die dann nach Belieben ausprobiert werden dürfen. Schnell wird aber deutlich, dass sich die Aufgabenziele nicht gerade die kreativsten Köpfe erdacht haben. Es geht fast immer darum einen mächtigen Gegner auf die Matte zu schicken, eine bestimmte Anzahl Feinde innerhalb eines Zeitlimits zu besiegen oder einen Gegenstand zu finden. Am Anfang mag das noch unterhalten sein, mit der Zeit führt diese Monotonie aber natürlich zu dem Wunsch nach Abwechslung, der leider unerfüllt bleibt.
Kampfstil mit Schwächen
Die Kämpfe finden immer in der zweiten Dimension statt und führen den Spieler in begrenzte Arenen, in denen sicht oft viele Ebenen übereinander befinden. Auch wenn Ihr immer nur einen kleinen Bildausschnitt vor Augen habt, seid Ihr bestens über die Position eurer Gegner informiert. Der Touchscreen zeigt nämlich alle Beteiligten des Kampfes als leuchtende Punkte an und weist Euch somit in die richtige Richtung. Die Umgebung selbst wird dagegen nicht als Karte gezeigt und muss somit von Euch selbst erforscht und kennen gelernt werden.
Das grundlegende Kampfsystem läuft über die Knöpfe des Nintendo DS ab, die Euch Angriffe, Sprünge und Abwehrreaktionen ermöglichen. Das Kampfsystem fühlt sich dabei aber nicht sehr dynamisch an und bietet auch nicht besonders viele unterschiedliche Attacken. So können die Kämpfe gar nicht an Tiefgang gewinnen und liefern weder Spannung noch Spaß.
Richtig gelungen ist eigentlich nur der Einsatz der geheimen Jutsus, die Naruto-Fans natürlich kennen und allen anderen als besonders mächtige Angriffe zu erklären sind. Diese geheimen Jutsus werden über den Touchscreen aktiviert, wonach sich euer Charakter kurz auflädt. In dieser Zeit ist er zwar komplett schutzlos, entfesselt dafür aber wenig später eine mächtige Attacke. Damit dies gelingt müssen nun noch vorgegebene Symbole richtig auf dem Touchscreen berührt werden, was manchmal gar nicht mal so einfach ist. Mit ein wenig Übung und vielleicht auch einem kleinen Schuss Glück werdet Ihr aber schnell die verschiedensten Jutsus entfesseln können, was nicht nur sehr gelungene Sequenzen, sondern auch erheblichen Schaden bei euren Gegnern zur Folge hat.
Alle mischen mit
Mit der Zeit schalten sich immer mehr Charaktere frei, sodass letztendlich über 20 verschiedene Kämpfer und somit so ziemlich alle wichtigen Figuren der TV-Serie zur Verfügung stehen, denen Ihr auch beliebige Jutsus zuteilen könnt. Durch diese Auswahl wird das Spiel wohl am meisten Pluspunkte bei den Fans sammeln können. In manchen Missionen ist die Auswahl eines bestimmten Kämpfers aus verschiedensten Gründen nicht möglich, in anderen schickt Ihr gleich mehrere Charaktere in den Ring, wobei Ihr selbst aber natürlich immer nur einen übernehmt, während eure Unterstützung auf ihre KI angewiesen ist.
Erfreulich ist die große Auswahl an Charakteren auch in Anbetracht des Mehrspielermodus, in dem sich bis zu vier Spieler messen dürfen. Vorausgesetzt sie verfügen alle über eine Cartridge, da das Einzelkartenspiel nicht unterstützt wird. Zur Auswahl stehen drei verschiedene Disziplinen. Bei einer geht es natürlich darum, als letzter noch im Ring zu stehen. Darüber hinaus steht noch das Schriftrollensammeln durch besonders häufiges Attackieren eurer Gegner und eine Schatzsuche auf dem Programm. Dabei dürfen immer eine Arena und auch ein Zeitlimit gewählt werden. Diese Auswahlmöglichkeiten sind zwar durchaus zufriedenstellend, größerer Spaß wird aber auch hier durch das undynamische Kampfsystem verhindert.
Kampfspiele schaffen es nicht selten mit beeindruckender 2D-Grafik zu überraschen, was auf Naruto Ninja Council aber nicht zutrifft. Sowohl die Umgebungen, als auch die Charaktermodelle sind sehr einfach gehalten. Zu gefallen wissen dagegen die Animationen der Kämpfer und die Sequenzen bei der Jutsuentfesslung. Diese setzen die mächtigen Attacken nämlich actionreich und gekonnt in Action und lassen somit sogar etwas Atmosphäre aufkommen. Solche Höhen kann der Sound dagegen nicht aufweisen. Japanischer Techno hat einfach noch nie westliche Ohren erfreut und wenn dieser dann auch noch so monoton wie in diesem Fall ausfällt, kann es zur Strapazierung der Nerven und dem Anschalten des Tons kommen.
Sascha Geldermann meint...
Vielleicht hätte Naruto Ninja Council 3 doch nie als European Version die japanische Grenze überschreiten sollen. Das Fehlen eines Story-Modus ist absolut enttäuschend, vor allem da dieser durch viel zu monotone Missionen ersetzt wurde. Darüber hinaus macht auch das undynamische Kampfsystem diese Lizenzverwurstung zu einem Spiel, auf das selbst Fans hätten verzichten können.
Vielleicht hätte Naruto Ninja Council 3 doch nie als European Version die japanische Grenze überschreiten sollen. Das Fehlen eines Story-Modus ist absolut enttäuschend, vor allem da dieser durch viel zu monotone Missionen ersetzt wurde. Darüber hinaus macht auch das undynamische Kampfsystem diese Lizenzverwurstung zu einem Spiel, auf das selbst Fans hätten verzichten können.

GRAFIK
Die Animationen und effektreichen Jutsus sehen gut aus, ansonsten hat die Grafik nicht viel zu bieten.
Die Animationen und effektreichen Jutsus sehen gut aus, ansonsten hat die Grafik nicht viel zu bieten.

SOUND
Der japanische Techno nervt auf Dauer.
Der japanische Techno nervt auf Dauer.

BEDIENUNG
Insgesamt funktioniert die Steuerung gut, ist aber etwas undynamisch bei den Kämpfen.
Insgesamt funktioniert die Steuerung gut, ist aber etwas undynamisch bei den Kämpfen.

UMFANG
Es gibt über 20 spielbare Charaktere, aber keinen Story-Modus.
Es gibt über 20 spielbare Charaktere, aber keinen Story-Modus.
SPIELSPASS
Monotoner Prügler ohne Story.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Monotoner Prügler ohne Story.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel