Driver: Parallel Lines
Artikel verfasst von Gennaro Grippo am 25.07.2007
T.K. in 'Big Apple'
Während „Driver“ in den Anfangszeiten äußerst beliebt und ein großartiges Rennspiel war, verlor das Spiel mit den Jahren an Charme und Qualität. Zahlreiche Fans sind seit jeher zum Konkurrenzprodukt aus dem Hause Rockstar übergegangen. Nichtsdestotrotz gibt Ubisoft die Reihe nicht auf und bekundete durch den Erwerb der „Driver-Lizenz“ sein reges Interesse daran, das Spiel erneut auf Erfolgskurs zu bringen. Mit „Driver: Parallel Lines“ schickt der französische Publisher die Reihe erstmalig auf Nintendos Heimkonsole, nachdem die alten Editionen über Atari lediglich der Xbox und der PlayStation 2 vorbehalten waren. Ubisoft hat sich Mühe gegeben, um aus „Driver: Parallel Lines“ ein Erlebnis für Nintendo Wii – Besitzer zu machen. Ob es ihnen letztlich gelungen oder die „Driver-Reihe“ wahrlich nicht mehr zu retten ist, erfahrt Ihr in unserem Testbericht.
In „Driver: Parallel Lines“ verschlägt es Euch in die Metropole New York, die frei befahrbar ist und gänzlich ohne Ladezeiten auskommt. Ihr seid T.K. (The Kid), der seine Heimat ein für alle Mal hinter sich lassen und in New York ein neues Leben führen möchte. Im Jahre 1978 ging es allen um Partys und Sex. Darüber hinaus war New York City die Stadt schlechthin für Kriminalität und erfuhr dank Kokain einen neuen Trend. Um in solch einer Metropole zu überleben muss man hart arbeiten, was auch T.K. schnell begreift. Er tut schlichtweg das, was er am Besten kann – fahren. Zwar hätte er sich als Kurier- oder Taxifahrer einen Namen machen können, doch der Untergrund New Yorks zahlt besser und so kommt es, dass T.K. Fahrer für dreckige Angelegenheiten wird. Doch eines Tages läuft einfach alles schief, was schief laufen kann und T.K. muss für sage und schreibe 28 Jahre ins Gefängnis. Nachdem er seine 28 Jahre im Knast abgesessen hat, erstrahlt New York in einem neuen Glanz, doch davon lässt sich T.K. nicht blenden. Er muss eine Mission erfüllen: Rache!
Erste Gehversuche in 'Big Apple'
In einer Metropole wie New York ist man nicht nur orientierungslos, sondern auch verloren wenn man keine Kontakte hat. Erfreulicherweise kennt T.K. Ray, der in Queens eine Werkstatt betreibt, die als Fassade für seinen Handel mit gestohlenen Autos fungiert. Dank ihm lernt T.K. wichtige Persönlichkeiten aus der illegalen Szene kennen und gerät wahrlich in einem Teufelskreis. Während man anfangs noch den Fluchtfahrer spielt, muss man später selbst Leute einschüchtern und aus dem Verkehr ziehen. In einigen Missionen werden Euch Fahrzeuge zugewiesen, bei anderen müsst Ihr Euch selbst um ein Vehikel kümmern. Doch das dürfte in New York kein Problem sein, einfach ein Auto anhalten, Fahrer hinauswerfen und sich selbst an das Steuer setzen. Wer erfolgreich die Missionen abschließt bekommt nicht nur Lob von den Auftragsgebern, sondern auch eine Menge Geld aufs Konto gutgeschrieben. Mit diesem Geld dürft Ihr wiederum Waffen kaufen oder Autos in Rays Werkstatt tunen. In der Werkstatt dürft Ihr übrigens auch alle Fahrzeuge, die Ihr hier unterbringt, speichern.
In der letzten Aufgabe im Jahre 1978 läuft etwas schief, ganz nach dem Motto: „Erst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech hinzu“. Wobei man hier schon erwähnen muss, dass T.K. einfach Pech hatte. Er wurde übers Ohr gehauen und darf 28 Jahre lang im Knast absitzen. Während die anderen Leute in der Szene es in diesen 28 Jahren zu Ruhm und Reichtum gebracht haben, musste T.K. wegen eines Mordes, den er nie begangen hat, Elend erfahren. Doch in dieser Zeit hat er nicht Däumchen gedreht und Staub geschluckt, sondern einen Plan geschmiedet. Alle sollen daran glauben und so beginnt nach seiner Freilassung im Jahre 2006 ein Rachefeldzug, wie man ihn aus Hollywood-Blockbuster kennt: Actiongeladene Verfolgungsjagden mit spektakulären Schusswechsel, natürlich auch gegen die Polizei, die sich ja immer einmischen muss. Systematisch eliminiert T.K. einen Verräter nach dem anderen und stillt dadurch seinen Durst an Rache. Zu Schluss kommt es dann auch zum Showdown mit dem Boss der Gang, Corrigan. Erst nach seinem Tod endet für T.K. der Rachefeldzug und er widmet sich anderen Aufgaben.
Mission: Ich will New York
So interessant und spannend sich die Verfolgungsjagden auch anhören, dem Missionsdesign mangelt es jedoch an Abwechslung. Ihr müsst in nahezu jeder Mission mit einer Verfolgungsjagd rechnen. Ab und zu stehen auch andere Aufgaben auf dem Tagesprogramm, wie eine Lieferung oder Leute durch waghalsiges Fahren einschüchtern. Hierdurch lassen sich übrigens auch nützliche Informationen beschaffen. Kurz gesagt, in „Driver: Parallel Lines“ dreht sich alles ums Fahren. Demnach sind Fahrzeuge das Wichtigste, denn ohne sie wäre ein Spaziergang von Queens nach Bronx oder Manhatten eine Qual. Erfreulicherweise gibt es über 80 verschiedene Fahrzeuge, darunter auch Motorräder und Spezialfahrzeuge wie Abschleppwagen, Transportwagen oder Panzer. Jedes Fahrzeug lässt sich in einer Werkstatt New Yorks tunen und natürlich auch reparieren. Das Schadensmodell ist wirklich gut gelungen und so kann man durchaus gezielt auf die Reifen schießen, um ein Auto lahm zu legen oder bei einer Verfolgungsjagd durch die Scheibe den Fahrer erschießen, woraufhin das Katze-Maus-Spiel endlich ein Ende nimmt.
Leider wird das Fahrerlebnis in New York durch den massiven Verkehr gehörig gebremst. Grund hierfür ist, dass die Amerikaner (zumindest in „Driver: Parallel Lines“) langsamer als Schnecken fahren. Kaum versucht man den alten Opa vor sich zu überholen kracht man in den entgegenkommenden LKW. Eine Zeitlupe verdeutlicht in Crash-Momenten zudem, wie elegant man in ein anderes Fahrzeug hineingebrettert ist. Auch Verkehrsregeln missachten kommt bei den amerikanischen Gesetzeshütern gar nicht gut an. Diese setzen sofort die Jagd auf Euch und lassen Euch erst dann wieder in Ruhe, wenn Ihr freiwillig aufgebt oder schlichtweg schneller als die Streifenwagen seid und somit davonrast. Alles in allem ist die Atmosphäre des New York im Jahre 1978 und 2006 recht gut eingefangen worden, was auf dem gelungenen Soundtrack zurückzuführen ist, doch allzu glaubwürdig kommt New York City nicht rüber. T.K. spricht in 'Big Apple' Deutsch, was andere ohne Probleme verstehen. Die Gesetzeshütern mahnen Euch in deutscher Sprache zu mehr Vorsicht, während die Passanten New Yorks wiederum in Englisch plaudern.
New York voller Licht und Schatten
Nach der Story steht Euch New York City frei zur Verfügung und Ihr könnt tun und lassen was Ihr wollt. Ihr dürft Euch auf die Suche nach schicken Autos oder gar Raritäten machen, um somit Eure Garage zu füllen oder die Aufgaben, die in ganz New York auf Euch warten, annehmen. Auf einer Karte, die Ihr via Minus-Knopf auf der Wii-Fernbedienung aufrufen könnt, werden Euch alle zur Verfügung stehenden Missionen durch Icons angezeigt. Diese lassen sich einfach dank der Minikarte am unteren rechten Rand des Bildschirms anfahren. Leider zeugen diese Missionen von wenig Abwechslung und arten nach den ersten abgeschlossenen Aufgaben schnell zu Routine aus. Mal muss ein Auto mit einem Abschleppwagen gestohlen und in die Werkstatt gefahren werden, mal muss jemand, der seine Schulden nicht zurückzahlen muss, bedroht werden oder ein Straßen- und Streckenrennen absolviert werden. Natürlich erhaltet Ihr für jede erfolgreich abgeschlossene Mission Geld auf Euer Konto gutgeschrieben, welches Ihr dann in das Tuning Eurer Fahrzeuge investieren könnt.
Trotz der vielen schönen Seiten New Yorks haben sich auch Unannehmlichkeiten ins Spiel eingeschlichen, die überwiegend die Steuerung betreffen. Ihr werdet überwiegend Fahrzeuge steuern und genau hier liegt das Hauptproblem. Sowohl T.K. selbst als auch die Fahrzeuge werden über dem Analog-Stick der Nunchuk-Erweiterung gesteuert. Während man T.K. noch durchaus steuern kann, wird man bei der Steuerung der Autos oder Motorräder wahrlich seine helle Freude haben. Mit dem Z-Trigger wird beschleunigt, während der C-Knopf zum Bremsen gebraucht wird. Neigt Ihr den Nunchuk zusätzlich zur Seite, driftet Ihr in die Kurve. Dies mag sich einfach anhören, führt in der Praxis aber häufig zu Frust. Darüber hinaus wird Euch auch die Kameraführung Frust bereiten, denn diese geht via Wii-Fernbedienung vonstatten. Demnach müsst Ihr krampfhaft mit der Wiimote auf den Bildschirm zeigen, die Hand samt Wiimote entspannt auf die Couch oder den Oberschenkel legen führt nur zu einem Kamera-Chaos. Komischerweise ist genau das aber bei der Steuerung der Fahrzeuge möglich! Dort schenkt die Kamera automatisch hinter dem Fahrzeug hinterher, die Wiimote braucht Ihr nur um via A-Knopf aus dem Fahrzeug zu schießen oder bei Bedarf die Kamera um das Auto zu schwenken. Das Drive-by-Shooting funktioniert übrigens recht gut: Während Ihr mit dem Analog-Stick durch die Gegend fahrt, braucht Ihr lediglich den A-Knopf zu drücken und schon lehnt sich T.K. aus der Fensterscheibe heraus. Mit der Wii-Fernbedienung könnt Ihr nun bequem auf Autos oder Helikopter zielen und durch Druck auf den B-Knopf schießen. Ihr könnt nahezu alles anschießen, auch Mülltonnen, die daraufhin physikalisch korrekt umfallen. Wem die Pistole zu schwach ist, kann durch Betätigen des linken oder rechten Steuerkreuzes durch die verfügbaren Waffen wechseln und so auch Uzi oder Maschinengewehr benutzen.
New York hui, Technik pfui?
Enttäuschend ist die Grafik, die keinesfalls dem Niveau der Pressebilder gerecht wird. Zwar sind die Zwischensequenzen äußerst gut in Szene gesetzt worden und führen die Story unterhaltsam fort, doch der Alltag in New York sieht ganz anders aus: Das Wasser an den Stränden sieht grausam aus, verwaschene Texturen bekleiden die Oberfläche New Yorks und Bäume sahen auch schon mal besser aus. Nichtsdestotrotz ist löblich, dass ganz New York befahrbar ist - ohne eine einzige Ladepause. Die einzige Ladezeit die Ihr verkraften müsst, ist beim Laden des Profils. Das Rasen durch New York macht sich auch bemerkbar: Zeitungen fliegen umher, Mülltonnen werden umgestoßen, Passanten das ein oder andere Mal überfahren und ab und zu kann es auch mal vorkommen, dass man in einem Baum rast, was das Schadensmodell zum Vorschein bringt. Ein Tag-Nacht-Zyklus, die zahlreiche Autofahrer und Passanten, sowie der unterhaltsame Soundtrack vermitteln das Gefühl, dass das Leben in New York wahrlich pulsiert. Die Atmosphäre New Yorks der frühen 80er Jahre und der Neuzeit ist demnach wahrlich gut eingefangen worden.
Weshalb das Spiel gelegentlich einfriert, bleibt mir bis heute ein Geheimnis. Fakt ist, es ist nervig mitten in einer Mission nichts mehr unternehmen zu können und nur noch ein Brummen aus dem Wii-Laufwerk zu vernehmen. Bedenkt man zudem, dass man nicht alle fünf Minuten gespeichert hat, kann es wahrlich frustrierend sein alle Missionen erneut zu bestreiten. Last but not least sollte noch die Kollisionsabfrage bemängelt werden, die anscheinend ein Eigenleben führt. Ihr rast beispielsweise mit dem Auto an einem Baum und bleibt hängen, verständlich. Doch warum bleibt Ihr bei einer Straßenlaterne hängen? Zehn Meter weiter ist eine andere Laterne. Kaum fahren wir diese an, fällt sie (wie es nun einmal sein müsste) um und wir können unsere Fahrt fortsetzen. Alles in allem ist „Driver: Parallel Lines“ gelungen, verschenkt jedoch wie manch andere Titel viel Potenzial.
Während „Driver“ in den Anfangszeiten äußerst beliebt und ein großartiges Rennspiel war, verlor das Spiel mit den Jahren an Charme und Qualität. Zahlreiche Fans sind seit jeher zum Konkurrenzprodukt aus dem Hause Rockstar übergegangen. Nichtsdestotrotz gibt Ubisoft die Reihe nicht auf und bekundete durch den Erwerb der „Driver-Lizenz“ sein reges Interesse daran, das Spiel erneut auf Erfolgskurs zu bringen. Mit „Driver: Parallel Lines“ schickt der französische Publisher die Reihe erstmalig auf Nintendos Heimkonsole, nachdem die alten Editionen über Atari lediglich der Xbox und der PlayStation 2 vorbehalten waren. Ubisoft hat sich Mühe gegeben, um aus „Driver: Parallel Lines“ ein Erlebnis für Nintendo Wii – Besitzer zu machen. Ob es ihnen letztlich gelungen oder die „Driver-Reihe“ wahrlich nicht mehr zu retten ist, erfahrt Ihr in unserem Testbericht.In „Driver: Parallel Lines“ verschlägt es Euch in die Metropole New York, die frei befahrbar ist und gänzlich ohne Ladezeiten auskommt. Ihr seid T.K. (The Kid), der seine Heimat ein für alle Mal hinter sich lassen und in New York ein neues Leben führen möchte. Im Jahre 1978 ging es allen um Partys und Sex. Darüber hinaus war New York City die Stadt schlechthin für Kriminalität und erfuhr dank Kokain einen neuen Trend. Um in solch einer Metropole zu überleben muss man hart arbeiten, was auch T.K. schnell begreift. Er tut schlichtweg das, was er am Besten kann – fahren. Zwar hätte er sich als Kurier- oder Taxifahrer einen Namen machen können, doch der Untergrund New Yorks zahlt besser und so kommt es, dass T.K. Fahrer für dreckige Angelegenheiten wird. Doch eines Tages läuft einfach alles schief, was schief laufen kann und T.K. muss für sage und schreibe 28 Jahre ins Gefängnis. Nachdem er seine 28 Jahre im Knast abgesessen hat, erstrahlt New York in einem neuen Glanz, doch davon lässt sich T.K. nicht blenden. Er muss eine Mission erfüllen: Rache!
Erste Gehversuche in 'Big Apple'
In einer Metropole wie New York ist man nicht nur orientierungslos, sondern auch verloren wenn man keine Kontakte hat. Erfreulicherweise kennt T.K. Ray, der in Queens eine Werkstatt betreibt, die als Fassade für seinen Handel mit gestohlenen Autos fungiert. Dank ihm lernt T.K. wichtige Persönlichkeiten aus der illegalen Szene kennen und gerät wahrlich in einem Teufelskreis. Während man anfangs noch den Fluchtfahrer spielt, muss man später selbst Leute einschüchtern und aus dem Verkehr ziehen. In einigen Missionen werden Euch Fahrzeuge zugewiesen, bei anderen müsst Ihr Euch selbst um ein Vehikel kümmern. Doch das dürfte in New York kein Problem sein, einfach ein Auto anhalten, Fahrer hinauswerfen und sich selbst an das Steuer setzen. Wer erfolgreich die Missionen abschließt bekommt nicht nur Lob von den Auftragsgebern, sondern auch eine Menge Geld aufs Konto gutgeschrieben. Mit diesem Geld dürft Ihr wiederum Waffen kaufen oder Autos in Rays Werkstatt tunen. In der Werkstatt dürft Ihr übrigens auch alle Fahrzeuge, die Ihr hier unterbringt, speichern. In der letzten Aufgabe im Jahre 1978 läuft etwas schief, ganz nach dem Motto: „Erst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech hinzu“. Wobei man hier schon erwähnen muss, dass T.K. einfach Pech hatte. Er wurde übers Ohr gehauen und darf 28 Jahre lang im Knast absitzen. Während die anderen Leute in der Szene es in diesen 28 Jahren zu Ruhm und Reichtum gebracht haben, musste T.K. wegen eines Mordes, den er nie begangen hat, Elend erfahren. Doch in dieser Zeit hat er nicht Däumchen gedreht und Staub geschluckt, sondern einen Plan geschmiedet. Alle sollen daran glauben und so beginnt nach seiner Freilassung im Jahre 2006 ein Rachefeldzug, wie man ihn aus Hollywood-Blockbuster kennt: Actiongeladene Verfolgungsjagden mit spektakulären Schusswechsel, natürlich auch gegen die Polizei, die sich ja immer einmischen muss. Systematisch eliminiert T.K. einen Verräter nach dem anderen und stillt dadurch seinen Durst an Rache. Zu Schluss kommt es dann auch zum Showdown mit dem Boss der Gang, Corrigan. Erst nach seinem Tod endet für T.K. der Rachefeldzug und er widmet sich anderen Aufgaben.
Mission: Ich will New York
So interessant und spannend sich die Verfolgungsjagden auch anhören, dem Missionsdesign mangelt es jedoch an Abwechslung. Ihr müsst in nahezu jeder Mission mit einer Verfolgungsjagd rechnen. Ab und zu stehen auch andere Aufgaben auf dem Tagesprogramm, wie eine Lieferung oder Leute durch waghalsiges Fahren einschüchtern. Hierdurch lassen sich übrigens auch nützliche Informationen beschaffen. Kurz gesagt, in „Driver: Parallel Lines“ dreht sich alles ums Fahren. Demnach sind Fahrzeuge das Wichtigste, denn ohne sie wäre ein Spaziergang von Queens nach Bronx oder Manhatten eine Qual. Erfreulicherweise gibt es über 80 verschiedene Fahrzeuge, darunter auch Motorräder und Spezialfahrzeuge wie Abschleppwagen, Transportwagen oder Panzer. Jedes Fahrzeug lässt sich in einer Werkstatt New Yorks tunen und natürlich auch reparieren. Das Schadensmodell ist wirklich gut gelungen und so kann man durchaus gezielt auf die Reifen schießen, um ein Auto lahm zu legen oder bei einer Verfolgungsjagd durch die Scheibe den Fahrer erschießen, woraufhin das Katze-Maus-Spiel endlich ein Ende nimmt. Leider wird das Fahrerlebnis in New York durch den massiven Verkehr gehörig gebremst. Grund hierfür ist, dass die Amerikaner (zumindest in „Driver: Parallel Lines“) langsamer als Schnecken fahren. Kaum versucht man den alten Opa vor sich zu überholen kracht man in den entgegenkommenden LKW. Eine Zeitlupe verdeutlicht in Crash-Momenten zudem, wie elegant man in ein anderes Fahrzeug hineingebrettert ist. Auch Verkehrsregeln missachten kommt bei den amerikanischen Gesetzeshütern gar nicht gut an. Diese setzen sofort die Jagd auf Euch und lassen Euch erst dann wieder in Ruhe, wenn Ihr freiwillig aufgebt oder schlichtweg schneller als die Streifenwagen seid und somit davonrast. Alles in allem ist die Atmosphäre des New York im Jahre 1978 und 2006 recht gut eingefangen worden, was auf dem gelungenen Soundtrack zurückzuführen ist, doch allzu glaubwürdig kommt New York City nicht rüber. T.K. spricht in 'Big Apple' Deutsch, was andere ohne Probleme verstehen. Die Gesetzeshütern mahnen Euch in deutscher Sprache zu mehr Vorsicht, während die Passanten New Yorks wiederum in Englisch plaudern.
New York voller Licht und Schatten
Nach der Story steht Euch New York City frei zur Verfügung und Ihr könnt tun und lassen was Ihr wollt. Ihr dürft Euch auf die Suche nach schicken Autos oder gar Raritäten machen, um somit Eure Garage zu füllen oder die Aufgaben, die in ganz New York auf Euch warten, annehmen. Auf einer Karte, die Ihr via Minus-Knopf auf der Wii-Fernbedienung aufrufen könnt, werden Euch alle zur Verfügung stehenden Missionen durch Icons angezeigt. Diese lassen sich einfach dank der Minikarte am unteren rechten Rand des Bildschirms anfahren. Leider zeugen diese Missionen von wenig Abwechslung und arten nach den ersten abgeschlossenen Aufgaben schnell zu Routine aus. Mal muss ein Auto mit einem Abschleppwagen gestohlen und in die Werkstatt gefahren werden, mal muss jemand, der seine Schulden nicht zurückzahlen muss, bedroht werden oder ein Straßen- und Streckenrennen absolviert werden. Natürlich erhaltet Ihr für jede erfolgreich abgeschlossene Mission Geld auf Euer Konto gutgeschrieben, welches Ihr dann in das Tuning Eurer Fahrzeuge investieren könnt.Trotz der vielen schönen Seiten New Yorks haben sich auch Unannehmlichkeiten ins Spiel eingeschlichen, die überwiegend die Steuerung betreffen. Ihr werdet überwiegend Fahrzeuge steuern und genau hier liegt das Hauptproblem. Sowohl T.K. selbst als auch die Fahrzeuge werden über dem Analog-Stick der Nunchuk-Erweiterung gesteuert. Während man T.K. noch durchaus steuern kann, wird man bei der Steuerung der Autos oder Motorräder wahrlich seine helle Freude haben. Mit dem Z-Trigger wird beschleunigt, während der C-Knopf zum Bremsen gebraucht wird. Neigt Ihr den Nunchuk zusätzlich zur Seite, driftet Ihr in die Kurve. Dies mag sich einfach anhören, führt in der Praxis aber häufig zu Frust. Darüber hinaus wird Euch auch die Kameraführung Frust bereiten, denn diese geht via Wii-Fernbedienung vonstatten. Demnach müsst Ihr krampfhaft mit der Wiimote auf den Bildschirm zeigen, die Hand samt Wiimote entspannt auf die Couch oder den Oberschenkel legen führt nur zu einem Kamera-Chaos. Komischerweise ist genau das aber bei der Steuerung der Fahrzeuge möglich! Dort schenkt die Kamera automatisch hinter dem Fahrzeug hinterher, die Wiimote braucht Ihr nur um via A-Knopf aus dem Fahrzeug zu schießen oder bei Bedarf die Kamera um das Auto zu schwenken. Das Drive-by-Shooting funktioniert übrigens recht gut: Während Ihr mit dem Analog-Stick durch die Gegend fahrt, braucht Ihr lediglich den A-Knopf zu drücken und schon lehnt sich T.K. aus der Fensterscheibe heraus. Mit der Wii-Fernbedienung könnt Ihr nun bequem auf Autos oder Helikopter zielen und durch Druck auf den B-Knopf schießen. Ihr könnt nahezu alles anschießen, auch Mülltonnen, die daraufhin physikalisch korrekt umfallen. Wem die Pistole zu schwach ist, kann durch Betätigen des linken oder rechten Steuerkreuzes durch die verfügbaren Waffen wechseln und so auch Uzi oder Maschinengewehr benutzen.
New York hui, Technik pfui?
Enttäuschend ist die Grafik, die keinesfalls dem Niveau der Pressebilder gerecht wird. Zwar sind die Zwischensequenzen äußerst gut in Szene gesetzt worden und führen die Story unterhaltsam fort, doch der Alltag in New York sieht ganz anders aus: Das Wasser an den Stränden sieht grausam aus, verwaschene Texturen bekleiden die Oberfläche New Yorks und Bäume sahen auch schon mal besser aus. Nichtsdestotrotz ist löblich, dass ganz New York befahrbar ist - ohne eine einzige Ladepause. Die einzige Ladezeit die Ihr verkraften müsst, ist beim Laden des Profils. Das Rasen durch New York macht sich auch bemerkbar: Zeitungen fliegen umher, Mülltonnen werden umgestoßen, Passanten das ein oder andere Mal überfahren und ab und zu kann es auch mal vorkommen, dass man in einem Baum rast, was das Schadensmodell zum Vorschein bringt. Ein Tag-Nacht-Zyklus, die zahlreiche Autofahrer und Passanten, sowie der unterhaltsame Soundtrack vermitteln das Gefühl, dass das Leben in New York wahrlich pulsiert. Die Atmosphäre New Yorks der frühen 80er Jahre und der Neuzeit ist demnach wahrlich gut eingefangen worden.Weshalb das Spiel gelegentlich einfriert, bleibt mir bis heute ein Geheimnis. Fakt ist, es ist nervig mitten in einer Mission nichts mehr unternehmen zu können und nur noch ein Brummen aus dem Wii-Laufwerk zu vernehmen. Bedenkt man zudem, dass man nicht alle fünf Minuten gespeichert hat, kann es wahrlich frustrierend sein alle Missionen erneut zu bestreiten. Last but not least sollte noch die Kollisionsabfrage bemängelt werden, die anscheinend ein Eigenleben führt. Ihr rast beispielsweise mit dem Auto an einem Baum und bleibt hängen, verständlich. Doch warum bleibt Ihr bei einer Straßenlaterne hängen? Zehn Meter weiter ist eine andere Laterne. Kaum fahren wir diese an, fällt sie (wie es nun einmal sein müsste) um und wir können unsere Fahrt fortsetzen. Alles in allem ist „Driver: Parallel Lines“ gelungen, verschenkt jedoch wie manch andere Titel viel Potenzial.
Gennaro Grippo meint...
„Driver: Parallel Lines“ ist ein zweischneidiges Schwert: Einerseits fasziniert das frei befahrbare New York der 80er Jahre und der Neuzeit, die zahlreichen Fahrzeuge samt Schadensmodell, die dichte Atmosphäre und die recht spannende Geschichte um T.K., andererseits enttäuscht die Technik und die Umsetzung der Steuerung, sowie gelegentliche Bugs. Demnach ist „Driver: Parallel Lines“ kein Totalausfall, aber von der Perfektion noch Meilenweit entfernt. Bei „Driver: Parallel Lines“ gilt vor allem: Je weniger Erwartungen man in den Titel steckt, desto mehr Spaß wird man daran haben.
„Driver: Parallel Lines“ ist ein zweischneidiges Schwert: Einerseits fasziniert das frei befahrbare New York der 80er Jahre und der Neuzeit, die zahlreichen Fahrzeuge samt Schadensmodell, die dichte Atmosphäre und die recht spannende Geschichte um T.K., andererseits enttäuscht die Technik und die Umsetzung der Steuerung, sowie gelegentliche Bugs. Demnach ist „Driver: Parallel Lines“ kein Totalausfall, aber von der Perfektion noch Meilenweit entfernt. Bei „Driver: Parallel Lines“ gilt vor allem: Je weniger Erwartungen man in den Titel steckt, desto mehr Spaß wird man daran haben.

GRAFIK
Schöne Zwischensequenzen, Tag-Nacht-Zyklus und Schadenmodell sehen sich tristen Grafiken und Texturen gegenüber.
Schöne Zwischensequenzen, Tag-Nacht-Zyklus und Schadenmodell sehen sich tristen Grafiken und Texturen gegenüber.

SOUND
Unterhaltsamer Soundtrack gepaart mit klassischen Großstadt-Geräuschen.
Unterhaltsamer Soundtrack gepaart mit klassischen Großstadt-Geräuschen.

BEDIENUNG
Einfache Steuerung dank Wii-Remote und Nunchuk, jedoch mit gelegentlichen Aussetzern.
Einfache Steuerung dank Wii-Remote und Nunchuk, jedoch mit gelegentlichen Aussetzern.

UMFANG
Umfangreiche Kampagne mit komplett befahrbarem New York der 80er Jahre, kein Multiplayer.
Umfangreiche Kampagne mit komplett befahrbarem New York der 80er Jahre, kein Multiplayer.
SPIELSPASS
New York mit seiner schönen und schlechten Seite
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
New York mit seiner schönen und schlechten Seite
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel