Die Siedler DS
Artikel verfasst von Heiko Ellinger am 23.07.2007
Ein Spiel mit Tradition
1993 ist der Startschuss für eine der erfolgreichsten Computerspiel-Reihen aus Deutschland. Volker Wertich veröffentlicht mit dem Studio Blue Byte „Die Siedler“ auf dem Amiga. Doch damit wird nicht einfach nur ein neues Spiel veröffentlicht. Stattdessen begründet Wertich mit seiner Kreation ein neues Genre, die Aufbau-Strategie. Ein Jahr später erscheint der Titel dank seiner großen Erfolge auch auf dem PC, den er seitdem regelmäßig sein Zuhause nennen darf. Für Blue Bytes langjährig einzige Plattform befindet sich mittlerweile schon der sechste Teil in Entwicklung. Erstmals wagte sich das Ubisoft-Studio in diesem Sommer aber auch an eine Konsole heran. Strategie und Handheld? Da konnte die Plattform nur der Nintendo DS sein, der mit Touchscreen Tastatur und Maus überflüssig macht.
Wie schon erwähnt, veröffentlichte Blue Byte in der Folgezeit einige Nachfolger. Bei Fans ganz oben in der Hitliste steht dabei der zweite Teil der Reihe. Dieser war so beliebt, dass sich Ubisoft im letzten Jahr erbarmte und die Entwickler von Funatics ein Remake für den PC entwickeln durften. Auf dem zweiten Teil basiert auch „Die Siedler DS“. Wobei „basiert“ eigentlich das falsche Wort ist, denn die erstmalige portable Version des wuseligen Aufbau-Spiels ist exakt das Hitspiel aus dem Jahr 1996. Zumindest im Bereich des Gameplays, während sich abseits davon doch einige Unregelmäßigkeiten finden lassen. Bevor wir jedoch jedem Fan die Tränen in die Augen treiben wollen, befassen wir uns erstmal mit den positiven Aspekten und dem Spielprinzip des Klassikers.
Eine Siedlung in wenigen Minuten…
Die Siedler ganz klassisch: Zum Bauen brauchen wir Steine und Holz. Also bauen wir einen Steinbruch und eine Holzfällerhütte und der Nachschub ist vorerst geregelt. Während Stein allerdings langsam abgebaut wird, werden wir schon bald keine Bäume mehr in unserer Siedlung finden. Also muss flugs ein Holzfäller her, der sich um Nachschub kümmert. Während die Steine aus dem Steinbruch gleich fertig und zum Verbauen geeignet sind, kann man das von den Baumstämmen nicht behaupten. Diese müssen zunächst im Sägewerk zu Brettern verarbeitet werden.
In unseren Minen fördern wir diverse Rohstoffe wie Eisen oder Gold. Diese Ressourcen sind wichtig für unseren Erfolg im späteren Spiel, doch mindestens genauso wichtig ist die Verpflegung der Minenarbeiter. Unter anderem essen diese gerne Brot. Der Bauer kümmert sich also auf seiner Farm um Getreide, das wir dann zur Mühle transportieren. Dort verarbeitet es ein fleißiger Geselle zu Mehl, welches schlussendlich in der Backstube in ein leckeres Brot umgewandelt wird. Eine wuselige Siedler-Kette später landet das Brot auch schon in der Mine oder genauer im Magen des fleißigen Arbeiters.
Dies sind nur zwei der zahlreichen Warenkreisläufe, die das Spielen in „Die Siedler DS“ so fordernd machen. Denn es liegt frei an Euch, wo Ihr welchen Betrieb platzieren wollt. Das Ziel ist dabei natürlich, die Wege kurz und die Anordnungen sinnvoll zu halten. Durch diverse Einstellungen könnt Ihr außerdem die Kreisläufe der Waren ein wenig beeinflussen. Wird dringend Holz benötigt, könnt Ihr Eure Siedler anweisen, zu allererst diesen Rohstoff zu transportieren. Diese Verteilung der Prioritäten gibt Euch die volle Kontrolle über Eure Siedlung.
In der Römer-Kampagne, die Euch zugleich nach und nach alle Gebäude zugänglich macht und als eine Art Tutorial fungiert erlebt Ihr die Geschichte des Römers Octavianus, der mit seiner Besatzung auf einer verlassenen Insel strandet. Ihr helft der römischen Truppe nun aus dem Schlamassel und sucht mit Ihnen nach Leben auf dem Eiland, das die eine oder andere Überraschung bereithält. Außerdem gibt es eine Weltkampagne, in der Ihr die einzelnen Kontinente unserer Erde bereisen müsst und zahlreiche Karten für das freie Spiel. In diesem tretet Ihr gegen bis zu drei Computergegner an und könnt vor Spielstart diverse Einstellungen vornehmen, um das Spiel abwechslungsreich zu gestalten. So stehen dem geneigten Siedler-Fan eigentlich genug Möglichkeiten offen, um zahlreiche Stunden mit den portablen Wusel-Freunden zu verbringen. Eigentlich deshalb, weil der Artikel leider an dieser Stelle nicht enden kann. Stattdessen wird der nächste Abschnitt alle Hoffnungen auf ein vollends gelungenes Konsolendebüt der Siedler zerstören.
Einfach schade
Bevor wir nun kollektiv alle negativen Aspekte des Spiels ansprechen, gibt es noch ein letztes Lob an die Entwickler. Das Spielprinzip wurde originalgetreu übernommen. Alle Features aus dem PC-Original sind enthalten und sorgen so dafür, dass es sich bei „Die Siedler DS“ um einen vollwertigen und komplexen Teil der Reihe handelt. Wenn dieser nun noch spielbar wäre, könnte es für lange Zugfahrten nichts Schöneres geben.
Leider gerät der DS doch ordentlich ins Schwitzen, wenn die Siedlung eine gewisse Größe überragt. Das Spielen in der neu eingeführten zweiten Zoomstufe, die das Spielgeschehen etwas entfernter zeigt, ist dann nicht mehr möglich. Zu sehr stören Ruckler den Spielfluss. Allerdings könnte man sich damit noch arrangieren. Da „Die Siedler DS“ von der Spielgeschwindigkeit allgemein auf ruhige Partien ausgelegt ist, benötigt man keine blitzschnellen Reaktionen.
Dazu kommt aber, dass die Touchscreen-Abfrage nicht immer einwandfrei funktioniert. Eine tadellose Steuerung sieht anders aus, wenn ich manche Befehle erst nach mehrmaligem Klicken ausführen kann. Während wir die langen Lade- und Speicherzeiten da noch verschmerzen können, hört es bei Bugs und Abstürzen auf. Teilweise verschwindet der Zoom-Button für die zweite Zoomstufe völlig. An anderer Stelle sorgt das Zoomen für einen Absturz des Systems. Der kratzige Sound, den man besser nach kurzer Zeit abstellt, ist da fast schon keine Erwähnung mehr wert.
1993 ist der Startschuss für eine der erfolgreichsten Computerspiel-Reihen aus Deutschland. Volker Wertich veröffentlicht mit dem Studio Blue Byte „Die Siedler“ auf dem Amiga. Doch damit wird nicht einfach nur ein neues Spiel veröffentlicht. Stattdessen begründet Wertich mit seiner Kreation ein neues Genre, die Aufbau-Strategie. Ein Jahr später erscheint der Titel dank seiner großen Erfolge auch auf dem PC, den er seitdem regelmäßig sein Zuhause nennen darf. Für Blue Bytes langjährig einzige Plattform befindet sich mittlerweile schon der sechste Teil in Entwicklung. Erstmals wagte sich das Ubisoft-Studio in diesem Sommer aber auch an eine Konsole heran. Strategie und Handheld? Da konnte die Plattform nur der Nintendo DS sein, der mit Touchscreen Tastatur und Maus überflüssig macht. Wie schon erwähnt, veröffentlichte Blue Byte in der Folgezeit einige Nachfolger. Bei Fans ganz oben in der Hitliste steht dabei der zweite Teil der Reihe. Dieser war so beliebt, dass sich Ubisoft im letzten Jahr erbarmte und die Entwickler von Funatics ein Remake für den PC entwickeln durften. Auf dem zweiten Teil basiert auch „Die Siedler DS“. Wobei „basiert“ eigentlich das falsche Wort ist, denn die erstmalige portable Version des wuseligen Aufbau-Spiels ist exakt das Hitspiel aus dem Jahr 1996. Zumindest im Bereich des Gameplays, während sich abseits davon doch einige Unregelmäßigkeiten finden lassen. Bevor wir jedoch jedem Fan die Tränen in die Augen treiben wollen, befassen wir uns erstmal mit den positiven Aspekten und dem Spielprinzip des Klassikers.
Eine Siedlung in wenigen Minuten…
Die Siedler ganz klassisch: Zum Bauen brauchen wir Steine und Holz. Also bauen wir einen Steinbruch und eine Holzfällerhütte und der Nachschub ist vorerst geregelt. Während Stein allerdings langsam abgebaut wird, werden wir schon bald keine Bäume mehr in unserer Siedlung finden. Also muss flugs ein Holzfäller her, der sich um Nachschub kümmert. Während die Steine aus dem Steinbruch gleich fertig und zum Verbauen geeignet sind, kann man das von den Baumstämmen nicht behaupten. Diese müssen zunächst im Sägewerk zu Brettern verarbeitet werden.
In unseren Minen fördern wir diverse Rohstoffe wie Eisen oder Gold. Diese Ressourcen sind wichtig für unseren Erfolg im späteren Spiel, doch mindestens genauso wichtig ist die Verpflegung der Minenarbeiter. Unter anderem essen diese gerne Brot. Der Bauer kümmert sich also auf seiner Farm um Getreide, das wir dann zur Mühle transportieren. Dort verarbeitet es ein fleißiger Geselle zu Mehl, welches schlussendlich in der Backstube in ein leckeres Brot umgewandelt wird. Eine wuselige Siedler-Kette später landet das Brot auch schon in der Mine oder genauer im Magen des fleißigen Arbeiters. Dies sind nur zwei der zahlreichen Warenkreisläufe, die das Spielen in „Die Siedler DS“ so fordernd machen. Denn es liegt frei an Euch, wo Ihr welchen Betrieb platzieren wollt. Das Ziel ist dabei natürlich, die Wege kurz und die Anordnungen sinnvoll zu halten. Durch diverse Einstellungen könnt Ihr außerdem die Kreisläufe der Waren ein wenig beeinflussen. Wird dringend Holz benötigt, könnt Ihr Eure Siedler anweisen, zu allererst diesen Rohstoff zu transportieren. Diese Verteilung der Prioritäten gibt Euch die volle Kontrolle über Eure Siedlung.
In der Römer-Kampagne, die Euch zugleich nach und nach alle Gebäude zugänglich macht und als eine Art Tutorial fungiert erlebt Ihr die Geschichte des Römers Octavianus, der mit seiner Besatzung auf einer verlassenen Insel strandet. Ihr helft der römischen Truppe nun aus dem Schlamassel und sucht mit Ihnen nach Leben auf dem Eiland, das die eine oder andere Überraschung bereithält. Außerdem gibt es eine Weltkampagne, in der Ihr die einzelnen Kontinente unserer Erde bereisen müsst und zahlreiche Karten für das freie Spiel. In diesem tretet Ihr gegen bis zu drei Computergegner an und könnt vor Spielstart diverse Einstellungen vornehmen, um das Spiel abwechslungsreich zu gestalten. So stehen dem geneigten Siedler-Fan eigentlich genug Möglichkeiten offen, um zahlreiche Stunden mit den portablen Wusel-Freunden zu verbringen. Eigentlich deshalb, weil der Artikel leider an dieser Stelle nicht enden kann. Stattdessen wird der nächste Abschnitt alle Hoffnungen auf ein vollends gelungenes Konsolendebüt der Siedler zerstören.
Einfach schade
Bevor wir nun kollektiv alle negativen Aspekte des Spiels ansprechen, gibt es noch ein letztes Lob an die Entwickler. Das Spielprinzip wurde originalgetreu übernommen. Alle Features aus dem PC-Original sind enthalten und sorgen so dafür, dass es sich bei „Die Siedler DS“ um einen vollwertigen und komplexen Teil der Reihe handelt. Wenn dieser nun noch spielbar wäre, könnte es für lange Zugfahrten nichts Schöneres geben. Leider gerät der DS doch ordentlich ins Schwitzen, wenn die Siedlung eine gewisse Größe überragt. Das Spielen in der neu eingeführten zweiten Zoomstufe, die das Spielgeschehen etwas entfernter zeigt, ist dann nicht mehr möglich. Zu sehr stören Ruckler den Spielfluss. Allerdings könnte man sich damit noch arrangieren. Da „Die Siedler DS“ von der Spielgeschwindigkeit allgemein auf ruhige Partien ausgelegt ist, benötigt man keine blitzschnellen Reaktionen.
Dazu kommt aber, dass die Touchscreen-Abfrage nicht immer einwandfrei funktioniert. Eine tadellose Steuerung sieht anders aus, wenn ich manche Befehle erst nach mehrmaligem Klicken ausführen kann. Während wir die langen Lade- und Speicherzeiten da noch verschmerzen können, hört es bei Bugs und Abstürzen auf. Teilweise verschwindet der Zoom-Button für die zweite Zoomstufe völlig. An anderer Stelle sorgt das Zoomen für einen Absturz des Systems. Der kratzige Sound, den man besser nach kurzer Zeit abstellt, ist da fast schon keine Erwähnung mehr wert.
Heiko Ellinger meint...
Ein altes Spielprinzip, was noch heute einwandfrei funktioniert. Das ist „Die Siedler DS“. Ein Stück Software, das unzureichend programmiert ist und durch zahlreiche Fehler Frustmomente am Fließband produziert. Das ist „Die Siedler DS“ leider ebenfalls. Selbst beinharte Fans der Reihe sollten sich einen Kauf überlegen. Mit Tricks kann man Abstürze teilweise umgehen und das Spiel so fast spielbar machen – die Frage ist nur, wer das möchte. Sehr schade, da das Gameplay des Titels noch immer voll überzeugen kann.
Ein altes Spielprinzip, was noch heute einwandfrei funktioniert. Das ist „Die Siedler DS“. Ein Stück Software, das unzureichend programmiert ist und durch zahlreiche Fehler Frustmomente am Fließband produziert. Das ist „Die Siedler DS“ leider ebenfalls. Selbst beinharte Fans der Reihe sollten sich einen Kauf überlegen. Mit Tricks kann man Abstürze teilweise umgehen und das Spiel so fast spielbar machen – die Frage ist nur, wer das möchte. Sehr schade, da das Gameplay des Titels noch immer voll überzeugen kann.

GRAFIK
Zwar ein Klassiker, aber doch etwas angestaubt.
Zwar ein Klassiker, aber doch etwas angestaubt.

SOUND
Auch auf den Boxen liegt Staub.
Auch auf den Boxen liegt Staub.

BEDIENUNG
Manchmal bockt der Touchscreen etwas, ansonsten ist aber alles ok.
Manchmal bockt der Touchscreen etwas, ansonsten ist aber alles ok.

UMFANG
Umfangreiche Kampagne, die durch Bugs allerdings unspielbar wird.
Umfangreiche Kampagne, die durch Bugs allerdings unspielbar wird.
SPIELSPASS
Ein einstmals grandioses Spiel zerstört durch Bugs.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Ein einstmals grandioses Spiel zerstört durch Bugs.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel