ATV Quad Frenzy
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 19.11.2006
Mit vier Rädern auf die Piste
Quads, kleine vierrädrige Fahrzeuge, erobern in letzter Zeit die Straßen dieser Welt. Was auf dem größtenteils gut ausgebauten Straßenetz Deutschlands schon viel Spaß macht, wird aber erst in freiem Terrain richtig interessant. Es muss ein herrliches Gefühl sein, mit diesen vielseitigen Fahrzeugen über hügelige Schlammpisten zu rasen. Leider bleibt dieses Gefühl allerdings den meisten Menschen verwehrt, da die Preise für Quads im vierstelligen Bereich liegen. Eine viel kostengünstigere Alternative sind da virtuelle Quad-Rennen, wie sie THQ nun mit ATV Quad Frenzy auf dem Nintendo DS ermöglicht.
Die Menüführung des Spiels ist übersichtlich und unkompliziert. Für Einsteiger wurde ein Trainings-Modus integriert, dank dem ihr auch ohne Gegner über die Pisten brettern und die Fahrzeuge in aller Ruhe ausprobieren könnt. Wer es lieber mit Gegnern aufnimmt, kann mit einem Quick Race schnell in das Spiel einsteigen. Ohne nur eine einzige Einstellung landet ihr hierbei direkt auf der Piste und müsst vor drei anderen Fahrern über die Ziellinie fahren. Im Mittelpunkt des Spiels stehen jedoch die Meisterschaften, bei denen ihr gleich an mehreren Rennen teilnehmt. Dabei wird zwischen zwei Arten von Meisterschaft unterschieden. Bei der ersten geht es darum das Rennen gegen die Konkurrenz zu gewinnen, bei der anderen sind Punkte, die ihr mit Stunts holen könnt, entscheidend für den Sieg.
Von Anfang an stehen euch sechs verschiedene Fahrzeuge zur Verfügung, die sich nicht nur farblich voneinander unterscheiden, sondern auch in den Attributen Motor, Reifen, Federung und Bremsen. Diese sind dafür verantwortlich, wie schnell euer Quad, wie gut seine Haftung, wie stabil seine Fahrweise und wie kurz sein Bremsweg ist. Mit gewonnen Rennen lassen sich die einzelnen Attribute noch steigern, was zwar eine nette Möglichkeit ist, aber weniger Effekt hat, als es sinnvoll wäre. Abschließend könnt ihr noch bestimmen, welche Farbe eurer Rennanzug trägt und dann geht es mit einem Helm auf dem Kopf und vier Rändern unterm Gesäß auf die Piste.
Die Rennstrecken sind in die fünf Areale Wüste, Arktis, Land, Sumpf und Seen unterteilt. Jedes dieser Areale ist in nur fünf Kurse unterteilt, was gemäß der Multiplikation insgesamt 25 Strecken ergibt. Der Umfang des Spiels ist damit sehr gering ausgefallen, vor allem da die Strecken alle nicht überwältigend lang sind und sich je Gebiet auch noch so stark ähneln, dass sie kaum auseinander zu halten sind. Zumindest aber sind die Themen der Gebiete einigermaßen abwechslungsreich. Theoretisch hat dieser Titel also einiges zu bieten, so dass eigentlich kaum noch etwas schief laufen kann…
Schlammiges Desaster
Wie viel, trotz guter Vorrausetzungen, dann doch schief gehen kann, werdet ihr bei diesem Spiel schnell feststellen. Schon von dem Start der Rennen werdet ihr überrumpelt. Es gibt keine Ampel die euch ein Startsignal gibt und es schwenkt leider auch kein hübsches Mädchen eine Fahne, um den Start zu signalisieren. Stattdessen geht es sofort nach der letzten Bestätigung im Menü los. Eine so unnötig unkomfortable Art eines Starts ist sehr gewöhnungsbedürftig, so dass ihr mit Sicherheit den Einstieg in die Rennen immer wieder nur sehr schlecht schaffen werdet.
Damit kommt es immer wieder vor, dass eure Konkurrenten ganz leicht an euch vorbeiziehen und davonrasen. Rasen ist dabei sehr stark übertrieben, denn eigentlich schleichen die Quads mehr über die Strecke. Selbst wenn ihr den Motor eures Fahrzeuges auf maximale Leistung aufgerüstet habt, werdet ihr bei diesem Spiel nicht in den Genuss eines Geschwindigkeitsgefühls kommen. Das ist der Hauptkritikpunkt des Spiels, denn es kommt einfach überhaupt kein Spaß auf, wenn ihr mit dem Quad langsam über die Hügel schleicht und die Kurven ganz gemütlich nehmt. Das ganze erinnert mehr an ein motorisiertes Rollstuhlrennen eines Altersheims, als an ein Quadrennen, womit schnell Langeweile aufkommt.
Die anderen Teilnehmer machen die Rennen auch nicht spannender. Sie fahren einfach gemütlich ihre Runden und folgen, dank schlechter KI, immer wieder den offenbar direkt vorgebenden Bahnen. Lediglich wenn ihr sie überholt habt zeigen sie eine Reaktion und rammen euch von hinten aggressiv von der Strecke. Das ist besonders ärgerlich, da die Quads allgemein schon schwer zu kontrollieren sind und bei leichten Erschütterungen, wie dem Rammen der Gegner, auf eine sehr empfindliche Weise ausbrechen oder sich sogar überschlagen. Damit kommt es zu einem frustrierenden Zeitverlust, womit die Gegner, dank Minimalgeschwindigkeiten, zwar meistens nicht aus dem Sichtfeld verschwinden, aber doch sehr schwer einzuholen sind.
Allgemein gesagt, haben die Entwickler bei der Praxis dieses Spiels alles falsch gemacht, was nur falsch zu machen war. Dazu kommt auch noch das vollkommen flache Stuntsystem, das eigentlich nur einen einzigen Stunt zu bieten hat. Dieser wird mit dem gleichzeitigen Drücken des A- und des B-Knopfes ausgeführt, sobald ihr euch in der Luft befindet. Die Bedienung der Stunts ist genauso unspektakulär wie ihre Darstellung, doch eine Stimme zeigt nach der Landung mit Kommentaren wie „Awesome“, dass zumindest ihr das gezeigte gefallen hat. Da die Stunt-Meisterschaft nur auf dem gleichzeitigen Drücken des A- und des B-Knopfes basiert, mach diese sogar noch weniger Spaß, als die Rennen.
Gemeinsame Langeweile
Neben den bereits genannten Modi bietet das Spiel auch noch einen Mehrspieler-Modus, bei dem zumindest die Kritik an der schlechten Gegner-KI entfällt. Alle anderen Punkte haben allerdings auch hier Geltung, womit ihr mit bis zu vier Spielern gemütlich über die Strecken schleichen oder den einzigen Stunt des Spiels ausführen könnt. Damit dieses, mehr oder weniger große, Vergnügen aber überhaupt erst zu Stande kommen kann, benötig jeder der Mitspieler dieses Spiel. Leider werden Rennen via Single-Card-Funktion nicht ermöglicht, womit die Entwickler dem Spiel auch an dieser Stelle viel Potenzial rauben.
Dem Touchscreen wurde keine außergewöhnliche Funktion zugeteilt, so dass er nur für die Darstellung aller Anzeigen zuständig ist. Dabei habt ihr unter anderem eine Übersicht über eure Platzierung, die aktuelle Runde und die Geschwindigkeit, welche in Meilen pro Stunde angezeigt wird, da sich bei der Lokalisation nicht die Mühe gemacht wurde, die Anzeige auf Stundenkilometer einzustellen. Am wichtigsten ist auf dem Touchscreen der Kompass, der euch den richtigen Weg weist und euch davor schützt vom Kurs abzukommen.
Das ist deswegen so wichtig, da die Landschaft unglaublich karg gestaltet wurde und von sich aus keine brauchbaren Orientierungspunkte bietet. Der obere Bildschirm zeigt eine gerade noch akzeptable 3D-Grafik, die stets flüssig über den Bildschirm läuft. Allerdings krankt die Optik neben der kargen Landschaft, noch an schwachen Effekten und unsauberen Texturen. Das ist alles aber noch absolut hinnehmbar im vergleich zu dem Sound. Dieser bietet nämlich nicht nur eintönige Techno-Musik, sondern Motorengeräusche die weniger nach Fahrzeugen klingen, dafür aber sehr stark nach einem elektrischen Rasierer.
Quads, kleine vierrädrige Fahrzeuge, erobern in letzter Zeit die Straßen dieser Welt. Was auf dem größtenteils gut ausgebauten Straßenetz Deutschlands schon viel Spaß macht, wird aber erst in freiem Terrain richtig interessant. Es muss ein herrliches Gefühl sein, mit diesen vielseitigen Fahrzeugen über hügelige Schlammpisten zu rasen. Leider bleibt dieses Gefühl allerdings den meisten Menschen verwehrt, da die Preise für Quads im vierstelligen Bereich liegen. Eine viel kostengünstigere Alternative sind da virtuelle Quad-Rennen, wie sie THQ nun mit ATV Quad Frenzy auf dem Nintendo DS ermöglicht.
Die Menüführung des Spiels ist übersichtlich und unkompliziert. Für Einsteiger wurde ein Trainings-Modus integriert, dank dem ihr auch ohne Gegner über die Pisten brettern und die Fahrzeuge in aller Ruhe ausprobieren könnt. Wer es lieber mit Gegnern aufnimmt, kann mit einem Quick Race schnell in das Spiel einsteigen. Ohne nur eine einzige Einstellung landet ihr hierbei direkt auf der Piste und müsst vor drei anderen Fahrern über die Ziellinie fahren. Im Mittelpunkt des Spiels stehen jedoch die Meisterschaften, bei denen ihr gleich an mehreren Rennen teilnehmt. Dabei wird zwischen zwei Arten von Meisterschaft unterschieden. Bei der ersten geht es darum das Rennen gegen die Konkurrenz zu gewinnen, bei der anderen sind Punkte, die ihr mit Stunts holen könnt, entscheidend für den Sieg.
Von Anfang an stehen euch sechs verschiedene Fahrzeuge zur Verfügung, die sich nicht nur farblich voneinander unterscheiden, sondern auch in den Attributen Motor, Reifen, Federung und Bremsen. Diese sind dafür verantwortlich, wie schnell euer Quad, wie gut seine Haftung, wie stabil seine Fahrweise und wie kurz sein Bremsweg ist. Mit gewonnen Rennen lassen sich die einzelnen Attribute noch steigern, was zwar eine nette Möglichkeit ist, aber weniger Effekt hat, als es sinnvoll wäre. Abschließend könnt ihr noch bestimmen, welche Farbe eurer Rennanzug trägt und dann geht es mit einem Helm auf dem Kopf und vier Rändern unterm Gesäß auf die Piste.
Die Rennstrecken sind in die fünf Areale Wüste, Arktis, Land, Sumpf und Seen unterteilt. Jedes dieser Areale ist in nur fünf Kurse unterteilt, was gemäß der Multiplikation insgesamt 25 Strecken ergibt. Der Umfang des Spiels ist damit sehr gering ausgefallen, vor allem da die Strecken alle nicht überwältigend lang sind und sich je Gebiet auch noch so stark ähneln, dass sie kaum auseinander zu halten sind. Zumindest aber sind die Themen der Gebiete einigermaßen abwechslungsreich. Theoretisch hat dieser Titel also einiges zu bieten, so dass eigentlich kaum noch etwas schief laufen kann…
Schlammiges Desaster
Wie viel, trotz guter Vorrausetzungen, dann doch schief gehen kann, werdet ihr bei diesem Spiel schnell feststellen. Schon von dem Start der Rennen werdet ihr überrumpelt. Es gibt keine Ampel die euch ein Startsignal gibt und es schwenkt leider auch kein hübsches Mädchen eine Fahne, um den Start zu signalisieren. Stattdessen geht es sofort nach der letzten Bestätigung im Menü los. Eine so unnötig unkomfortable Art eines Starts ist sehr gewöhnungsbedürftig, so dass ihr mit Sicherheit den Einstieg in die Rennen immer wieder nur sehr schlecht schaffen werdet.
Damit kommt es immer wieder vor, dass eure Konkurrenten ganz leicht an euch vorbeiziehen und davonrasen. Rasen ist dabei sehr stark übertrieben, denn eigentlich schleichen die Quads mehr über die Strecke. Selbst wenn ihr den Motor eures Fahrzeuges auf maximale Leistung aufgerüstet habt, werdet ihr bei diesem Spiel nicht in den Genuss eines Geschwindigkeitsgefühls kommen. Das ist der Hauptkritikpunkt des Spiels, denn es kommt einfach überhaupt kein Spaß auf, wenn ihr mit dem Quad langsam über die Hügel schleicht und die Kurven ganz gemütlich nehmt. Das ganze erinnert mehr an ein motorisiertes Rollstuhlrennen eines Altersheims, als an ein Quadrennen, womit schnell Langeweile aufkommt.
Die anderen Teilnehmer machen die Rennen auch nicht spannender. Sie fahren einfach gemütlich ihre Runden und folgen, dank schlechter KI, immer wieder den offenbar direkt vorgebenden Bahnen. Lediglich wenn ihr sie überholt habt zeigen sie eine Reaktion und rammen euch von hinten aggressiv von der Strecke. Das ist besonders ärgerlich, da die Quads allgemein schon schwer zu kontrollieren sind und bei leichten Erschütterungen, wie dem Rammen der Gegner, auf eine sehr empfindliche Weise ausbrechen oder sich sogar überschlagen. Damit kommt es zu einem frustrierenden Zeitverlust, womit die Gegner, dank Minimalgeschwindigkeiten, zwar meistens nicht aus dem Sichtfeld verschwinden, aber doch sehr schwer einzuholen sind.
Allgemein gesagt, haben die Entwickler bei der Praxis dieses Spiels alles falsch gemacht, was nur falsch zu machen war. Dazu kommt auch noch das vollkommen flache Stuntsystem, das eigentlich nur einen einzigen Stunt zu bieten hat. Dieser wird mit dem gleichzeitigen Drücken des A- und des B-Knopfes ausgeführt, sobald ihr euch in der Luft befindet. Die Bedienung der Stunts ist genauso unspektakulär wie ihre Darstellung, doch eine Stimme zeigt nach der Landung mit Kommentaren wie „Awesome“, dass zumindest ihr das gezeigte gefallen hat. Da die Stunt-Meisterschaft nur auf dem gleichzeitigen Drücken des A- und des B-Knopfes basiert, mach diese sogar noch weniger Spaß, als die Rennen.
Gemeinsame Langeweile
Neben den bereits genannten Modi bietet das Spiel auch noch einen Mehrspieler-Modus, bei dem zumindest die Kritik an der schlechten Gegner-KI entfällt. Alle anderen Punkte haben allerdings auch hier Geltung, womit ihr mit bis zu vier Spielern gemütlich über die Strecken schleichen oder den einzigen Stunt des Spiels ausführen könnt. Damit dieses, mehr oder weniger große, Vergnügen aber überhaupt erst zu Stande kommen kann, benötig jeder der Mitspieler dieses Spiel. Leider werden Rennen via Single-Card-Funktion nicht ermöglicht, womit die Entwickler dem Spiel auch an dieser Stelle viel Potenzial rauben.
Dem Touchscreen wurde keine außergewöhnliche Funktion zugeteilt, so dass er nur für die Darstellung aller Anzeigen zuständig ist. Dabei habt ihr unter anderem eine Übersicht über eure Platzierung, die aktuelle Runde und die Geschwindigkeit, welche in Meilen pro Stunde angezeigt wird, da sich bei der Lokalisation nicht die Mühe gemacht wurde, die Anzeige auf Stundenkilometer einzustellen. Am wichtigsten ist auf dem Touchscreen der Kompass, der euch den richtigen Weg weist und euch davor schützt vom Kurs abzukommen.
Das ist deswegen so wichtig, da die Landschaft unglaublich karg gestaltet wurde und von sich aus keine brauchbaren Orientierungspunkte bietet. Der obere Bildschirm zeigt eine gerade noch akzeptable 3D-Grafik, die stets flüssig über den Bildschirm läuft. Allerdings krankt die Optik neben der kargen Landschaft, noch an schwachen Effekten und unsauberen Texturen. Das ist alles aber noch absolut hinnehmbar im vergleich zu dem Sound. Dieser bietet nämlich nicht nur eintönige Techno-Musik, sondern Motorengeräusche die weniger nach Fahrzeugen klingen, dafür aber sehr stark nach einem elektrischen Rasierer.
Sascha Geldermann meint...
Trotz spannender Thematik und guten Vorrausetzungen in Sachen Modi und Kurse bietet ATV Quad Frenzy keinerlei Spannung. Vor allem das niedrige Geschwindigkeitsgefühl, die schwierige Handhabung der Quads und das absolut flache Stuntsystem ersticken den Spielspaß im Keim. Außerdem sorgen viele weitere Mankos, wie der geringe Umfang, dafür, dass jeder Spieler einen großen Bogen um dieses Spiel machen sollte, bei dem alles nur Denkbare falsch gemacht wurde.
Trotz spannender Thematik und guten Vorrausetzungen in Sachen Modi und Kurse bietet ATV Quad Frenzy keinerlei Spannung. Vor allem das niedrige Geschwindigkeitsgefühl, die schwierige Handhabung der Quads und das absolut flache Stuntsystem ersticken den Spielspaß im Keim. Außerdem sorgen viele weitere Mankos, wie der geringe Umfang, dafür, dass jeder Spieler einen großen Bogen um dieses Spiel machen sollte, bei dem alles nur Denkbare falsch gemacht wurde.

GRAFIK
Die Framerate ist stabil, was bei den kargen Landschaften aber auch kein Wunder ist.
Die Framerate ist stabil, was bei den kargen Landschaften aber auch kein Wunder ist.

SOUND
Eintönige Technomusik vermischt sich mit miesen Geräuschen.
Eintönige Technomusik vermischt sich mit miesen Geräuschen.

BEDIENUNG
Die Steuerung ist einfach zu ungenau.
Die Steuerung ist einfach zu ungenau.

UMFANG
Mit 25 Strecken und einer ordentlichen Modi-Auswahl geht der Umfang in Ordnung. Schade ist aber, dass es keine Single-Card-Funktion gibt.
Mit 25 Strecken und einer ordentlichen Modi-Auswahl geht der Umfang in Ordnung. Schade ist aber, dass es keine Single-Card-Funktion gibt.
SPIELSPASS
Voll von der Straße abgekommen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Voll von der Straße abgekommen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel