Castlevania: Dawn of Sorrow
Artikel verfasst von Heiko Ellinger am 03.06.2007
Mach’s noch einmal, Soma!
Was mit dem Abenteuer Simon Belmont’s 1987 den Anfang nahm, in vielen weiteren Episoden auch andere Charaktere aus dem Belmont-Clan als Hauptprotagonisten ans Steuer ließ, bekommt nun mit „Castlevania: Dawn of Sorrow“ einen weiteren Ableger, der sich in die traditionsreiche Reihe nahtlos eingliedert. Entwickler Konami schickt die Vampir-Reihe dabei erstmalig auf den Nintendo Dual Screen, ein weiteres Abenteuer ist unterdessen bereits angekündigt.
Held des Titels, der im entfernten Jahre 2036 angesiedelt ist, ist erneut der japanische Student Soma Cruz, der bereits im GBA-Titel „Aria of Sorrow“ gegen Dracula und seine Schergen antreten musste. Soma hatte eigentlich das Vampir-Kapitel abgeschlossen, doch nur ein Jahr später wird er wieder in den Mittelpunkt der Geschichte um den berühmten Vampir treten. Ein mysteriöser Geheimkult versucht unter der Führung der Schattenpriesterin Celia alles, um den dunklen Fürsten Dracula wieder auf unsere Welt zu bringen. Gemeinsam mit ihren Untergebenen Dario und Dimitri muss sie dabei aber nicht nur auf Soma achten, sondern auch auf Belmont-Urgestein Julius, der schon 1999 als Sieger aus dem Kampf gegen Dracula hervorgehen konnte. Außerdem zeigt auch Genya Arikado, Mitglied einer streng geheimen japanischen Regierungsbehörde, Interesse daran, eine erneute Wiederauferstehung des Vampirkönigs zu verhindern.
Diese beiden gehen zwar alleine ihren Weg, auf Unterstützung muss Soma allerdings nicht verzichten. Tränke und Waffen erhält er vom Exsoldaten Hammer, der wiederum schwer verliebt ist. Ausgeguckt hat er sich die Kirchenhexe Yoko Belnades, deren Clan Dracula ebenfalls schon besiegen konnte. Diese hilft Euch im Umgang mit den Seelen der Besiegten, doch dazu später mehr.
Raucht Euch nun schon der Kopf wegen all der Namen? Keine Angst, mehr werde ich Euch nicht an den Kopf werfen, doch ein Detail darf ich natürlich nicht verschweigen. Unser Held Soma ist nämlich pikanterweise die Wiedergeburt Draculas und somit auserkoren, den Platz des Fürsten als neuer dunkler Herrscher anzunehmen. Soma, selbst reinen Gewissens, tut jedoch alles, um diesem Schicksal zu entrinnen und so stellt er sich gegen alle, die zu Dracula, der Inkarnation des Bösen halten.
Was Ihr nun tun könnt, um ein erneutes Comeback Draculas in die Unendlichkeit zu verschieben und warum Castlevania in jede Sammlung gehört, erfahrt Ihr in den folgenden Zeilen.
Die Seelen der Toten
„Castlevania: Dawn of Sorrow“ ist ein Action-Spiel mit starkem Rollenspieleinschlag. So metzelt Ihr Euch durch nach dem Verlassen eines Raumes wiederkehrende Gegnerhorden und sammelt dabei fleißig Erfahrungspunkte, rüstet Eure Waffen auf und feilt an der perfekten Rüstung. Außerdem könnt Ihr diverse Gegenstände finden und wie schon erwähnt auch erwerben, die Euch das Leben dann ein gutes Stück leichter machen.
Praktischerweise hat Soma eine wirkungsvolle Fähigkeit aus „Aria of Sorrow“ mit in die DS-Episode genommen. Auch dieses Mal könnt Ihr die Seelen der getöteten Gegner einfangen und fortan Euch zu Nutze machen. Dabei wird zwischen vier verschiedenen Seelen-Kategorien unterschieden. Zum einen wären da die Seelen der Kategorie Schuss, die pro Einsatz einen Teil Eurer Magiepunkte verbrauchen. So könnt Ihr Knochen werfen, Speere schleudern, Bögen spannen und natürlich noch vieles mehr. Eine weitere Kategorie ist Schutz. Diese Seelen verbrauchen bei Gebrauch solange Magiepunkte, wie sie aktiviert werden. Recht schnell im Spiel bekommt Ihr beispielsweise einen fliegenden Ritter, dank dem Ihr nur langsam dem Boden entgegenschwebt und so größere Abgründe überwinden könnt.
Es gibt noch zwei weitere Kategorien der Seelen, die allerdings beide keine Magiepunkte verbrauchen. Die Seelen der Kategorie Zauber verbessern dabei vorrangig Eure Statuswerte. Eine Seele macht Soma zum Beispiel stärker, eine andere dagegen schlauer. Zu guter Letzt gibt es die Kategorie Fähigkeit. Die Seelen dieser Kategorie verbrauchen wie schon erwähnt ebenfalls keine Magiepunkte und verleihen Euch spezielle Fähigkeiten wie den Doppelsprung oder die Möglichkeit, zwischen zwei Seelen- und Ausrüstungsvarianten jederzeit umschalten zu können. Denn aus den ersten drei Seelenkategorien könnt Ihr jeweils nur eine aktiv mit Euch führen. Die anderen ruhen in Eurem Inventar, bis Ihr sie einsetzen wollt. Auf Knopfdruck könnt Ihr also immer eine Seele aus der Kategorie Schuss und aus der Kategorie Schutz einsetzen.
Es gibt dabei zwei Möglichkeiten, um an die Seelen heranzukommen. Standard-Gegner werfen nach ihrem Ableben nur ab und an eine der begehrten Seelen ab. Diese werden dann automatisch eingesammelt. Allerdings beschränken sich diese Seelen auf die Kategorien Schuss, Schutz und Zauber. Für die Seelen der Kategorie Fähigkeit müsst Ihr die „Hüter der Seele“ finden, die sich im ganzen Schloss verteilt haben und nur darauf warten, aus Euren Knochen Brei zu machen. Diese Hüter sind nämlich unter anderem die imposanten Bossgegner im Spiel, die Ihr in recht loser Reihenfolge besuchen könnt. Einige Gegner könnt Ihr aber nur nach Erlernen neuer Spezialfähigkeiten erreichen.
Übrigens lohnt es sich teilweise, auch mehrere gleiche Seelen zu fangen. Denn zum einen kann sich dadurch der Effekt einer Seele verstärken und zum anderen könnt Ihr mit Euren Seelen die eingangs erwähnte Kirchenhexe Yoko Belnades aufsuchen. Diese kann dann, die entsprechenden Seelen vorausgesetzt, Eure Waffe dauerhaft verbessern.
Auf Erkundungstour
Natürlich wäre Castlevania nicht Castlevania, müsstet Ihr mit Eurem Protagonisten nicht wieder ein Schloss aufsuchen, das direkt von Draculas Immobilienmakler stammen könnte. Und so macht auch „Dawn of Sorrow“ keine Ausnahme und schickt Euch nach anfänglichen Scharmützeln in der winterlichen Landschaft in Front des Schlosses direkt hinein in dunkle Gemäuer und modrige Verliese. Dabei erkundet Ihr nach und nach ein riesiges Schloss, in dem es vor mysteriösen Gegnern, die Fans größtenteils aus den Vorgängern kennen dürften, und tödlichen Fallen nur so wimmelt. Ihr folgt dabei übrigens keinem vorgegebenen Pfad. Stattdessen könnt Ihr einige Bereiche im vorderen Teil des Schlosses zum Beispiel erst erkunden, nachdem Ihr eine neue Fähigkeit an einer anderen Stelle erworben habt. So kommt Ihr oft an längst besuchte Stellen des Schlosses zurück.
Was sich nach langweiliger Lauferei anhört, sieht in der Praxis glücklicherweise anders aus. Denn Konami verteilte in dem riesigen Schloss sehr großzügig einige Warp-Zonen, so dass Ihr Euch über große Entfernungen hinweg teleportieren könnt. So kommt Ihr auch zurück in besagte Schneelandschaft, was vor allem daher nötig ist, da hier Hammer und Yoko das ganze Spiel über auf Euch warten, um Euch mit den neusten Errungenschaften zu versorgen. Und für die kleine Tour zwischendurch tauchen in jedem Raum nach Verlassen die Gegner wieder auf, so dass für Daueraction gesorgt ist. Dies ist natürlich auch sehr praktisch, wenn Ihr Soma aufleveln wollt, um bei späteren Gegnern leichteres Spiel zu haben. Denn wie schon erwähnt, erhaltet Ihr für jeden besiegten Gegner wie in einem Rollenspiel Erfahrungspunkte und könnt somit durch Levelaufstiege Eure Statuswerte immer ein Stückchen erhöhen.
Doch nicht nur durch Aufleveln könnt Ihr Euren Helden schlagfertiger machen. Denn vor allem durch neue Waffen könnt Ihr die Gegnermassen das Fürchten lehren. Natürlich vorausgesetzt, dass Untote überhaupt fürchten können. Dabei könnt Ihr je nach Euren Vorlieben Eure Waffe auswählen. Das Waffenbalancing ist Konami sehr gut gelungen, weshalb Ihr die Wahl zwischen schnellen, aber dafür schwächeren Klingen und mächtigen, langsamen Äxten habt. Allerdings beschränkt sich das mögliche Inventar nicht nur auf Nahkampfwaffen. Da wir uns im Jahr 2035 befinden, muss natürlich auch etwas Modernes den Weg ins Arsenal finden und daher könnt Ihr Euch im Verlauf des Spiels auch über eine Pistole freuen.
Schaurig schöner Touchscreen
Ja, liebe Pessimisten, es gibt sie doch, die Titel, die den Touchscreen für mehr verwenden als für das eine oder andere Minispiel zwischendurch. „Castlevania: Dawn of Sorrow“ gehört zweifellos dazu und setzt sowohl den unteren als auch den oberen Screen sehr gut ein. Beginnen wir zunächst einmal mit dem oberen Screen. Hier seht Ihr während dem gesamten Spielverlauf eine Karte des Schlosses, die für Euch automatisch mitzeichnet. Seien dies nun Speicherpunkte (zu denen später mehr) oder die bereits erwähnten Teleporter. Noch nicht erforschte Gebiete werden nur dann bereits angezeigt, wenn Ihr bei Hammer einen Teil der Karte erworben habt. So könnt Ihr dann sehen, wo Ihr überall noch nach Schätzen und Gegnern Ausschau halten könnt. Im Pausenmenü wird der obere Screen dagegen unter anderem genutzt, um Eure Statuswerte auf einen Blick zu präsentieren, während auf dem unteren Screen die Menüpunkte aufgeführt sind.
Der Touchscreen kommt dagegen in verschiedenen Situationen zum Einsatz. Nach einiger Zeit erlangt Ihr die Fähigkeit, Eisblöcke zu zerstören, von einem der „Hüter der Seelen“. Und dies könnt Ihr dann komfortabel per Touch-Screen machen. Diese Fähigkeit wird sogar dazu genutzt, dass Ihr Euch einen Weg durch die Blöcke „freischaufeln“ müsst, da Ihr sonst die höher gelegene Ausgangstür nicht erreicht.
Eine weitere Verwendungsmöglichkeit findet sich in den magischen Siegeln, die Ihr im Verlaufe des Spiels findet. Diese benötigt Ihr, um Türen zumeist zu Bossgegnern zu öffnen. Kurz vor Ableben des Bosses müsst Ihr das jeweilige Siegel dann selbst nachzeichnen, um den Gegner wieder ins Reich der endgültig Toten zu befördern. Tragisch wird es nur dann, wenn Ihr den Einsatz verpennt oder im Eifer des Gefechts das Siegel falsch zeichnet. Denn dann heißt es, Extraschichten zu schieben und den Gegner erneut bis an den Rand einer Niederlage zu treiben, um hoffentlich dann den entscheidenden Stoß zu setzen.
Die dritte und wohl wichtigste Verwendung findet sich in den Schutz-Seelen. Denn bei diesen sind einige dabei, mit denen Ihr Euch Verbündete im Kampf gegen Draculas Untergebene herbeizaubern könnt. Ohne auf Befehle von Euch zu warten, greifen sie das nächste Ziel in Eurer Nähe an. Allerdings könnt Ihr sie auch auf einen Gegner Eurer Wahl hetzen, ganz einfach durch einen Klick auf den Gegner auf dem Touchscreen.
Neben den Teleportern gibt es wie bereits erwähnt natürlich auch Speicherstationen. An diesen werden sowohl Eure Trefferpunkte als auch Eure Magiepunkte vollständig aufgefüllt. Die Speicherstationen sind sehr fair und vor allem in ausreichender Stückzahl im Schloss verteilt. Das Schloss selbst ist in mehrere Themenbereiche aufgeteilt und in jedem findet Ihr zumindest einen Speicherpunkt. Sollte dennoch einmal die Zeit knapp werden und kein Speicherpunkt in Reichweite, braucht Ihr keine Panik zu bekommen. Im Optionsmenü findet Ihr eine Pausenfunktion. Anders als in anderen Titeln wird das Spiel dadurch allerdings nicht einfach nur angehalten. Stattdessen wird genau an der Stelle, wo Ihr Euch gerade befindet, eine Schnellspeicherung angelegt. Dann könnt Ihr den DS ohne Bedenken ausschalten und beim nächsten Start von dieser Schnellspeicherung aus den Weg fortsetzen. Bis auf wenige Ausnahmen, etwa bei laufenden Bosskämpfen, könnt Ihr diese Funktion sehr komfortabel immer nutzen.
Übrigens stehen Euch insgesamt drei Speicherplätze zur Verfügung, auf denen Ihr also jeweils das Abenteuer einmal starten könnt. Eine nachträgliche Speicherung auf einem anderen Platz geht dagegen nicht.
Zweidimensionales Meisterwerk
Auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätte sich grafisch seit „Aria of Sorrow“ nur wenig getan. Allerdings dürfte jedem schnell auffallen, dass „Dawn of Sorrow“ auf dem Dual Screen 2D-Grafik nahe der Perfektion bietet. Teilweise bietet Euch Konami wunderschön animierte Hintergründe, die die gruselige Atmosphäre sehr gut unterstützen. Außerdem wurde auch auf Feinheiten geachtet. So könnt Ihr in der kalten Winterlandschaft Somas Atem sehen. An anderer Stelle verfolgen Euch die Augen aus einem Porträt auf Schritt und Tritt.
Dazu gesellen sich teilweise wahre Gegnermassen, blutige Metzelorgien (selbst Dracula könnte hier satt werden) und imposante Bossgegner, die Soma nicht selten um ein Vielfaches überragen. Außerdem stimmt Euch das Spiel auf das folgende Vergnügen mit einem stimmigen animierten Intro ein. Gespräche laufen in Textboxen ab, während der sprechende Charakter jeweils in Großaufnahme gezeigt wird.
Der orchestrale Soundtrack ist sehr stimmig und dürfte wohl jedem Fan der Serie gefallen. Grafik und Sound sind dabei über die gesamte Spielzeit auf einem überdurchschnittlich hohen Level. Das Spielgeschehen kommt dennoch nie ins Stocken.
Und als wäre dies alles nicht genug, hat sich Konami es nicht nehmen lassen, uns auch noch einen Multiplayer-Modus zu spendieren. Leider brauchen aber beide Spieler eine Cartridge. Über die WiFi-Verbindung könnt Ihr mit einem Freund gesammelte Seelen austauschen, von denen es im Übrigen eine ungeheure Vielzahl mit allen möglichen Fähigkeiten gibt. Außerdem könnt Ihr im VS-Modus sehen, wer der bessere Kämpfer ist. Konami hat verschiedene Karten auf der Cartridge mitgeliefert, auf der Ihr nach Belieben Monster verteilen könnt. Nun müssen sich zwei Spieler jeweils durch die Räume voller Monster kämpfen. Wer zuerst das Ende erreicht, hat das Kräftemessen gewonnen. Leider ist der Multiplayer nicht mehr als Beiwerk. Allerdings ist es ab und an nett anzuschauen, wie sich unterschiedliche Ausrüstungen auf den Erfolg in den Karten widerspiegeln.
Was mit dem Abenteuer Simon Belmont’s 1987 den Anfang nahm, in vielen weiteren Episoden auch andere Charaktere aus dem Belmont-Clan als Hauptprotagonisten ans Steuer ließ, bekommt nun mit „Castlevania: Dawn of Sorrow“ einen weiteren Ableger, der sich in die traditionsreiche Reihe nahtlos eingliedert. Entwickler Konami schickt die Vampir-Reihe dabei erstmalig auf den Nintendo Dual Screen, ein weiteres Abenteuer ist unterdessen bereits angekündigt.
Held des Titels, der im entfernten Jahre 2036 angesiedelt ist, ist erneut der japanische Student Soma Cruz, der bereits im GBA-Titel „Aria of Sorrow“ gegen Dracula und seine Schergen antreten musste. Soma hatte eigentlich das Vampir-Kapitel abgeschlossen, doch nur ein Jahr später wird er wieder in den Mittelpunkt der Geschichte um den berühmten Vampir treten. Ein mysteriöser Geheimkult versucht unter der Führung der Schattenpriesterin Celia alles, um den dunklen Fürsten Dracula wieder auf unsere Welt zu bringen. Gemeinsam mit ihren Untergebenen Dario und Dimitri muss sie dabei aber nicht nur auf Soma achten, sondern auch auf Belmont-Urgestein Julius, der schon 1999 als Sieger aus dem Kampf gegen Dracula hervorgehen konnte. Außerdem zeigt auch Genya Arikado, Mitglied einer streng geheimen japanischen Regierungsbehörde, Interesse daran, eine erneute Wiederauferstehung des Vampirkönigs zu verhindern. Diese beiden gehen zwar alleine ihren Weg, auf Unterstützung muss Soma allerdings nicht verzichten. Tränke und Waffen erhält er vom Exsoldaten Hammer, der wiederum schwer verliebt ist. Ausgeguckt hat er sich die Kirchenhexe Yoko Belnades, deren Clan Dracula ebenfalls schon besiegen konnte. Diese hilft Euch im Umgang mit den Seelen der Besiegten, doch dazu später mehr.
Raucht Euch nun schon der Kopf wegen all der Namen? Keine Angst, mehr werde ich Euch nicht an den Kopf werfen, doch ein Detail darf ich natürlich nicht verschweigen. Unser Held Soma ist nämlich pikanterweise die Wiedergeburt Draculas und somit auserkoren, den Platz des Fürsten als neuer dunkler Herrscher anzunehmen. Soma, selbst reinen Gewissens, tut jedoch alles, um diesem Schicksal zu entrinnen und so stellt er sich gegen alle, die zu Dracula, der Inkarnation des Bösen halten.
Was Ihr nun tun könnt, um ein erneutes Comeback Draculas in die Unendlichkeit zu verschieben und warum Castlevania in jede Sammlung gehört, erfahrt Ihr in den folgenden Zeilen.
Die Seelen der Toten
„Castlevania: Dawn of Sorrow“ ist ein Action-Spiel mit starkem Rollenspieleinschlag. So metzelt Ihr Euch durch nach dem Verlassen eines Raumes wiederkehrende Gegnerhorden und sammelt dabei fleißig Erfahrungspunkte, rüstet Eure Waffen auf und feilt an der perfekten Rüstung. Außerdem könnt Ihr diverse Gegenstände finden und wie schon erwähnt auch erwerben, die Euch das Leben dann ein gutes Stück leichter machen.
Praktischerweise hat Soma eine wirkungsvolle Fähigkeit aus „Aria of Sorrow“ mit in die DS-Episode genommen. Auch dieses Mal könnt Ihr die Seelen der getöteten Gegner einfangen und fortan Euch zu Nutze machen. Dabei wird zwischen vier verschiedenen Seelen-Kategorien unterschieden. Zum einen wären da die Seelen der Kategorie Schuss, die pro Einsatz einen Teil Eurer Magiepunkte verbrauchen. So könnt Ihr Knochen werfen, Speere schleudern, Bögen spannen und natürlich noch vieles mehr. Eine weitere Kategorie ist Schutz. Diese Seelen verbrauchen bei Gebrauch solange Magiepunkte, wie sie aktiviert werden. Recht schnell im Spiel bekommt Ihr beispielsweise einen fliegenden Ritter, dank dem Ihr nur langsam dem Boden entgegenschwebt und so größere Abgründe überwinden könnt. Es gibt noch zwei weitere Kategorien der Seelen, die allerdings beide keine Magiepunkte verbrauchen. Die Seelen der Kategorie Zauber verbessern dabei vorrangig Eure Statuswerte. Eine Seele macht Soma zum Beispiel stärker, eine andere dagegen schlauer. Zu guter Letzt gibt es die Kategorie Fähigkeit. Die Seelen dieser Kategorie verbrauchen wie schon erwähnt ebenfalls keine Magiepunkte und verleihen Euch spezielle Fähigkeiten wie den Doppelsprung oder die Möglichkeit, zwischen zwei Seelen- und Ausrüstungsvarianten jederzeit umschalten zu können. Denn aus den ersten drei Seelenkategorien könnt Ihr jeweils nur eine aktiv mit Euch führen. Die anderen ruhen in Eurem Inventar, bis Ihr sie einsetzen wollt. Auf Knopfdruck könnt Ihr also immer eine Seele aus der Kategorie Schuss und aus der Kategorie Schutz einsetzen.
Es gibt dabei zwei Möglichkeiten, um an die Seelen heranzukommen. Standard-Gegner werfen nach ihrem Ableben nur ab und an eine der begehrten Seelen ab. Diese werden dann automatisch eingesammelt. Allerdings beschränken sich diese Seelen auf die Kategorien Schuss, Schutz und Zauber. Für die Seelen der Kategorie Fähigkeit müsst Ihr die „Hüter der Seele“ finden, die sich im ganzen Schloss verteilt haben und nur darauf warten, aus Euren Knochen Brei zu machen. Diese Hüter sind nämlich unter anderem die imposanten Bossgegner im Spiel, die Ihr in recht loser Reihenfolge besuchen könnt. Einige Gegner könnt Ihr aber nur nach Erlernen neuer Spezialfähigkeiten erreichen.
Übrigens lohnt es sich teilweise, auch mehrere gleiche Seelen zu fangen. Denn zum einen kann sich dadurch der Effekt einer Seele verstärken und zum anderen könnt Ihr mit Euren Seelen die eingangs erwähnte Kirchenhexe Yoko Belnades aufsuchen. Diese kann dann, die entsprechenden Seelen vorausgesetzt, Eure Waffe dauerhaft verbessern.
Auf Erkundungstour
Natürlich wäre Castlevania nicht Castlevania, müsstet Ihr mit Eurem Protagonisten nicht wieder ein Schloss aufsuchen, das direkt von Draculas Immobilienmakler stammen könnte. Und so macht auch „Dawn of Sorrow“ keine Ausnahme und schickt Euch nach anfänglichen Scharmützeln in der winterlichen Landschaft in Front des Schlosses direkt hinein in dunkle Gemäuer und modrige Verliese. Dabei erkundet Ihr nach und nach ein riesiges Schloss, in dem es vor mysteriösen Gegnern, die Fans größtenteils aus den Vorgängern kennen dürften, und tödlichen Fallen nur so wimmelt. Ihr folgt dabei übrigens keinem vorgegebenen Pfad. Stattdessen könnt Ihr einige Bereiche im vorderen Teil des Schlosses zum Beispiel erst erkunden, nachdem Ihr eine neue Fähigkeit an einer anderen Stelle erworben habt. So kommt Ihr oft an längst besuchte Stellen des Schlosses zurück. Was sich nach langweiliger Lauferei anhört, sieht in der Praxis glücklicherweise anders aus. Denn Konami verteilte in dem riesigen Schloss sehr großzügig einige Warp-Zonen, so dass Ihr Euch über große Entfernungen hinweg teleportieren könnt. So kommt Ihr auch zurück in besagte Schneelandschaft, was vor allem daher nötig ist, da hier Hammer und Yoko das ganze Spiel über auf Euch warten, um Euch mit den neusten Errungenschaften zu versorgen. Und für die kleine Tour zwischendurch tauchen in jedem Raum nach Verlassen die Gegner wieder auf, so dass für Daueraction gesorgt ist. Dies ist natürlich auch sehr praktisch, wenn Ihr Soma aufleveln wollt, um bei späteren Gegnern leichteres Spiel zu haben. Denn wie schon erwähnt, erhaltet Ihr für jeden besiegten Gegner wie in einem Rollenspiel Erfahrungspunkte und könnt somit durch Levelaufstiege Eure Statuswerte immer ein Stückchen erhöhen.
Doch nicht nur durch Aufleveln könnt Ihr Euren Helden schlagfertiger machen. Denn vor allem durch neue Waffen könnt Ihr die Gegnermassen das Fürchten lehren. Natürlich vorausgesetzt, dass Untote überhaupt fürchten können. Dabei könnt Ihr je nach Euren Vorlieben Eure Waffe auswählen. Das Waffenbalancing ist Konami sehr gut gelungen, weshalb Ihr die Wahl zwischen schnellen, aber dafür schwächeren Klingen und mächtigen, langsamen Äxten habt. Allerdings beschränkt sich das mögliche Inventar nicht nur auf Nahkampfwaffen. Da wir uns im Jahr 2035 befinden, muss natürlich auch etwas Modernes den Weg ins Arsenal finden und daher könnt Ihr Euch im Verlauf des Spiels auch über eine Pistole freuen.
Schaurig schöner Touchscreen
Ja, liebe Pessimisten, es gibt sie doch, die Titel, die den Touchscreen für mehr verwenden als für das eine oder andere Minispiel zwischendurch. „Castlevania: Dawn of Sorrow“ gehört zweifellos dazu und setzt sowohl den unteren als auch den oberen Screen sehr gut ein. Beginnen wir zunächst einmal mit dem oberen Screen. Hier seht Ihr während dem gesamten Spielverlauf eine Karte des Schlosses, die für Euch automatisch mitzeichnet. Seien dies nun Speicherpunkte (zu denen später mehr) oder die bereits erwähnten Teleporter. Noch nicht erforschte Gebiete werden nur dann bereits angezeigt, wenn Ihr bei Hammer einen Teil der Karte erworben habt. So könnt Ihr dann sehen, wo Ihr überall noch nach Schätzen und Gegnern Ausschau halten könnt. Im Pausenmenü wird der obere Screen dagegen unter anderem genutzt, um Eure Statuswerte auf einen Blick zu präsentieren, während auf dem unteren Screen die Menüpunkte aufgeführt sind.
Der Touchscreen kommt dagegen in verschiedenen Situationen zum Einsatz. Nach einiger Zeit erlangt Ihr die Fähigkeit, Eisblöcke zu zerstören, von einem der „Hüter der Seelen“. Und dies könnt Ihr dann komfortabel per Touch-Screen machen. Diese Fähigkeit wird sogar dazu genutzt, dass Ihr Euch einen Weg durch die Blöcke „freischaufeln“ müsst, da Ihr sonst die höher gelegene Ausgangstür nicht erreicht. Eine weitere Verwendungsmöglichkeit findet sich in den magischen Siegeln, die Ihr im Verlaufe des Spiels findet. Diese benötigt Ihr, um Türen zumeist zu Bossgegnern zu öffnen. Kurz vor Ableben des Bosses müsst Ihr das jeweilige Siegel dann selbst nachzeichnen, um den Gegner wieder ins Reich der endgültig Toten zu befördern. Tragisch wird es nur dann, wenn Ihr den Einsatz verpennt oder im Eifer des Gefechts das Siegel falsch zeichnet. Denn dann heißt es, Extraschichten zu schieben und den Gegner erneut bis an den Rand einer Niederlage zu treiben, um hoffentlich dann den entscheidenden Stoß zu setzen.
Die dritte und wohl wichtigste Verwendung findet sich in den Schutz-Seelen. Denn bei diesen sind einige dabei, mit denen Ihr Euch Verbündete im Kampf gegen Draculas Untergebene herbeizaubern könnt. Ohne auf Befehle von Euch zu warten, greifen sie das nächste Ziel in Eurer Nähe an. Allerdings könnt Ihr sie auch auf einen Gegner Eurer Wahl hetzen, ganz einfach durch einen Klick auf den Gegner auf dem Touchscreen.
Neben den Teleportern gibt es wie bereits erwähnt natürlich auch Speicherstationen. An diesen werden sowohl Eure Trefferpunkte als auch Eure Magiepunkte vollständig aufgefüllt. Die Speicherstationen sind sehr fair und vor allem in ausreichender Stückzahl im Schloss verteilt. Das Schloss selbst ist in mehrere Themenbereiche aufgeteilt und in jedem findet Ihr zumindest einen Speicherpunkt. Sollte dennoch einmal die Zeit knapp werden und kein Speicherpunkt in Reichweite, braucht Ihr keine Panik zu bekommen. Im Optionsmenü findet Ihr eine Pausenfunktion. Anders als in anderen Titeln wird das Spiel dadurch allerdings nicht einfach nur angehalten. Stattdessen wird genau an der Stelle, wo Ihr Euch gerade befindet, eine Schnellspeicherung angelegt. Dann könnt Ihr den DS ohne Bedenken ausschalten und beim nächsten Start von dieser Schnellspeicherung aus den Weg fortsetzen. Bis auf wenige Ausnahmen, etwa bei laufenden Bosskämpfen, könnt Ihr diese Funktion sehr komfortabel immer nutzen.
Übrigens stehen Euch insgesamt drei Speicherplätze zur Verfügung, auf denen Ihr also jeweils das Abenteuer einmal starten könnt. Eine nachträgliche Speicherung auf einem anderen Platz geht dagegen nicht.
Zweidimensionales Meisterwerk
Auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätte sich grafisch seit „Aria of Sorrow“ nur wenig getan. Allerdings dürfte jedem schnell auffallen, dass „Dawn of Sorrow“ auf dem Dual Screen 2D-Grafik nahe der Perfektion bietet. Teilweise bietet Euch Konami wunderschön animierte Hintergründe, die die gruselige Atmosphäre sehr gut unterstützen. Außerdem wurde auch auf Feinheiten geachtet. So könnt Ihr in der kalten Winterlandschaft Somas Atem sehen. An anderer Stelle verfolgen Euch die Augen aus einem Porträt auf Schritt und Tritt.
Dazu gesellen sich teilweise wahre Gegnermassen, blutige Metzelorgien (selbst Dracula könnte hier satt werden) und imposante Bossgegner, die Soma nicht selten um ein Vielfaches überragen. Außerdem stimmt Euch das Spiel auf das folgende Vergnügen mit einem stimmigen animierten Intro ein. Gespräche laufen in Textboxen ab, während der sprechende Charakter jeweils in Großaufnahme gezeigt wird. Der orchestrale Soundtrack ist sehr stimmig und dürfte wohl jedem Fan der Serie gefallen. Grafik und Sound sind dabei über die gesamte Spielzeit auf einem überdurchschnittlich hohen Level. Das Spielgeschehen kommt dennoch nie ins Stocken.
Und als wäre dies alles nicht genug, hat sich Konami es nicht nehmen lassen, uns auch noch einen Multiplayer-Modus zu spendieren. Leider brauchen aber beide Spieler eine Cartridge. Über die WiFi-Verbindung könnt Ihr mit einem Freund gesammelte Seelen austauschen, von denen es im Übrigen eine ungeheure Vielzahl mit allen möglichen Fähigkeiten gibt. Außerdem könnt Ihr im VS-Modus sehen, wer der bessere Kämpfer ist. Konami hat verschiedene Karten auf der Cartridge mitgeliefert, auf der Ihr nach Belieben Monster verteilen könnt. Nun müssen sich zwei Spieler jeweils durch die Räume voller Monster kämpfen. Wer zuerst das Ende erreicht, hat das Kräftemessen gewonnen. Leider ist der Multiplayer nicht mehr als Beiwerk. Allerdings ist es ab und an nett anzuschauen, wie sich unterschiedliche Ausrüstungen auf den Erfolg in den Karten widerspiegeln.
Heiko Ellinger meint...
„Castlevania: Dawn of Sorrow“ ist eine würdige Episode der Serie. Liebevolle Grafik, stimmungsvoller Sound, gelungenes Gameplay und ein sinnvoller Einsatz der Fähigkeiten des DS. So stellt Castlevania einen Pflichtkauf für Action-Spieler dar, aber auch Rollenspiel-Liebhaber sollten einen ernsthaften Blick auf den Titel werfen.
„Castlevania: Dawn of Sorrow“ ist eine würdige Episode der Serie. Liebevolle Grafik, stimmungsvoller Sound, gelungenes Gameplay und ein sinnvoller Einsatz der Fähigkeiten des DS. So stellt Castlevania einen Pflichtkauf für Action-Spieler dar, aber auch Rollenspiel-Liebhaber sollten einen ernsthaften Blick auf den Titel werfen.

GRAFIK
Ordentliche 2D-Grafik mit Liebe zum Detail.
Ordentliche 2D-Grafik mit Liebe zum Detail.

SOUND
Eingängie Midi-Klänge sorgen für Atmosphäre.
Eingängie Midi-Klänge sorgen für Atmosphäre.

BEDIENUNG
Unkomplizierte Steuerung, wie man sie bei einem 2D-Titel gewohnt ist.
Unkomplizierte Steuerung, wie man sie bei einem 2D-Titel gewohnt ist.

UMFANG
Viele Geheimnisse und verschiedene Enden sorgen für einen hohen Wiederspielwert.
Viele Geheimnisse und verschiedene Enden sorgen für einen hohen Wiederspielwert.
SPIELSPASS
Gelungener Actiontitel im klassischen Stil.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Gelungener Actiontitel im klassischen Stil.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel