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LEGO Harry Potter: Die Jahre 1 - 4
verfasst von Sascha Geldermann

Batman, Indiana Jones und die Jedi-Ritter – sie alle haben ihre Abenteuer in Klötzchenform noch einmal erlebt. Nun ist auch Harry Potter an der Reihe, dessen Schuljahre auch in einem LEGO-Hogwarts nicht unkomplizierter werden. Drachen und Trolle erwarten ihn hier genauso wie jede Menge Rätsel.


Mit Gefährten durch die Schule

Das Spiel erzählt nicht die Geschichte aller sieben Bücher, sondern nur die der ersten vier. Aber auch das ist natürlich ein enorm umfangreicher Stoff, der überhaupt nur deswegen in einem einzigen Spiel abgehandelt werden kann, weil die Geschichte immer nur sehr knapp angeschnitten wird. Außerdem haben die Entwickler wie bei jedem LEGO-Spiel auf eine möglichst genaue Nacherzählung verzichtet und die bekannte Story mit jeder Menge Humor gewürzt, der bisweilen sehr albern wirkt, aber auf jeden Fall bestens unterhält. Insgesamt solltet ihr für die bloße Geschichte 15 Stunden einrechnen. Wer jeden Winkel der Spielwelt erforschen und jedes Geheimnis entdecken will, wird ein Vielfaches davon mit dem Zauberstab durch die Gegend rennen.

Hogwarts ist natürlich der wichtigste wenn auch nicht der einzige Schauplatz des Spiels, der mit vielen verwinkelten Gängen, geheimnisvollen Räumen und interessanten Außenanlagen jede Menge Raum für Erforschungen lässt. Und genau das ist es, was dieses Spiel auch ausmacht. Während die Kämpfe im Vergleich zu den anderen LEGO-Titeln weniger geworden sind, stehen bei Harry Potter das Entdecken von Geheimnissen und das Lösen von Rätseln eindeutig im Vordergrund. Fast jeder Ort in Hogwarts ist von Anfang an zugänglich und fast überall gibt es irgendetwas zu sehen, zu erforschen und auszuprobieren.

Der Zauberschüler mit der Blitznarbe ist bei weitem nicht die einzige Figur, die ihr übernehmt. Fans dürfen sich darauf freuen, in die Rolle von mehr als hundert Charakteren zu schlüpfen – darunter auch solche Nebencharaktere wie die Kobolde der Gringrotts-Bank. Dabei spielen natürlich auch die Eigenschaften aller Charaktere eine Rolle, die sich in ihren Fähigkeiten, Zaubersprüchen und natürlich auch in ihrer körperlichen Kraft unterscheiden. Ein für Hermine unüberwindbares Hindernis könnte für Hagrid beispielsweise problemlos verschiebbar sein. Der Wechsel zwischen den Figuren und das Ausspielen ihrer individuellen Fähigkeiten sind bei den meisten Rätseln die Schlüssel für die Lösung.

Rätselhaftes Hogwarts

Das Spielprinzip entspricht dem der anderen LEGO-Spiele - nur dass es eben weniger Gegner und dafür mehr Rätsel gibt. Meistens gilt es dabei Haufen aus LEGO-Steine zu praktischen Dingen zusammenzusetzen. Was Batman oder Indiana Jones noch per Hand erledigen mussten, machen die Magier ganz lässig mit dem Zauberstab. Die Steuerung geht dabei sehr gut von der Hand. Die automatische Zielerfassung funktioniert zwar nicht in jedem Fall auf Anhieb, aber in der Regel werden sofort die richtigen Objekte anvisiert. Notfalls könnt ihr auch einfach manuell nachhelfen. Da viele Aktionen abhängig vom Kontext ausgelöst werden, ist die Steuerung trotz vieler Möglichkeit auch erfreulich übersichtlich ausgefallen.

Neben dem Zusammensetzen von LEGO-Stapeln stehen auch viele andere Aufgaben auf dem Programm, die Abwechslung garantieren. Dabei müssen Schalter gedrückt, Objekte verschoben und Plattformen bewegt werden. Außerdem gilt es immer wieder Zaubertränke zu brauen, für die die richtigen Zutaten besorgt werden müssen. Und damit ist das Ende der Gameplay-Elemente noch lange nicht in Sicht. So schleicht ihr mit einem Tarnumhang unbemerkt durch die Flure der Zauberschule oder lasst Rons Ratte Krätze in kleine Rohe kriechen, um an sonst unerreichbare Gegenstände zu kommen.

Wichtig sind natürlich auch die vielen Zaubersprüche, von denen Harry am Anfang allerdings noch keinen einzigen beherrscht. In kurzen Tutorials lernt ihr nach und nach aber immer mehr Magie, darunter Sprüche wie „Expecto Patronum“, „Lumos“ und natürlich „Wingardium Leviosa“, mit dem ihr Gegenstände schweben lassen könnt. Muggel haben mit Magie zwar nichts am Hut, gleichen das in der Regel aber mit anderen Eigenschaften oder zumindest körperlicherer Kraft wieder aus. Insgesamt bietet das Gameplay somit jede Menge Möglichkeiten. Richtig fordernd sind die Rätsel zwar nie, der viel zu einfache Schwierigkeitsgrad schadet der entspannten Rätsel-Tour durch Hogwarts aber nicht.

Geheimnisse an jeder Ecke

Da die Charaktere eh immer in Gruppen unterwegs sind, bietet sich ein kooperativer Mehrspieler-Modus geradezu an. Und so kann jederzeit ein Mitspieler in das Geschehen einsteigen und mit euch zusammenarbeiten. Dabei stellt ihr euch beispielsweise auf eine Plattform, während euer Freund den Schalter drückt, der sie in Bewegung setzt. Spielt ihr alleine, übernehmen solche Aufgaben aber auch eure KI-Gefährten ohne zu murren. Gemeinsamt macht das Ganze aber natürlich mehr Spaß, weswegen es auch schade ist, dass der kooperative Modus nicht auch online funktioniert.

Während die Geschichte knapp gehalten ist, halten viele andere Dinge ewig bei Laune. Begeisterte Sammler dürfen nach besonderen Steinen, verschwundenen Schülern und Wappen Ausschau halten. Das wird auch durch neue Charaktere und Massen von Boni mehr als ordentlich entlohnt. Außerdem lassen sich alle besuchten Level im Modus „Freies Spiel“ noch einmal angehen. Das lohnt sich vor allem dann, wenn ihr seit dem letzten Besuch neue Charaktere freigeschaltet oder frische Fähigkeiten erlernt habt. Mit diesen neuen Möglichkeiten lassen sich nämlich neue Wege öffnen und Geheimnisse lüften, die vorher verborgen bleiben mussten.

Auch in seiner LEGO-Version präsentiert sich Hogwarts als Ort voller Leben. Die liebevoll gestalteten Figuren und die Umgebungen voller Details lassen sofort die passende Atmosphäre aufkommen. Immer wieder werdet ihr darüber staunen, mit welcher Liebe zum Detail alle bekannten Orte und Gegenstände des Schlosses in Baustein-Form umgesetzt wurden. Wenn doch nur das Kantenflimmern den Gesamteindruck nicht etwas nach unten ziehen würde. Während die Musik mit bekannten Klängen einen guten Eindruck macht, trüben auch die Quietschgeräusche der Figuren die ansonsten dichte Atmosphäre etwas. Irgendwie passen sie ja schon zu der LEGO-Thematik, eine richtige Synchronisation wäre aber wohl jedem Fan lieber gewesen.

Kommentar
Ich kann einfach nur darüber staunen, mit welcher Bravour nun auch Harry Potter den Sprung ins LEGO-Universum geschafft hat. Hogwarts ist mit seinen unzähligen Geheimnissen und interessanten Rätseln in seiner Bauklotz-Form faszinierender denn je. Richtig gefordert habe ich mich zwar selten gefühlt, unterhalten haben mich die vielen Möglichkeiten, zahlreichen Charaktere und humorvollen Anspielungen aber durchgehend.


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Entwickler TT Games
Publisher Warner Bros.
USK-Freigabe ab 6 Jahren