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Tournament of Legends
verfasst von Sascha Geldermann
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Im Mai 2009 kündigte der „The Conduit“-Entwickler High Voltage Software das Kampfspiel „Gladiator A.D.“ an, bei dem Gladiatoren vor den Augen des Kaisers Ruhm und Ehre erringen sollten. Doch dann ging die Entwicklung doch in eine andere Richtung, sodass dieser 3D-Prügler nun „Tournament of Legends“ heißt und fast alle Gladiatoren mythischen Figuren weichen mussten.
Zehn Legenden in der Arena
Einzig der Kämpfer Marcus erinnert als stolzer Gladiator noch an die ursprüngliche Version des Spiels. Die anderen neun Charaktere sind aber eher im Reich der Fabelwesen zuhause, sodass ihr mit einer Medusa, einem Minotauros und einem Skelettkrieger in den Kampf zieht. Alle Charaktere lassen sich einer der Klassen „Wuchtig“, „Robust“ und „Schlank“ zuordnen, was ihre Stärke und Schnelligkeit bestimmt. Damit sich die Legenden nicht mit bloßen Fäusten bekämpfen müssen, liegen für jede Klasse auch eine Reihe von Waffen bereit – vom Schwert über die Keule bis hin zum Hammer. Zimperlich geht es ganz und gar nicht zu, wenn die Kämpfer die Lebensleiste der Feinde Stück für Stück kürzer schlagen.
Neben den Waffen erweist sich auch Magie schnell als wichtiges Mittel zum Sieg. Jeder Kämpfer bringt dabei seine eigenen magischen Attacken mit. Einige wenden die Charaktere auf sich selbst an, wobei sie ihre Gesundheit wieder herstellen oder sich aus weiter Entfernung direkt zum Feind teleportieren. Mit Magie lässt sich aber auch der Gegner direkt angreifen, sodass dieser versteinert, von Schlangen angegriffen oder von einem Pfeilregen getroffen wird. Die Auswahl an Waffen und Magie ist gelungen und sorgt für reichlich Action. Vor allem bringt sie Abwechslung in das Geschehen, da sich die Kämpfe so mit jedem Charakter auch ein bisschen anders anfühlen.
Das eigentliche Kampfsystem ist trotz dieser Möglichkeiten aber enttäuschend flach ausgefallen. Ihr tretet immer gegen einen Kontrahenten in einer 3D-Arena an. Grundlegend gibt es eigentlich nur drei Angriffe, die durch Bewegungen mit der Remote oder dem Nunchuk ausgelöst werden. Diese auf Bewegung basierte Steuerung vermittelt nie das Gefühl von vollständiger Kontrolle. Es wird aber auch der Classic Controller unterstützt, mit dem sich die Kämpfe gleich intuitiver anfühlen. Egal mit welchem Controller: Es ist schön, dass weder wildes Fuchteln noch stumpfes Button-Mashing zum Sieg führen. Stattdessen zählt das richtige Timing bei den Schlägen, um die Verteidigung des Gegners zu durchbrechen und selbst nicht zu einem leichten Opfer zu werden.
Es gibt noch ein paar Power-Angriffe, ihr könnt eure Waffe werfen und auch die Magie ist nicht zu verachten. Im Vergleich zu der Genre-Konkurrenz bietet das Kampfsystem von „Tournament of Legends“ aber einfach zu wenig. So haben die Kämpfe schnell keine Überraschungen mehr parat und verlieren an Faszination. Die Langzeitmotivation wird eine ganze Weile dadurch oben gehalten, dass viele Waffen, Zauber und sogar zwei Charaktere freigespielt werden können. Aber auch das kann nicht mehr als ein paar Stunden darüber hinwegtäuschen, dass dieses Prügelspiel zwar auf einem soliden Prinzip fußt, aber einfach zu wenig unternimmt, Spieler langfristig an den Bildschirm zu fesseln.
Ungeheuer in der Unterwelt
Die Entwickler hatten durchaus ein paar Ideen, um die Kämpfe etwas aufzulockern. So gibt es eine Art Minispiel-Einschübe, bei denen Gesten nachgeahmt werden müssen, um Angriffe zu blocken oder die eigene Gesundheit zu regenerieren. Doch diese Elemente sind nur ein Schuss in den Ofen, denn anstatt das Gameplay zu bereichern, stören sie einfach nur unnötig den Spielfluss. Da kann es schon mehr gefallen, dass jede Arena früher oder später von einem Ungeheuer heimgesucht wird. Dadurch kommt nämlich Schwung in die Kämpfe Mann gegen Mann. So warten im Hades Skelette, während in den Kolosseumruinen eine Krake mit ihren Tentakeln nach euch greift. Die Arenen machen insgesamt einen gelungenen Eindruck und bieten abwechslungsreiche Schauplätze der Mythologie. So prügelt ihr euch nicht nur in der Unterwelt, sondern auch in Atlantis oder im Bauch des Leviathans.
Auch in Sachen Modi-Auswahl hinkt „Tournament of Legends“ der Konkurrenz hinterher. Abgesehen vom obligatorischen Trainingsmodus wartet auf Einzelspieler nur noch der Story-Modus, in dem die Charaktere einen Kampf nach dem anderen bestreiten. Die Geschichte verbindet die einzelnen Auseinandersetzungen nett, ist aber weder besonders einfallsreich noch spannend. Auch einen Mehrspieler-Modus gibt es, in dem sich zwei menschliche Spieler bekriegen können. Warum auf einen Online-Part vollständig verzichtet wurde, bleibt aber ein Geheimnis der Entwickler.
Grafisch präsentiert sich dieses Kampfspiel schwächer, als wir es nach „The Conduit“ von High Voltage Software gewohnt sind. Während das mythische Setting sowie die gelungenen Charaktermodelle durchaus zu begeistern wissen, wirken die Umgebungen durch verwaschene Texturen und wenig Details eher unansehnlich. Optische Höhepunkte sind dagegen die Effekte bei Spezial- und Magie-Angriffen, die manchmal den gesamten Bildschirm füllen. Die Musik begleitet das Ganze durchaus passend, hält sich aber zu sehr im Hintergrund, während die englische Sprachausgabe vor allem mit ihrem Hang zu Wiederholungen auffällt. Technisch wie spielerisch ist „Tournament of Legends“ eben ein solides Spiel, das mit etwas mehr Feinschliff so viel mehr hätte werden können. |
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| Kommentar |
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Als ich das erste Mal mit den interessanten Charakteren die vielfältigen Waffen geschwungen habe, konnte mich „Tournament of Legends“ direkt in seinen Bann ziehen. Doch dann fiel meine Motivation schneller als die Köpfe meiner Feinde. Egal ob Kampfsystem, Modi-Auswahl oder Präsentation – überall fehlt vielversprechenden Ansätzen ganz einfach der Feinschliff. |
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