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WarioWare: Do It Yourself
verfasst von Sascha Geldermann
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„Do It Yourself” stellt die „WarioWare“-Reihe komplett auf den Kopf. War die Serie bisher immer für ein schnelles und unkompliziertes Spielprinzip bekannt, wird dieses nun mit einem neuen Element kombiniert, das euch einiges an Übung und Geduld abverlangen wird. Wario stellt euch nämlich als Entwickler ein, sodass ihr nun selbst Spiele produzieren und diese sogar mit der ganzen Welt teilen dürft.
Konsumieren
Abseits des neuen Editors bietet „Do It Yourself“ genau das, was auch schon die Vorgänger so unterhaltsam machte. Nämlich unkomplizierte Minispiele, die nur fünf bis zehn Sekunden dauern und in einem hohen Tempo aneinander gereiht werden. Um euch einen Platz in der Highscore-Liste zu sichern, müsst ihr möglichst viele von diesen kurzen Aufgaben fehlerfrei lösen. Nach fünf Fehltritten ist das Spiel für euch vorbei. Die größte Schwierigkeit ist es meistens, die Spiele innerhalb des knappen Zeitlimits überhaupt erst einmal zu verstehen. Es gehört schließlich zum Spielprinzip, dass es nie lange Anleitungen, sondern nur kurze Befehle gibt. So heißt es nur „Sortieren“, wenn ihr Gegenstände nach Farben trennen sollt. Oder ihr bekommt den Befehl zum „Einsammeln“, wenn es gilt, die Klammern an einer Wäscheleine mit dem richtigen Timing zu lösen.
Verändert hat sich seit dem NDS-Launchtitel „WarioWare Touched!“ an dem eigentlichen Spielprinzip nichts. Es geht in der Regel immer noch darum, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Objekte auf dem Touchscreen zu berühren. Die Steuerung funktioniert dabei wieder fehlerlos und Grafik wie Sound wissen trotz technischer Einfachheit durch einen total abgedrehten Stil zu gefallen. Wenn ihr von einem Minispiel zum nächsten geschleudert werdet und konzentriert jeden Fehler zu vermeiden versucht, stellen sich immer noch Suchterscheinungen ein. Ein bisschen schade ist aber, dass das eigentliche Gameplay wirklich keine frischen Ideen bietet und viele der Minispiele wie Abwandlungen der Aufgaben wirken, die euch „WarioWare Touched!“ schon vor fünf Jahren gestellt hat. Erste Abnutzungserscheinungen sind nicht zu leugnen.
Ungewohnt ist, dass die Auswahl an Spielen anfangs erschreckend klein ist. Der Laden, in dem ihr die Aufgaben auswählt, bietet erst einmal nicht mehr als ein Dutzend Aufgaben. Aber keine Sorge: „Do It Yourself“ macht Gebrauch vom Kalender des Nintendo DS und beliefert den Laden jeden Tag mit neuer Ware. Im Laufe der Zeit wächst das Sortiment so auf 90 Spiele an, was eine solide Auswahl darstellt. Allerdings hätte es ruhig noch ein bisschen mehr sein dürfen. Schließlich dauern alle Spiele nur wenige Sekunden. Nervig ist auch, dass sich das Sortiment ganz unabhängig von euren Erfolgen nur langsam Tag für Tag erweitert. Auf der anderen Seite hat dieser Mangel aber auch Gutes. Er gibt euch nämlich genug Anreize dafür, selbst für Nachschub an Spielen zu sorgen und euch intensiv mit dem Editor zu beschäftigen.
Produzieren
In eurer Spieleschmiede bastelt ihr selbst an neuer Ware für den Laden. Um eure eigenen kleinen Spiele zu erstellen, brauch ihr auf jeden Fall viel Übung und eine gute Portion Geduld. Ihr solltet aber auch keine Angst haben. Nintendo weiß, dass „WarioWare“ Casual-Spieler anspricht und hat alles getan, um den Editor so zugänglich wie möglich zu machen. So gibt es ein umfangreiches und leicht zu verstehendes Tutorial. Außerdem ist den Entwicklern beim Editor der Spagat zwischen komplexen Möglichkeiten und einer übersichtlichen Gestaltung gelungen. Wenn ihr ein bisschen Zeit in das Spiel investiert, werdet ihr auch ganz ohne Vorkenntnisse virtuelle Meisterwerke erstellen können.
Das Spiel selbst vergleicht die Softwareentwicklung mit einem Theaterstück. Dabei braucht ihr erst einmal eine Bühne, sodass ihr auf dem Touchscreen einen Hintergrund für euer Spiel zeichnet. Während sich begabte Künstler dank der großen Palette an Farben hier voll austoben können, dürfen Malmuffel für ihre Spiele gerne auch auf fertige Formen zugreifen und ganze Gegenstände wie Felsen oder Büsche einfach auf den Touchscreen stempeln. Doch damit noch nicht genug mit der Kunst: Ein Theaterstück braucht Schauspieler und euer eigenes Stück Software kommt natürlich nicht ohne Figuren aus, die ihr auch einfach auf dem Touchscreen malen und dann auf dem Hintergrund platzieren könnt.
Damit sieht das Spiel schon einmal gut aus. Bei einem Testlauf wird aber nichts passieren. Schließlich fehlt das Drehbuch. Und so könnt ihr die Figuren einfach antippen und ihnen einen der vielen Befehle geben, die ihr zur Auswahl habt. Wollt ihr eine Figur bei Berührung durch den Bildschirm laufen lassen, bestimmt ihr als Auslöser einfach „Antippen“, wählt als Aktion „Bewegen“ und legt dann noch die Laufrichtung fest. Am Ende dürft ihr natürlich nicht vergessen zu bestimmen, welche Aktionen zum Sieg führen. Ein Spiel, das sich nicht gewinnen lässt, wird ganz sicher kein Verkaufsschlager.
Am Anfang mag euch die Fülle an Möglichkeiten fast erschlagen, im Grunde ist alles aber ganz einfach. So stellt der Editor eine große Bereicherung dar, die den größten Laien in einen begnadeten Entwickler verwandelt. Zumal unbegabte Naturen auch auf viele Hilfestellungen zurückgreifen dürfen. So könnt ihr einen virtuellen Maestro die Musik für eure Spiele komponieren lassen oder in mühseliger aber befriedigender Kleinarbeit selbst Noten auf Tonspuren platzieren. Mit einer ganzen Reihe von Instrumenten lassen sich so komplexe Harmonien erschaffen. Und wenn sich Hintergrund, Figuren, Drehbuch und Musik dann zu einem durch und durch selbstgemachten Spiel verbinden, ist das ein unglaublich gutes Gefühl. Um eure Arbeit zu krönen, könnt ihr eure kleinen Meisterwerke auch auf die Wii übertragen und auf einem großem Bildschirm richtig zu Geltung kommen lassen. Vorrausetzung ist aber der WiiWare-Titel „WarioWare: Do It Yourself Showcase“, der acht Euro kostet, aber immerhin auch noch einige exklusive Spiele mitbringt.
Damit eure Eigenkreationen nicht im virtuellen Regal verstauben, solltet ihr sie mit der ganzen Welt teilen. Bei „Do It Yourself“ könnt ihr nicht nur lokalen Handeln betreiben, sondern im Internet auch eure eigenen Werke zum Download anbieten und bewerten lassen. Und umgekehrt dürft ihr natürlich auch die Kreationen anderer Spieler herunterladen. Auf dem Marktplatz finden sich außerdem noch ein paar von Nintendo und einigen großen Entwicklern. Masahiro Sakurai, der Schöpfer von Kirby und Super Smash Bros., drückt euch dabei beispielsweise ein Schwert in die Hand. Alle heruntergeladenen Spiele werden zum festen Bestandteil von „Do It Yourself“, sodass auch sie in hohem Tempo aneinandergereiht werden und zur Highscore-Jagd laden. So wächst die Auswahl von 90 vorgefertigten Spielen ins Unendliche – und damit auch die Langzeitmotivation. |
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| Kommentar |
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Ich gratuliere den Entwicklern für diese Meisterleistung. Sie haben einen Editor erschaffen, der nicht nur komplexe Möglichkeiten und viele Freiräume für das Erstellen eigener Spiele bietet, sondern dabei auch noch extrem zugänglich ist. So habe ich mich innerhalb von nur einer Woche von einem totalen Laien in einen Entwickler verwandelt, der seine Kreationen weltweit anbietet. „Do It Yourself“ ist ein lohnender Einblick in die Videospiel-Industrie, der „Wario Ware“ mit neuen Impulse vor Abnutzungserscheinungen rettet. |
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