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James Cameron´s Avatar: Das Spiel
verfasst von Alischan Akhtar

James Cameron hat es mal wieder geschafft. Mit Avatar: Aufbruch nach Pandora, hat er ein wahres Meisterwerk abgeliefert. Fans sowie Medien loben Avatar als technisch Zukunftsweisend. Schon jetzt ist der Film der finanziell zweit erfolgreichste Film nach Titanic, welcher übrigens auch von James Cameron ist. Da wir hier aber auf einer Videospielseite sind, dürfen wir uns wieder mal mit einer Videospielumsetzung des Filmes auseinandersetzen. Leider sind die meisten Spiele zu Filmen eine große Enttäuschung. Schafft es Avatar auch hier besser zu sein?


Willkommen auf Pandora

Das Spiel spielt 10 Jahre vor dem Film. Als Na’vi macht ihr euch auf eure Heimat von den Invasoren zu befreien oder zumindest zu beschützen. Gesteuert wird mittels Nunchuk und Wii-Remote. Die Level laufen sehr linear ab. So müsst ihr euch durch die Dschungel von Pandora möglichst unauffällig bewegen, da überall Gegner auf euch lauern. Jedoch müsst ihr es mit dem aufpassen auch nicht zu ernst nehmen, denn die KI ist nicht wirklich überragend. Dass ein 3 Meter großer Na’vi von 50 cm großen Grashalmen so gut versteckt wird, dass ihn erfahrene Soldaten aus 2 Meter Entfernung nicht sehen können, ist wahrlich nicht anders zu erklären. Kommt es dann zum Kampf habt ihr verschiedene Möglichkeiten.

Sofern ihr noch nicht entdeckt worden seid, könnt ihr euch anschleichen und mittels einer auf dem Bildschirm angezeigten Bewegung mit Nunchuk und Wii-Remote euren Gegner erledigen. Seid ihr entdeckt, habt ihr zwei Optionen: Flieht und versteckt euch um eure Gegner dann wieder hinterrücks auszuschalten oder ihr kämpft direkt gegen sie. Hierfür reicht es, mit der Wii-Remote zu fuchteln und eure Gegner beißen ins Gras. Übrigens: gefallene Gegner lösen sich auf und werden zu einem Geist der gen Himmel fliegt, also genau wie im Film… oder auch nicht.

Von Bienen und Blumen

Neben eurem Kampfstab bekommt ihr mit dem Bogen auch noch eine Fernwaffe. Sobald ihr den Bogen benutzt, könnt ihr mit der Wii-Remote zielen und das Fadenkreuz zeigt euch mit einer Farbe an, was euer Schuss an euren Gegner bewirkt. Ein gelbes Fadenkreuz wird euren Gegner nur verwunden, ein rotes bedeutet einen tödlichen Schuss. Solltet ihr selbst Energie benötigen, dann könnt ihr diese von der Umgebung bekommen. In gewissen Abständen findet ihr Pflanzen welche bei Berührung sich in den Boden verkriechen (also diese, welche Jake Sully im Film bei seinem ersten Ausgang mit seinem Avatar auch entdeckt) und für euch Energie hinterlassen. Aber nicht nur die Flora ist euch gütig, ihr könnt auch Hilfe der Fauna erwarten.

An einigen Stellen in den Level erwarten euch Bienennester. Dank Wii Motion Plus solltet ihr diese dann genau zu euren Gegner schicken und diese dann betäuben. Das Betäuben klappt auch prima, leider ist der Weg dahin leider ein steiniger. Die Steuerung ist hier leider eher ein Hindernis. Wo wir gerade bei Hindernissen sind. Die Kameraeinstellung ist auch immer gerne genau so, wie man sie nicht braucht. So schwenkt sie oft in unglücklich Position so dass man dann eine unvorteilhafte Sichtweise der Dinge hat.

Fliegen ist nicht immer schöner…

Zwischen den Level wird die Story weiter erzählt. Erzählt ist hier aber der falsche Ausdruck, da man nur einen Text vorgesetzt bekommt. Ab und zu gibt es eine kurze Zwischensequenz, welche weder optisch noch akustisch ein Schmaus ist. Neben den schon erwähnten Mission zu Fuß, gibt es noch einige in der Luft. Mit einem Banshee, den ihr im Spielverlauf findet, müsst ihr euch in luftige Höhen gegen gegnerische Flugmaschinen beweisen. Die Steuerung hier ist leider recht hakelig, so dass kein angenehmes Fluggefühl aufkommt. Optional könnt ihr den Banshee sogar mit dem Wii Balance Board steuern.

Die Flugsequenzen sind zwar eine Abwechslung, aber wirklich spaßig sind sie nicht. Wie auch bei den Bodenmissionen müsst ihr euch in der Luft auch in Quicktime-Events beweisen. Dies geht glücklicherweise meist recht genau. Dem Spiel wurde obendrein noch ein Levelsystem spendiert. So könnt ihr dann einige eurer Fähigkeiten aufwerten wie zum Beispiel die Stärke des Kampfstabs oder eure Bogenkünste. Einen Multiplayer-Modus gibt es dann auch noch. Falls ein Freund mit euch zusammen Pandora sicher machen möchte, kann er jederzeit in das Spiel rein springen. Unglücklicherweise macht sich das auf die Framerate bemerkbar und es kommt zu einigen Rucklern.

Technisches Mittelmaß

Zwischen dem Film und dem Spiel liegen technisch Welten. Das ist zwar von vornherein klar, aber wenn man sich vor Augen hält, dass Avatar technische Maßstäbe in der Filmindustrie setzt und das Spiel technisch nicht mal Wii-Durchschnitt ist, kann man das schon als Enttäuschung betrachten. Die Grafik ist meistens sehr unschön. GameCube Launchtitel sahen da schon besser aus. Es gibt Clippingfehler und auf Details wurde auch verzichtet. So bewegt sich zum Beispiel das Gras nicht, wenn ihr mit eurem 3 Meter Na‘vi dadurch trampelt. Zwar ist nicht alles schlecht, denn es gibt auch einige Momente wo man die bunte Welt von Pandora als recht schön empfindet, aber leider sind diese Momente eher rar. Die Soundabteilung hat sich auch stark bemüht nicht besser als die Grafikabteilung zu sein und es ist ihnen geglückt. Hölzerne Sprachausgabe sowie stumpfe Soundeffekte sind hier geboten. Richtig nervig ist es, wenn ihr auf eine Gruppe von Gegnern stoßt. Dann gibt es immer Kommentare eures Na’vi wie „Der Feind ist nah“ oder „Gefahr“. Mal davon abgesehen dass man dies selber sieht, nervt es wenn man es alle 2-3 Minuten hört. Einzig die Musikuntermalung bringt eine ansprechende Atmosphäre.

Kommentar
Ein Action-Adventure mit Schleichpassagen und obendrein von Ubisoft, da darf man doch etwas mehr erwarten wenn man im Hinterkopf hat, dass Spiele wie Splinter Cell, Assassins’s Creed oder Prince of Persia hier ihr zu hause haben. Avatar ist weit weg von der Qualität der genannten Titel und mal wieder eine Paradebeispiel dafür, warum Videospieleredakteure mit einem Stirnrunzeln einem Lizenzspiel begegnen. Schaut euch lieber den Film nochmal an oder wartet auf die DVD bzw. BluRay, damit werdet ihr mehr Spaß haben.


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Entwickler Ubisoft Montreal
Publisher Ubisoft
USK-Freigabe 12