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Runaway: The Dream of the Turtle
verfasst von Heiko Ellinger

3 Jahre nach der Veröffentlichung auf dem PC ist Runaway nun endlich auch auf Wii gelandet. Mit dem zweiten Teil „The Dream of the Turtle“ dürfen also auch Wii-Besitzer endlich in ein Abenteuer voller Rätsel eintauchen. Kann der Titel auch heute noch mit den Adventure-Größen mithalten oder hat der Zahn der Zeit doch am Spiel genagt?


Zu spät für Flugstunden

Da hat man eigentlich alles, was man will und dann will man irgendwie noch mehr. So oder so ähnlich passiert es auch bei Brian Basco und Gina Timmins. Einem wunderschönen Strandurlaub wollen sie mit dem Besuch der Tiki-Wasserfälle die Krone aufsetzen. Dumm nur, dass der ergraute Pilot auf dem Flug die Welt der Lebenden verlässt und weder Brian noch Gina fliegerische Fähigkeiten besitzen. So überlässt Gentleman Brian Gina den einzigen Fallschirm und muss sich seinerseits auf eine ungemütliche Landung einstellen.

Wie durch Zufall überlebt Brian den Absturz und findet sich mitten im Dschungel wieder. Von Gina fehlt jede Spur und so liegt es an Euch, Brian in „Runaway: The Dream of the Turtle“ bei der Suche nach der verlorenen Dame zu unterstützen. Im Verlauf der Geschichte manövriert Ihr so ungesehen in ein viel größeres Abenteuer als die Suche nach Gina.

„Runaway: The Dream of the Turtle“ ist ein waschechtes Point & Click Adventure. Dieses altehrwürdige Genre erlebt in den letzten Jahren eine punktuelle Renaissance in Form von wenigen Highlights. Dazu gehört auch die Runaway-Reihe, deren dritter Teil bereits angekündigt ist. Teil 2, also „The Dream of the Turtle“ erschien neben der PC-Version auch bereits für Nintendo DS. Die Geschichte baut zwar auf Charaktere aus dem ersten Teil, die Story des Abenteuers ist aber in sich geschlossen, daher muss der erste Teil nicht gespielt worden sein.

Träge Fernbedienung

Das Gameplay des Titels entspricht dem vergleichbarer Titel. An verschiedensten Schauplätzen trefft Ihr auf andere Charaktere und erhaltet so mittels Dialoge Informationen. Außerdem findet Ihr viele Gegenstände, die Ihr benutzen könnt, um Euren Weg fortzusetzen. Leider können Gegenstände erst dann aufgehoben werden, wenn sie für die Lösung eines Rätsels benötigt werden. Daher müssen wir auch häufig frühere Orte erneut besuchen, um uns dort das passende Utensil zu schnappen. Durch eine Vibration in der Wii-Fernbedienung wird außerdem deutlich gemacht, wenn es sich um einen Gegenstand zur Interaktion handelt.

In der Praxis fällt dann einmal mehr auf, dass die Wii-Fernbedienung in Sachen Präzision einer PC-Maus doch unterlegen ist. So kommt es ab und an vor, dass ihr partout einen Gegenstand im wahrsten Sinne des Wortes nicht in den Griff bekommt. Hier gilt es, Ruhe zu bewahren und nur kleine Bewegungen mit der Fernbedienung zu machen. Doch auch im Vergleich mit anderen Wii-Spielen macht die Steuerung keine gute Figur. Zu träge lässt sich der Cursor über den Bildschirm bewegen. Hier sollte für Teil 3, der auch für Wii in Entwicklung ist, dringend nachgebessert werden.

Dafür punktet der Titel in Sachen Umfang. So werdet Ihr für das gezahlte Geld zahlreiche Stunden bestens unterhalten, was nicht zuletzt an einigen schwierigeren Rätseln liegt. Diese richten sich eher an alte Hasen im Genre, Anfänger ziehen hier und da wohl besser eine Komplettlösung zu Rate. Neu auf Wii: das interaktive Hilfesystem kann euch unter die Arme greifen, ohne dabei platt die Lösung eines Rätsels zu verraten. Stattdessen gibt es rudimentäre Hinweise, wie man doch noch ans Ziel kommen und das Abenteuer fortsetzen kann.

Grafisch ist der Titel wirklich gelungen. Dazu tragen auch die tollen Zwischensequenzen bei, die in großer Anzahl die Geschichte um Brian und Gina fortführen. Ärgerlich sind nur die dicken schwarzen Balken, die dem Spiel ein wenig die Übersicht nehmen. Warum hier nicht der komplette Bildschirm ausgenutzt wird, dürfte ein Geheimnis der Entwickler bleiben. Die Soundeffekte sind gelungen und untermalen das Inselflair sehr gut, die deutsche Sprachausgabe rundet das Gesamtbild ab.

„Runaway: The Dream of the Turtle“ hat alles, was ein gutes Adventure braucht. Sympathische Charaktere, Wortwitz, eine gute Story und eine fantastische Präsentation sorgen dafür, dass wir uns jetzt schon auf den dritten Teil der Reihe freuen können. Die Steuerungsmacken sollten dann aber besser der Vergangenheit angehören, um aus einem ordentlichen Spiel einen Adventure-Hit zu machen.

Kommentar
Etwas überraschend kam der Release von Runaway, nachdem das Original auf dem PC ja nun schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Klar, man merkt das dem Spiel an, aber insgesamt macht der Titel auch auf Wii Spaß. Wer gute Adventure-Kost haben möchte, kommt an Runaway nicht vorbei. Blöd nur, dass auch auf Wii mit Teil 2 gestartet wurde - denn auch das erste Abenteuer wäre eine Umsetzung wert.


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Entwickler Pendulo Studios
Publisher Koch Media
USK-Freigabe 0