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Pokémon Mystery Dungeon: Erkundungsteam Himmel
verfasst von Sascha Geldermann
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Nachdem ihr Dunkelheit und Zeit hinter euch gelassen habt, wartet nun der Himmel auf euch. Bei „Pokémon Mystery Dungeon“ gründet ihr wieder ein Erkundungsteam aus Taschenmonstern, das sich in dunkle Dungeons stürzt. Doch wer hier einen komplett neuen Ableger der Reihe erwartet, wird enttäuscht sein.
Déjà-vu im Dungeon
Ein Sturm jagt über das Meer, Blitze zucken am Himmel. Ihr nehmt alles nur schemenhaft wahr, während ihr euch mit letzter Kraft über Wasser haltet. Endlich werdet ihr an den rettenden Strand gespült, wo ihr augenblicklich das Bewusstsein verliert. Als ihr die Augen wieder öffnet, steht ein Pokémon über euch, das sich um euch kümmert und mit euch spricht. Kaum habt ihr euch darüber gewundert, ein sprechendes Pokémon vor euch zu haben, folgt auch schon die nächste Überraschung: Ihr habt euch selbst in ein Taschenmonster verwandelt! – Nette Geschichte, aber kennen wir die nicht schon? Haben wir das alles nicht schon einmal erlebt?
Kenner der Vorgänger-Versionen werden bei „Erkundungsteam Himmel“ ein Déjà-vu-Erlebnis haben. Tatsächlich handelt es sich bei dieser Version nicht um ein komplett neues Abenteuer, sondern lediglich um eine Erweiterung der Versionen, die im letzten Jahr erschienen sind. Daher erlebt ihr auch dieselbe Geschichte noch einmal, die euch überwiegend an dieselben Orte. So werdet ihr auch dieses Mal ein Taschenmonster-Erkundungsteam gründen, in das sammelfreudige Fans bis zu 491 verschiedene Pokémon aufnehmen können. Mit dieser Mannschaft holt ihr euch dann Aufträge ab, bei denen es meistens Schätze aus Dungeons zu holen gilt.
Am Gameplay hat sich nichts geändert. Die meiste Zeit werdet ihr in den 30 Dungeons verbringen, die per Zufall generiert werden. Dadurch sehen die Verliese bei jedem Betreten anders aus, was theoretisch für unendlichen Erkundungsspaß sorgt. Durch diese Technik sind die Dungeons aber auch sehr schlicht aufgebaut. Natürlich lassen sich hier Schätze und Items finden, etwas wirklich Aufregendes gibt es aber nicht zu entdecken. Und so rennt ihr immer wieder durch trostlose Dungeons und arbeitet euch Stockwerk für Stockwerk nach unten, wo dann der Zielschatz auf euch wartet. Das ist beim ersten Dungeon noch spannend, wird mangels Abwechslung aber immer langweiliger. Aufgelockert werden die Erkundungen nur durch Besuche in Städten, in denen ihr kleinere Aufträge übernehmen oder euer Geld in Läden ausgeben könnt.
Das Kampfsystem konnte bereits im letzten Jahr nicht überzeugen. Geändert wurde daran aber nichts. So laufen viele der Kämpfe immer noch durch stupides Drücken des A-Knopfes ab. Aber natürlich müsst ihr auch immer wieder Elementattacken auswählen, bei denen dieselben Regeln gelten wie bei den Haupttiteln der Reihe: Wasser schlägt Feuer, Feuer schlägt Pflanze und Pflanze schlägt Wasser. Das Ganze muss natürlich auf Dutzende von Elementen übertragen werden. Und außerdem spielen auch die Levels der Pokémon eine Rolle, die durch Erfahrungspunkte erreicht werden und die Attribute der kleinen Forscher stärken.
Was gibt es Neues im Himmel?
Wie im letzten Jahr ist „Pokémon Mystery Dungeon“ ein solider Titel, der zum einen durch zufallsgenerierte Dungeons und viele Pokémon glänzt, dem es zum anderen aber auch an Abwechslung und Tiefgang fehlt. „Erkundungsteam Himmel“ gibt sich keine Mühe, die offenkundigen Mängel auszumerzen. Allerdings bietet das Spiel als Erweiterung ein paar neue Extras. So gibt es eine ganze Reihe neuer Items sowie auch einige neue Läden. Deutlich interessanter sind aber die Bonusepisoden. Diese kleinen neuen Handlungsstränge beleuchten die Geschichten einiger wichtiger Nebencharaktere näher. Die Bonusepisoden machen „Erkundungsteam Himmel“ zur ersten Wahl für die Spieler, die noch nie mit einem Erkundungsteam losgezogen sind.
Kenner der Vorgänger sollten sich dagegen gründlich überlegen, ob sie dem „Erkundungsteam Himmel“ auch noch beitreten. Neben neuen Items, weiteren Läden und kleinen Bonusepisoden werden hier nämlich nur noch neue Starterpokémon geboten. Wie im letzten Jahr müsst ihr am Anfang des Spiels einige Fragen beantworten und anschließend den Finger für den Aura-Check auf den Touchscreen drücken. Von diesem Ergebnis hängt es ab, in welches Pokémon ihr euch verwandelt. Mauzi und Mapfaxo fallen dabei in diesem Jahr weg, dafür gesellen sich mit Vuplix, Riolu, Sheinux, Evoli und Phanpy aber auch fünf neue Pokémon zu den potenziellen Hauptcharakteren.
„Erkundungsteam Himmel“ ist mit den anderen Versionen des Spiels kompatibel. So könnt ihr auch mit Besitzern der älteren Fassungen Items, Pokémon oder Aufträge austauschen. Das Ganze funktioniert über Freundescodes sogar online. Die Entwickler versprechen dabei besondere Überraschungen, wenn ihr Kontakt zu den Vorgänger-Versionen aufnehmt. Darüber hinaus gibt es auch wieder die Rettungs-Funktion. Dank dieser könnt ihr ein Hilferuf an Freunde senden, wenn ihr in einem Dungeon besiegt wurdet. Dann kann dieser Freund sich ebenfalls in den Dungeon stürzen und euch retten. Das erspart euch dann den frustrierenden Neustart des Dungeons, bei dem alle Items und Schätze verloren gehen.
Ansonsten hat sich leider nichts geändert. Die umständliche Menüführung wurde seit dem letzten Jahr nicht vereinfacht und auch die angestaubte Technik nicht aufgefrischt. So können sich Fans zwar über bekannte Melodien freuen, die aber eher unscheinbar im Hintergrund vor sich hindudeln. Die Grafik bewegt sich nur leicht über Game Boy Advance Niveau, was in diesem Jahr noch ein bisschen unverschämter wirkt als 2008. Wenn sich schon inhaltlich so wenig getan hat, hätten sich die Entwickler wenigstens die Mühe machen können, die Präsentation des Abenteuers etwas aufzupolieren. |
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| Kommentar |
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Die Versionen des letzten Jahres waren zwar solide, hatten aber auch viele Mankos. Das macht es für mich umso enttäuschender, dass Nintendo sie mit „Erkundungsteam Himmel“ einfach nur aufgewärmt ein weiteres Mal serviert. Die wenigen Erweiterungen sind zwar nett, bereichern aber das Gameplay kaum. Fans hätten mehr davon gehabt, wenn stattdessen das monotone Spielprinzip erweitert und die angestaubte Technik aufgefrischt worden wäre. |
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