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Crazy Machines 2
verfasst von Sascha Geldermann
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Auch ein zerstreuter Professor kann nicht immer nur Laborluft atmen. Der namenlose Einstein-Verschnitt dieses Spiels tauscht seinen Kittel gegen ein Hawaiihemd ein, um 13 verschiede Orte auf der Welt zu besuchen. Doch wie Professoren nun einmal so sind, lässt ihn auch hier seine Arbeit nicht los. So tüftelt er selbst an weißen Sandstränden weiter an seinen verrückten Maschinen, die ihr wieder vervollständigen müsst.
Mit Kettenreaktionen zum Ziel
Wie lässt sich eine Kerze anzünden? Einfach mit dem Feuerzeug oder Streichhölzern? Das funktioniert sicherlich, ist aber die langweilige Spießer-Methode. Der Professor baut viel lieber komplizierte Maschinen, bei denen die einfachsten Effekte zum Ergebnis der wildesten Kettenreaktionen werden. Um eine Kerze anzuzünden, lässt der Professor im besten Fall erst einmal eine Bowlingkugel eine Rampe herunter rollen, die dann am Ende gegen eine Kiste stößt. Die Kiste wiederum schlittert durch den Aufprall ein Stück weiter und löst einige Mechanismen aus, die am Ende eine Feuerwerksrakete entzünden. Diese fliegt dann einmal quer durch die Maschine, um dann die Kerze zu treffen und diese endlich zu entzünden: Experiment geglückt.
Das zerstreute Professoren tautologischer Weise zerstreut sind, vergisst der Gelehrte dieses Spiels aber immer wieder Bauteile einzubauen. Daher rollen Kugeln in Abgründe, bleiben Mechanismen unausgelöst und fliegen Raketen ins Nichts. Hier kommt ihr ins Spiel. Der Professor beauftragt euch damit, seine Maschinen mit vorgegeben Bauteilen so zu vervollständigen, dass am Ende die gewünschten Effekte eintreten. So beschäftigt ihr euch mit Dutzenden von solchen Apparaturen, bei denen Bälle, Kippschalter, Kisten, Blasebälge, Seile, Gewichte und noch viele weitere Bauteile zum Einsatz kommen.
Im Rätsel-Modus werdet ihr mit diesen Maschinen konfrontiert, in die ihr vorgegebene Bauteile einfügen dürft. Wenn ihr das Experiment dann startet, sollte durch eine Kettenreaktion das gewünschte Ergebnis erreicht werden. Das ist in den ersten Experimenten noch recht einfach, doch zum einen werden die Maschinen immer komplexer und zum anderen stehen auch immer mehr Bauteile zur Verfügung. Bei späteren Aufgaben werdet ihr ab und an schon einmal eine Stunde lang mit einer Maschine beschäftigt sein, die auf den Touchscreen des Nintendo DS passt. Rätselfreunde kommen hier dank abwechslungsreicher Aufgaben und knackigem Schwierigkeitsgrad voll auf ihre Kosten. Nur ungeduldige Naturen sollten lieber die Finger von diesem Spiel lassen. Wer sich nicht lange mit einer einzigen Aufgabe beschäftigen kann, ist hier schnell frustriert.
Wissenschaftliche Action
Der Rätsel-Modus ist in mehrere Kapitel mit jeweils zehn Aufgaben unterteilt. Eine bestimmte Reihenfolge müsst ihr dabei nicht einhalten. Da die Rätsel Stück für Stück aufeinander aufbauen, ist das aber zu empfehlen. Habt ihr sechs Aufgaben in einem Kapitel gelöst, wird das nächste freigeschaltet. Das Weltreise-Setting sorgt dabei für abwechslungsreiche Hintergründe, ohne dass es eine richtige Story gäbe. Natürlich lassen sich alle absolvierten Aufgaben auch erneut angehen, um euren Punktestand zu verbessern. Jede vervollständigte Maschine bringt euch nämlich Punkte ein. Die Höhe hängt davon ab, wie viel Zeit, Versuche und Bauteile ihr benötigt habt. Da nicht immer nur eine einzige Lösung zum Ziel führt, gibt es durchaus genügend Anreize, über gelöste Rätsel noch einmal nachzudenken.
Neben den 100 Aufgaben im Rätsel-Modus gibt es auch noch den Action-Modus, der wiederum 50 Maschinen für euch bereithält. Hier müsst ihr im Gegensatz zum Rätsel-Modus nicht nur Bauteile vor dem Experiment einsetzen, sondern diese auch noch während des Experiments manipulieren. So schiebt ihr unter anderem Kisten an die richtige Stelle, während die Maschine schon längst im Gange ist. Damit kommt wirklich ein bisschen Action in die Knobeleien und vor allem Abwechslung in das Spiel. Wenn ihr alle Experimente des Rätsel- und des Action-Modus gelöst habt, wird sogar noch ein dritter geheimer Modus freigeschaltet.
Die Steuerung geht in allen Modi sehr gut von der Hand. Wenn ihr beim Action-Modus im laufenden Experiment Bauteile benutzen wollt, reichen simple Aktionen wie das Antippen oder Ziehen der Bauteile mit dem Stylus oder das Pusten in das Mikrofon. Um Bauteile vor einem Experiment einzusetzen, zieht ihr sie einfach mit dem Stylus an die richtige Stelle. Wenn ihr dann noch auf die Teile klickt, öffnet sich eine Schaltfläche mit Symbolen. Über diese lassen sich die Bauteile dann noch drehen, spiegeln oder entfernen. Diese Bedienung ist intuitiv und wird am Anfang des Spiels auch verständlich erklärt. Zu bemängeln ist nur, dass die geöffnete Schaltfläche mit den Symbolen etwas zu klein geraten ist. Wäre sie ein bisschen größer, ließen sich die Bauteile noch bequemer platzieren.
In den Fußstapfen des Professors
Vervollständigte Maschinen belohnt der Professor nicht nur mit Punkten, sondern auch mit neuen Bauteilen. Diese lassen sich dann im Baukasten einsetzen. Dabei handelt es sich um einen Editor, dank dem ihr eigene Experimente entwerfen dürft. Hier lassen sich eine bestimmte Anzahl an Bauteilen zusammenfügen, sowie Faktoren wie die Windstärke oder die Schwerkraft einstellen, für die es die drei Gravitationsstufen „Erde“, „Mond“, und „Weltall“ gibt. Dann nur noch den Hintergrund bestimmen und schon seid ihr in die Fußstapfen des Professors getreten und habt eure eigene Maschine entworfen.
Soll ein anderer Spieler sich an eure Rätselentwürfe wagen, müsst ihr ihm schon euren Nintendo DS in die Hand drücken. Leider lassem sich die Experimente nämlich weder lokal noch online verschicken. Mehrspieler- oder Online-Funktionen bietet „Crazy Machines 2“ gar nicht. Gut, ein richtiger Mehrspieler-Modus bietet sich bei diesem Spielprinzip auch einfach nicht an. Eine Online-Rangliste wäre aber genauso wünschenswert gewesen wie die Möglichkeit, selbst erstellte Experimente zu tauschen.
„Crazy Machines 2“ spielt sich gut und bietet eine fehlerfreie Physik. Bei der Präsentation haben die Entwickler aber auch Zweckmäßigkeit gesetzt. Die Musik im Hintergrund ist nett, doch die vielen Kommentare und Erklärungen des Professors haben leider keine Sprachausgabe spendiert bekommen. Die Grafik ist schlicht gehalten. Weder Hintergründe noch Experimente sind dem Nintendo DS wirklich angemessen, was bei diesem Genre aber auch keine große Rolle spielt. Hier zählt vielmehr die Übersicht. Und diese bietet „Crazy Machines 2“. Dass ihr nur gescheitert seid, weil ihr ein Bauteil nicht richtig erkennen konntet, zählt hier als Ausrede nicht. |
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| Kommentar |
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„Crazy Machines 2“ ließ mich immer wieder die Zeit vergessen. Immer wenn ich es geschafft hatte, ein Rätsel durch stundenlange Knobelei zu knacken, kam mir der Gedanke: „Ach, das nächste kannst du dir ja wenigstens mal anschauen.“ Und bevor ich es bemerkte, hatte mich schon die nächste Maschine gefangen genommen. Gewarnt seien aber ungeduldige Naturen: Wer sich nicht lange mit einem einzigen Rätsel beschäftigen kann, ist als Gehilfe des Professors ungeeignet. |
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